Tagesarchiv für 14. Juni 2008

RT im Kino

Freischwimmer

Samstag, den 14. Juni 2008

Bisher habe ich Liebesknochen, oder auch Eclair, immer sehr gemocht. Seit heute sehe ich das Gebäck mit etwas anderen Augen.
Rico (Frederick Lau) hat es wieder nicht geschafft: 25 Meter muss er tauchen, um den Freischwimmer zu bekommen, um Rettungsschwimmer werden zu können. Der Spott seiner Mitschüler ist ihm sicher. Wo er sowieso schon Häme einstecken muss, weil er schwer hört und ein Hörgerät tragen muss. Stattdessen siegt Robert (Philipp Danne) im Taucherduell. Um kurz danach nach dem Genuss eines Liebesknochens zu sterben. Das Gebäck war jedoch eigentlich für Rico gedacht. Wer steckt dahinter?
Rico will nicht mehr zur Schule. Stattdessen besucht er seinen Lehrer (August Diehl) – er soll ihm Nachhilfestunden geben. Doch dabei bleibt es nicht…
Und immer wieder spielt der Liebesknochen eine nicht unwichtige Rolle.
“Freischwimmer” von Andreas Kleinert gibt über fast die gesamte Distanz viele Rätsel auf. Wer oder was steckt hinter dem Liebesknochen? Was ist damals mit Ricos Vater passiert, der auf mysteriöse Weise ertrank? Welche dreckigen Obsession treiben den Lehrer um?
Fragen über Fragen. Insgesamt wird der Film damit leider ein wenig überfrachtet, ständig werden neue Großbaustellen eröffnet, die eigentlich für zwei Filme reichen würden.
Kleinert spielt mit dem Schauspieler, lenkt mitunter gedanklich in falsche Denkrichtungen, um dann noch sehr viel kränkere, abtrusere Handlungen zu zeigen. Mehr und mehr wird sein Film düster, fast unheimlich.
Hauptdarsteller Frederick Lau zeigt wieder großes schauspielerisches Talent. Er spielt den 15-jährigen Rico, den verwirrten, verstörten, irgendwie auch verklemmten Jungen sehr überzeugend. Eine Spezialität von Lau, auch in “Die Welle” spielte er einen dieser seltsamen Charaktere – er sollte auch mal andere Rollen annehmen.
Auch August Diehl spielt den geheimnisvollen Lehrer sehr überzeugend, ebenso wie Fritzi Haberland die verliebte Musiklehrerin.
Toll schauspielerische Leistungen, eine Atmosphäre voller Geheimnisse, viele Wendungen. Handlungsmäßig aber, wie gesagt, leider etwas überladen.

6/10

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aRTikel

Jette: Dringende Geschäfte

Samstag, den 14. Juni 2008
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MAZ Oranienburg, 14.6.2008

Also nee, wissense nee, manchmal beneide ich die Männer ja schon: Wenn sie mal ein dringenes Geschäft erledigen wollen (ihr wisst schon, was ich meine), dann geht das bei denen ratzfatz mal fix hinterm Baum. Bei uns Frauen ist das schon komplizierter. Bei uns gibt es leider nichts rauszuhängen. Allerdings nutzen das die Herren aber auch ziemlich dreist und schamlos aus. Neulich komme ich in der Nacht mit der S-Bahn in Oranienburg an. Vor mir geht ein junger Mann die Treppen zum Bahnhofsplatz runter – und biegt plötzlich nach rechts ab. Am Eingang zur sich dort befindlichen Fahrschule beginnt er, sich fröhlich zu entleeren. Ich finde das ganz schön primitiv. Ebenfalls unbeobachtet fühlten sich zwei junge Männer, die sich plötzlich in die Hof-einfahrt zum ehemaligen Postbürogebäude an der Oranienburger Schulstraße verzogen. Dort, in der Ecke, wurden ebenfalls wichtige Geschäfte verrichtet.
Wieso glauben Männer eigentlich, dass sie überall hinpinkeln dürfen? Nur weil sie es können? Dass das ziemlich widerlich ist – besonders der Eingang der Fahrschule wird ja nicht selten genutzt – scheint sie überhaupt nicht zu interessieren. Wenn man aber vor ihre Haustür pullern würde – das fänden sie sicher auch nicht witzig, vermutet eure
Jette

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RTelenovela

Mein Insektentöterfluter

Samstag, den 14. Juni 2008
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Meine Butze heizt sich relativ schnell auf. Als wir hier bis Dienstag die wochenlange Hitze hatten, waren es bei mir schon mal 28 Grad in den Spitzenzeiten. Nachts musste gelüftet werden, sonst wäre es noch wärmer geworden. So ist das, wenn man unterm Dach wohnt…
Somit stand abends immer mindestens ein Fenster offen. Eine direkte Einladung an allerlei Insekten, doch mal bei mir vorbeizuschauen. Und das tun sie dann auch, vereinzelt zwar, aber es läppert sich.
Aber vielleicht wissen die Viecher auch, welche Gefahr hier auf sie wartet: mein Deckenfluter.
Das Ding erhitzt sich unwahrscheinlich, auf der Schale scheinen Brattemperaturen zu herrschen. Da kommt es schon mal dem Szenario, dass sich ein summendes Etwas ins Licht verirrt, es kurz zischt, ein wenig qualmt und das Ding auf meiner lampe zu Asche wird. Ein echter Insektentöterfluter. Es riecht dann kurz ein bisschen seltsam, irgendwie verschmort. Aber das gibt sich.
Also, liebe Insekten: Bleibt draußen, oder ihr wisst, was euch hier blüht!

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