Monatsarchiv für Juni 2008

RTZapper

EM live – Halbfinale: Deutschland – Türkei

Donnerstag, den 26. Juni 2008
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MI 25.06.2008 | 20.40 Uhr | ZDF

Das mag erstmal komisch klingen, aber an dieser Stelle mal einen ganz herzlichen Dank an das ZDF! Ernsthaft!
Schrecksekunde. Graues Bild, kein Ton. Und vor allem: kein Fußball! Super-GAU! Das ZDF hat heute wahrscheinlich die höchste Einschlatquote des Jahres, Hunderttausende sehen das ZDF auf den Fanmeilen. Und dann das: Bildausfall. Minutenlang nur eine tonlose Tafel. Später dann kommentierte Bela Rethy das Spiel ohne Bild, wurde also zum Radioreporter.
Dann kam das Bild wieder -um dann wieder auszufallen. Und plötzlich lief über die Sender des ZDF das Signal des Schweizer Fernsehens SF. So viele Zuschauer werden die höchstwahrscheinlich noch nie gehabt haben!
Das ZDF hat die Notleitung gestrickt, das Signal des SF übernommen. Ansonsten hätten wir zwei Tore und die gesamte Schlussphase des EM-Spiels komplett vergessen können.
In anderen Ländern war an der Stelle Sense, das ZDF hat relativ schnell reagiert. Und deshalb der völlig ernstgemeinte Dank.
Grund für den Gau war ein sehr heftiges Unwetter über Wien. Das Pressezentrum musste, wie auch die Wiener Fanmeile evakuiert werden, es kam zum Stromausfall. Bis auf die Schweizer übernehmen die Sender in aller Welt das UEFA-Signal aus Wien. So lange es intakt war. Und weil das SF nicht über den Wien-Umweg aus Basel sendete, hatten wir das Glück, das Spiel weiter sehen zu können.
Übrigens fiel selbst im Radio die Übertragung ins Wasser. Die Infowelle B5 aktuell vom BR übernahm kurzerhand den TV-Radioreporterbericht des ZDF…
Deutschland ist im Finale, schlug am Ende die Türkei mit 3:2. Das Spiel war so lala. Denkwürdig war es aber auf jeden Fall.

Hits: 25

RT im Kino

Charlie Bartlett

Donnerstag, den 26. Juni 2008

Eigentlich will Charlie Bartlett (Anton Yelchin) nur eines: beliebt sein. Deshalb hat er auch für zig seiner Mitschüler gefälschte Führerscheine ausgestellt. Doch leider war das das Aus an der Privatschule. Nicht zum ersten Mal fliegt er. Nun versucht es seine Mutter Marilyn (Hope Davis) mit einer öffentlichen Schule. Für Charlie ein Neuanfang, gleich am ersten Tag muss er Prügel einstecken. Aber er weiß, was zu tun ist. Er verbündet sich mit dem Schlägerrüpel und eröffnet eine Art Medikamentenbörse nebst Psychopraxis auf dem Jungsklo. Klar, dass das dem Schuldirektor nicht gefällt. Und vor allem gefällt ihm nicht, dass Charlie auch noch mit seiner Tochter anbandelt.
“Charlie Bartlett” macht Spaß. Im Handumdrehen hat ein junger Mann in der Schule das Sagen, während der alkoholkranke Schuldirektor so ziemlich abgemeldet ist. Der Film kann mit vielen Gags und interessanten Wendungen aufwarten. Auch wenn er gegen Ende dann doch noch fast übers Ziel hinausschießt, verlässt man beschwingt und belustigt den Kinosaal. “Charlie Bartlett” kommt ohne die üblichen US-Schauspielverdächtigen aus, und gerade Hauptdarsteller Anton Yelchin macht in der Rolle des selbstbewusstes, manchmal arroganten und scheuen Charlie einen sehr guten Eindruck.

