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Beifall für die rebellischen Rocker

Premiere: Queen-Musical – Der immense Aufwand der Oranienburger Gymnasiasten hat sich gelohnt

MAZ Oranienburg, 23.6.2008

Mit der Aufführung des Musicals zeigt das Runge-Gymnasium, welches hohe Niveau bei deratigen Veranstaltungen möglich ist.

ORANIENBURG
Wir schreiben das Jahr 2306. Die Erde heißt jetzt „e.bay“, und auch sonst ist viel passiert: 2009 wurden alle hässlichen Menschen aus den Charts verdammt. 2012 gewann Dieter Bohlen die letzte Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“. Inzwischen ist Rockmusik verboten, ebenso das Besitzen von Instrumenten. Musik kommt aus dem Computer. Das ist das Szenario des Musicals „Runge Will Rock You“. Die Premiere mit geladenen Gästen ging am Freitagabend in der Aula des Oranienburger Runge-Gymnasiums über die Bühne.
Galileo (Dustin Stegen) und Scaramouche (Anja Baumann) wollen sich dem entgegensetzen. Was nicht einfach ist, denn die Killerqueen (Isabella-Maria Giese) und ihr Assistent Khashoggi (Florian Appelius) verhaften jeden, der anders aussieht oder aufmuckt.
Die Oranienburger haben Bemerkenswertes geschafft. Seit gut einem Jahr arbeiten mehr als 90 Schüler des Gymnasiums sowie diverse Lehrer an der Aufführung, die am Ende mit Jubel gefeiert wurde. Das Ensemble zeigte ein Stück, das sich auf einem künstlerischen und technischen Niveau befindet, das so in der Region wahrscheinlich noch nicht zu sehen gewesen ist. Viel Wortwitz und Anspielungen auf das Musikbusiness machten großen Spaß. 23mitreißende Songs der Gruppe Queen kamen im Laufe des gut 140-minütigen Stücks zu Gehör. Im Hintergrund spielte bei den meisten Liedern eine Liveband und sang ein Chor. Dazu diverse Lichteffekte, Nebel und Laser. Ein Spektakel, das in seiner Gesamtheit sehr beeindruckte.
Und für alle Beteiligten ein unheimlicher Kraftakt. Seit Wochen liefen die Proben auf Hochtouren, Schüler und Lehrer verbrachten ganze Wochenenden am Gymnasium.
Musiklehrerin Petra Schläwicke hatte die Idee zu dem Musical, besorgte die Aufführungsrechte und stieß das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Cornelia Jaenicke an. „Das Projekt war extrem wertvoll“, sagte Lehrer Carsten Rossignol, der auch im Stück mitspielte. „Wir sind an Grenzen gestoßen, vielmehr geht einfach nicht.“ Eine fünfstellige Summe habe das Musicalprojekt verschlungen, viele Sponsoren halfen aus.
Herausgekommen ist ein Event, von dem das Runge-Gymnasium noch lange zehren wird.

Info: Weitere Aufführungen: morgen, 24. Juni, 17 Uhr; 10., 11. und 12. Juli, 19 Uhr.

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