Tagesarchiv für 16. September 2008

RTelenovela

Der Balisto-Zoff

Dienstag, den 16. September 2008
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Ein Mann taucht am Verkaufstresen des Oranienburger Bahnhofskioskes auf. Er fragt die Verkäuferin, ob seine Tochter bei ihr ein Balisto-Riegel gekauft habe. Ja, habe sie.
Der Mann geht wieder.
Hat er seiner Tochter nicht geglaubt? Hat sie ihr taschengeld veruntreut? Was war geschehen?
Gegenüber des Kioskes im Bahnhof befindet sich ein kleines Lädchen, in dem allerlei Lebensmittel verkauft werden. Und hier ging der Balisto-Zoff weiter. Das Mädchen, heulend, der Papa, nach Alkohol riechend, und die asiatische Verkäuferin, keifend.
Die Frau zetert in gebrochenem Deutsch, dass sie überzeugt davon ist, dass das Mädchen das Balisto bei ihr gekauft habe. Sie knallt den Riegel auf ihren Tisch, um ihr eventuelles Rechthaben zu verdeutlichen.
“Aber ich war doch gerade drüben”, ruft der Mann immer lauter werdend. Seine Tochter habe den Riegel im Geschäft gegenüber gekauft. Durch nochmaliges Riegel-auf-den-Tisch-knallen verdeutlicht die Lebensmittelverkäuferin, dass sie an dieser Stelle überhaupt niemandem glaubt.
Nun mischt sich auch die Zeitungsfrau von gegenüber ein. Ja, das Mädchen hat das Balisto hier gekauft. Basta.
Die Antwort ist weiteres Gezeter. Und Riegel knallen. Den kann die Geschäftsfrau sicherlich nicht mehr verkaufen.
Vater und Tochter verlassen die Szenerie. Abgang ohne Freisprechung.
Ich kaufe mir eine Banane und Weintrauben – und bezahle. Glücklicherweise hatte ich mir gegenüber keinen Schokoriegel gekauft. Ich glaub, dann hätte sie mich gehauen…

ORA aktuell

Oranienburger sprechen sich gegen Nazis aus

Dienstag, den 16. September 2008
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Die Fraktionen der Oranienburger Stadtverordnetenversammlung sind sich im Kampf gegen die Nazis einig. Abgeordnete von SPD, den Linken, den Grünen und der FDP klebten rund um die Bernauer Straße 200 Flyer auf ihre Wahlplakate: “Keine Nazis ins Parlament”.
So wollen sie den Einzug der NPD in den Stadtrat bei der Kommunalwahl am 28. September verhindern.
Gegen die Nazis richtet sich auch der “KarneWahl” am kommenden Sonnabend, 20. September. Der Umzug, der um 14 Uhr am Bahnhofsplatz startet, wirbt um demokratische Wahlen, Toleranz und Vielfalt. 23 Initiativen aus der Region beteiligen sich.
Ab 16 Uhr findet am Schloss ein Demokratiefest statt, bei dem mehrere Bands spielen werden.

RTZapper

Wer rettet die Schwarzwaldklinik?

Dienstag, den 16. September 2008
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MO 15.09.2008 | Märkische Allgemeine

Fans bekommen aber auch nie genug. Wenn eine Serie zu Ende ist, wollen sie das einfach nicht auf sich sitzen lassen. Protestieren und machen Unterschriftenaktionen.
Das waren noch Zeiten! Als Professor Brinkmann durch die Räume der “Schwarzwaldklinik” lief und alle Patienten freundlich begrüßte. Als sich Oberschwester Hildegard und Pfleger Mischa zofften. Als sich Schwester Elke und Dr. Udo Brinkmann ineinander verliebten.
Das ist lange her. Vor 20 Jahren war die Serie die erfolgreichste im ZDF, erreichte Traumquoten, wurde in zig Länder verkauft. Dann, mit Udos und Elkes Hochzeit, war Schluss. Wenns am schönsten ist, solle man aufhören, sagte Produzent Wolfgang Rademann damals.
Ganz hielt er nicht Wort: Ein Weihnachtsspecial und zwei Filme folgten. Aber eine Serie? Nein, die wird es nicht geben.
Das erbost die Fans. Sie wollen neue Folgen, schreibt die MAZ. Dass viele der Darsteller gar nicht mehr leben, interessiert sie offenbar nicht. Dass es die “Schwarzwaldklinik” von damals so gar nicht mehr geben kann, auch nicht.
Das ZDF blockt, Rademann sowieso.
Fanclub-Leiterin Tanja Junginger hat es mit der Aktion immerhin durch die dpa in viele Zeitungen geschafft. Ihre Forderung ist dennoch albern. Sogar einen neuen Sender wollen sich die Fans suchen. Selbst unter anderem Namen können sie sich die Serie vorstellen, wenn das ZDF nicht mehr will – und die haben die Rechte am Titel.
Irgendeine Arztserie, die im Glottertal spielt mit irgendwelchen Darstellern (und vielleicht vereinzelte Altdarstellern) auf irgendeinem Kanal.
Die Hardcore-Schwarzwaldklinik-Fans sind da aber sehr beliebig. Ich, auch ein SWK-Fan, erfreue mich immer wieder gern an den alten Folgen. Die Neuen könnten sowieso nie und nimmer an diese Alten heranreichen. Rademann sagt das auch. Er hat definitiv Recht.