8/10

Hits: 26

RTZapper

Elton vs. Simon – Die Show

Mittwoch, den 25. Juni 2008
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DI 24.06.2008 | 21.15 Uhr | ProSieben

Elton und Simon beim Aktzeichnen. Und, ja: Akt heißt nackt. Ein denkwürdiger Fernsehaugenblick: Simon Gosejohann macht… sagen wir mal: Schlenkerübungen mit seinem wahrscheinlich besten Stück (das allerdings überblendet ist), schüttelt kräftig und fragt Elton, ob er seinen Schwanz vielleicht mal vergrößern soll, damit das Bild dann besser aussieht.
Ob das deutsche Fernsehvolk nun darauf gewartet hat, Simon und Elton nackt zu sehen, sei mal dahingestellt. Atemstockend war das ganze dennoch, so tief ist das Niveau wohl selten gesunken.
Aber andererseits war das bei “Elton vs. Simon” ja nie anders. Nur, dass aus der kleinen, aber irgendwie feinen Sendung eine große Showsause geworden ist. Eine hier völlig überflüssige und unfassbar uncoole Johanna Klum ist für Übergänge und sonstige Ansagen zuständig. Dabei hätte sie hier niemand gebraucht, die beiden hätten das auch alleine zu tun können. Und apropos alleine: Das ewige Geklatsche in jedem möglichen Moment nervt! Bezeichnenderweise war der Einspieler am witzigsten, in dem die beiden mit einem Bagger arbeiten mussten. Das war “Elton vs. Simon”, wie wir es zwei Staffeln lang mochten!

Hits: 54

RTelenovela

EM-Tipps 2008: Halbfinale

Mittwoch, den 25. Juni 2008
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Die Tipps fürs Halbfinale:

MI 25.06.2008
Deutschland 2:1 Türkei

DO 26.06.2008
Russland 2:1 Spanien

Hits: 33

RTZapper

Gülcan und Collien ziehen aufs Land

Mittwoch, den 25. Juni 2008
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DI 24.06.2008 | 20.15 Uhr | ProSieben

Wie langweilig! Gülcan, die Frau von Bäckerschnösel Kamps, und Collien, VIVA-Labertante, ziehen aufs Land. Niemand weiß genau, warum. Vor allem nicht, warum das in acht lähmenden Folgen geschehen muss.
“Gülcan und Collien ziehen aufs Land” heißt die deutsche Kopie von “Simple Life”. Und eigentlich ist schon der Titel der Sendung irreführend. Denn nach nur 10 Minuten waren die beiden Tanten auf dem Land. Der Umzug war vollzogen. Vielleicht hätte das Ganze besser “Gülcan und Collien wohnen auf dem Land” heißen sollen.
Was aber so spannend daran sein soll, die beiden Tanten dabei zu beobachten, wie sie im Kuhstall so tun, als müssten sie schuften bleibt offen. Zumal sowieso alles gestellt zu sein scheint. Collien kann also kein Ei aufschlagen? Also bitte! Auch, dass das Bayerische untertitelt wird, ist einfach nur affig. Und sicher trägt die Frau des Hauses immer ein Dirndl.
Ein Spannungsbogen war jedenfalls nicht zu erkennen. Aber um Spannung geht es ja bei solchen Produktionen sowieso nicht.

