Tagesarchiv für 22. September 2008

RTZapper

Prominent!: Boris Becker

Montag, den 22. September 2008
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SO 21.09.2008 | 22.40 Uhr | VOX

Diese Prominenten werden echt auch immer unverschämter!! Da wagen sie es sich doch echt, nichts über ihr Privatleben sagen zu wollen! Unerhört! Dieser Boris Becker zum Beispiel! Da darf er sich freundlicherweise vor eine VOX-Kamera stellen und einer jungen Journalistin Fragen beantworten. Wenn es dann aber um seine neue Freundin Sandy Meyer-Wölden geht, schweigt er. Was fällt dem Schnösel bloß dabei ein?! Dabei ist es doch das Recht des Zuschauers etwas darüber zu erfahren! Und dann weigert er sich!
Tja, da waren die Macher des Klatschmagazins “Prominent” aber echt empört. Dass Becker zu seinem Privatleben schwieg, war ihnen einen langen Beitrag darüber wert. Darin wurde er von einer aufdringlichen Reporterin gelöchert. Dass die mal keinen Erfolg hatte – das muss sie sehr gewurmt haben. Warum sonst dieser abgrundtief dämliche Beitrag, worin sich die VOX-macher nicht mal zu schade waren, andere Promis zu fragen, wie sie das denn fänden, dass der Becker nichts Privates sage.
“Prominent” ist echtes Fremdschäm-TV mit einem Niveau, das weit, sehr weit unter der Tischkante liegt.

RTelenovela

Vermisst: Märker und Amtsblatt

Montag, den 22. September 2008
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Früher hatte ich jeden Monat das Oranienburger Amtsblatt im Briefkasten. Seit ich umgezogen bin, hat sich das jedoch erledigt. Immer zum Monatsanfang wartete ich umsonst auf die Lieferung des Blattes. Auch der “Wochenspiegel” und der “Märker” fanden nicht den Weg zu mir.
Vielleicht liegt es daran, dass unsere Briefkästen im Hausflur sind, und die Austräger sich erstmal einen Zugang verschaffen müssen. Das scheint an sich kein Problem zu sein, denn die Post und die Tageszeitungen kommen ja auch an.
Ich schrieb Mails an die Verantwortlichen des Amtblattes und die beiden Wochenzeitungen. Der “Wochenspiegel” kommt seitdem fast immer an. Beim “Märker” interessiert sich jedoch niemand dafür, wenn Ihnen jemand (zweifach) schreibt. Keine Antworten – bis heute.
Die Frau vom Amtsblatt schrieb mir jedoch zurück. Dabei kam heraus: Das Amtsblatt wird mit dem “Märker” ausgetragen.
Zitat aus der Mail: “Erlauben Sie mir bitte noch einen Hinweis bzw.. eine Nachfrage: Haben Sie an Ihrem Briefkasten vielleicht einen Aufkleber mit “keine Reklame einwerfen”? Dann wird Ihnen nämlich der Märker nicht zugestellt. Dieser gilt als “Werbung” und die Austräger haben die Anweisung überall dort keine Zeitung einzuwerfen.”
Das halte ich zwar für ein Gerücht – die Zeitung wird auch trotz “Antiwerbeaufkleber” in den Briefkasten geworfen – aber bei mir habe ich sowieso keinen dieser Aufkleber am Kasten.
Doch vom Amtblatt hatte ich weiterhin nichts gesehen. Vom “Märker” sowieso nicht. Ich schrieb wieder an die Stadt.
Aus der Antwort: “In Ihrem Fall ist es so, dass Sie sogar mehrmals vom Verantwortlichen Leiter für die Zustellung aufgesucht wurden, um die Örtlichkeiten zu prüfen. Es war bei allen Besuchen ein Zutritt zum Briefkasten nicht möglich, da die Haustür verschlossen ist und auch auf Klingeln nicht reagiert wurde. Es ist nicht vorgesehen, mehrmalige Versuche einer Zustellung zu unternehmen.”
Interessant. Im Gegensatz zum “Wochenspiegel”-Austräger hat bei uns in den letzten Monaten nie jemand vom “Märker” bei uns geklingelt. Zumal es mehrere Mietparteien gäbe, wo er klingeln könnte. War da wirklich jemand bei uns? Denn wie ich inzwischen weiß: Märker und Amtsblatt kommen nicht nur bei uns nicht an.
Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Märker wird nachts ausgetragen, und der Austräger kann somit gar nicht irgendwo klingeln, weil er Leute wachmachen würde. Oder: Er ist schlicht zu faul, dort zu klingeln, wo die Kästen in den Fluren sind. Ich bin am Wochenende im Laufe des Tages meist zu Hause, von einem Austräger des Märkers/Amtblattes habe ich nie etwas mitbekommen.
Kann man so einer Firma das Austragen des Amtblattes überlassen?
Am Ende dann aber die Überraschung: Post von der Stadt mit allen Amtblattsausgaben dieses Jahres. Das nenne ich dann doch mal Service! Die Verantwortlichen bei der Stadt waren immer bemüht, haben sich gekümmert – und nun, als alles nichts half, mir die Hefte eben mal so zugestellt. Feine Sache, herzlichen Dank!
Ganz im Gegensatz zu den Märker-Leuten…

RTZapper

Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe II – Sexuelle Partnerschaft

Montag, den 22. September 2008
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SA 20.09.2008 | 23.50 Uhr | ProSieben

Alte Herren sitzen an einem Tisch und sprechen über Sex. Über den klitoralen und vaginalen Orgasmus. Und das auch noch in Schwarzweiß. Uraltes Material also.
Kein Wunder, dass man bei ProSieben nur wenige Minuten nach Beginn des Oswalt-Kolle-Films den ersten Werbeblock reinknallte. Statt Altherrensexgespräch lieber nuttig aussehende Damen, die es lieben, uns zu entertainen. Da herrschte bestimmt allgemeines Aufatmen bei den Fernsehmachern und -zuschauern.
Im Rahmen des Sexabends zeigte ProSieben in der Nacht den Oswalt-Kolle-Film “Das Wunder der Liebe II” von 1968. schon allein das ist ungewöhnlich für den Sender, einen 40 Jahre alten Schinken zu zeigen, in dem hölzern aufgeklärt wird, wie denn das nun ist mit den Männern, die die Frauen nur benutzen, und den Frauen, die sich benutzen lassen.
Ewig lange Szenen mit sexuell Frustrierten in ausgebleichten Farben, das Ganze mit Botschaften, die früher mal revolutionär sind. Früher war das ein Stück Lebenshilfe, wenn es hieß, dass es noch mehr als die Missionarsstellung gäbe – auch weil wir es uns ansehen durften. Heute ist es nur noch ein müdes Lächeln wert. Reif fürs Fernsehmuseum, aber nicht fürs ProSieben-Nachtprogramm.