RTZapper

Wahl 2008: Gesprächsrunde mit im Landtag nicht vertretenen Parteien

Dienstag, den 16. September 2008
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MO 15.09.2008 | 20.15 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Bernhard Suttner ist entsetzt. Der Landesvorsitzende der bayerischen ÖDP ist Gast in einer Gesprächsrunde, in der vorher der NPD-Mann Sascha Rossmüller schöne Reden schwingen durfte. Suttner fühlt sich missbraucht, hat keine Lust mehr, etwas Inhaltliches zu seinem Parteiprogramm zu sagen. Der Zusammenhang mit rechtsextremisten in einer Sendung stößt ihm sauer auf.
Die Moderatoren der Sendung des Bayerischen Fernsehens vom Montagabend, Matthias Keller-May und Andreas Bachmann, verteidigen sich, es sei demokratische Geflogenheit, alle beim Wahlleiter angemeldeten Parteien in ihrer Sendung zuzulassen.
Suttner verließ die Sendung und verzichtete auf die zweite Fragerunde komplett. Er ging.
Wie geht man mit einer Partei wie der NPD in den Medien um? In Zeiten von Wahlen haben sich viele Radio- und Fernsehsender sowie Zeitungsredaktionen dazu entschlossen, sie komplett unter den Tisch fallen zu lassen. Nicht so der BR.
So durfte NPD-Rossmüller sagen, dass die Arbeitslosenquote von Bayern gefälscht sei, nicht bei 3,9, sondern bei 7 Prozent liegt. Die Aussage, dass die NPD die “Wiederherstellung der vollen Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches” anstrebt, verneint Rossmüller nicht. Dass Parteipropaganda an Schulen verteilt wird, lehnt er ab, seine Partei verteile CDs und ähnliches ja auch VOR den Schulen. Und überhaupt werde an Schulen sowieso übelste Propaganda gegen ihn und die NPD verübt und die Geschichte verzerrt dargestellt.
Schon oft kam es zu Fernsehskandalen, als bei Gesprächsrunden mit der NPD alle anderen Parteien sich zurückzogen. Oder die hysterische ZDF-Frau, die den NPD-Mann rüde niederredete.
Also: Ignorieren? Einladen und hektische Schelte? Oder, wie beim BR, ein ruhiges Gespräch, bei dem die NPD aber ihre üblen Parolen in blumige Worthülsen packen darf?
Mit allen Varianten tut sich niemand einen Gefallen. Aber irgendwie müssen wir mit den Rechtsextremen umgehen. Am besten, in dem wir mit Gegenargumenten kommen und ihre Worthülsen entlarven. Den Herren vom BR ist das gestern nur zum Teil gelungen.
Da waren es fast schon Randerscheinungen, dass die Bayernpartei immer noch von einem unabhängigen Bayern träumt und die Republikaner betonen, sie seien gar keine rechte Partei…

RTelenovela

8 Euro

Dienstag, den 16. September 2008
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Fast hätte ich an der Kasse gefragt, ob der Film Überlänge hat und es deshalb so teuer ist. Aber ein Blick ins Programmheft gab mir Gewissheit: Der Eintritt am Wochenende im Berliner CinemaxX am Potsdamer Platz in Berlin kostet jetzt 8 Euro, in der Loge 9 Euro.
Auch das Kino wird mehr und mehr zum Luxus. Ein Hoch auf den Kinotag…