Hits: 43

RTelenovela

Ein Geschenk, das Nerven kostete

Mittwoch, den 25. Juni 2008
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Zur Hochzeit von B. und T. habe ich ihnen das Video zum Event geschenkt. Soll heißen: Ich hab die ganze Zeit gefilmt.
Dass mich dieses Geschenk aber am Ende so viel Nerven kosten würde, hätte ich niemand erwartet.
Problem 1: Es fehlte eine Kassette. Tape Nummer 1 war spurlos verschwunden. Die standesamtliche Trauung, ein Interview und mehrere Moderationen meinerseits waren weg. Unauffindbar. Bei mir zu hause war die Kassette nicht. In der Kirche hatte ich das Band gewechselt, vielleicht ging die Kassette dort abhanden. Doch ich habe dort niemanden erreicht, denn ich hätte fragen können. Des Rätsels Lösung: Ich hatte T. die Kassette aus Versehen mitgegeben, als sie in die Flitterwoche flogen. Glücklicherweise war die Aufnahmesperre aktiviert.
Problem 2: Gemeinsam mit Tom wollte ich den Film am PC bearbeiten. Und wenn sich Tom dann auch noch gemeldet hätte, hätten wir das auch tun können. Die Lösung: Ich verzichtete auf den schnickschnack und bastelte – wie früher auch schon – eigene Vor- und Abspänne.
Problem 3: Auf der Festplatte meines DVD-Recorders war alles zurecht geschnitten, einige teile mussten noch miteinander verbunden werden. Doch leider hing sich das Gerät auf, der geschnittene Film ging verloren. Die Lösung: Nochmal schneiden.
Problem 4: Da mir nun ein ganzer Tag fehlte, konnte ich die DVD-Hülle nicht mehr gestalten. Die Lösung: keine, die Premiere war heute Abend.
Eine echte Odyssee ging zu Ende – aber der Film kam gut an. Und das ist doch die Hauptsache.

Hits: 35

RTZapper

Telemedial live

Dienstag, den 24. Juni 2008
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MO 23.06.2008 | 21.00 Uhr | Kanal Telemedial

Eine seltsame Frau macht tanzähnliche Bewegungen, während ein wirrer Typ auf einer Trommel rumschlägt. Nein, das ist kein Unsinn – das ist Mehrwertfernsehen.
Täglich ab 21 Uhr sendet Kanal Telemedial ein wunderliches … Dings. Von einem Programm kann man da nun wirklich nicht sprechen.
Thomas G. Hornauer setzt sich jeden Tag vor seine Kamera – um… nun ja, um halt dazusitzen und … und, ja, eben um dazusitzen. Und vor sich hinzustarren. Und auf Anrufer zu warten.
Ganz viel Mehrwert! Mehr wert, oder besser: mehr kostet auch die Hotline zu Telemedial. 2 Euro pro Minute, dafür kann man ganz lange mit dem Moderator, der meistens ganz alleine in seinem Studio sitzt, sprechen. Und wem das zu billig ist, der kann gerne auch gleich zehn Euro abdrücken – Energieausgleich nennt sich das. Schließlich kostet der Blödsinn ja auch Strom, und der muss bezahlt werden. Am besten von den Zuschauern. Wenigstens ist Senderchef Hornauer ehrlich und nennt sein Experiment Free-Pay-TV.
Viel passiert nicht.
Hornauer an seinem Orange Table. Sitzt rum. Starrt. Lächelt. Schließt die Augen.
Dann Blende auf ein Stillleben mit Blumen, Vasen und Kerzen. Spirit, ich spüre ihn schon.
Hornauer schweigt weiter.
Anruferin: Das Studio findet sie toll. Ah ja.
Und dann wieder Stille. Schweigen.
Alle Achtung, dass der Typ das so konsequent durchhält.
Anruferin: Ihr gefällt das Konzept nicht. Hornauer ist pikiert, schweigt aber weiter. Es ist nicht sein Tag, sagt er dann.
Und wieder Schweigen. Und starren.
Anrufer: Er findet es toll, dass es den Thomas gibt. Das freut den Thomas. Und muss fast weinen.
Das gesendete Nichts hat unterdessen Lizenzprobleme, weil Kanal Telemedial zwar in Österreich gemeldet ist, aber aus dem deutschen Ludwigsburg sendet. Dabei wurde doch immer groß ein Umzug angekündigt, hat da etwa irgendwer gelogen? Jetzt gibt es ein Pseudostudio in Wien, wo immer irgendwas oder irgendwer zugeschaltet wird.
Nein, langweilig ist Kanal Telemedial nun wirklich nicht. Es ist eine Mischung aus Faszination, Ärgernis, Comedy und Drama. Die pure Selbstinszenierung, bei der es schon mal vorkommt, dass Hornauer live völlig ausrastet. Diverses Material findet sich bei Youtube.
Dass dieser Fernsehsondermüll allerdings auf dem analogen Astra-Satelliten in der Sendepause des KI.KA zu sehen ist, stimmt dann doch sehr bedenklich.

Hits: 35