Tagesarchiv für 12. Juni 2008

aRTikel

„Die deutschen Spiele sind Pflicht“

Donnerstag, den 12. Juni 2008
Tags: , , , , ,

Fußball-EM: Umfrage unter jungen Havelländern – Tippspiele, Fernsehfieber und Totalverweigerer

MAZ Falkensee, 12.6.2008

HAVELLAND
Der Reiz einer Fußball-Europameisterschaft liegt nicht nur in den Spielen selbst, sondern auch darin, Tippgemeinschaften zu gründen und jeden Morgen auszuwerten, wer was richtig oder falsch getippt hat. Das ist nicht nur in der MAZ-Redaktion so. „Ich tippe mit meinen Freunden auf die Spiele“, erzählt Marcel Bauschke (17) aus Brieselang. Und mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Ich bin gerade Erster!“ Das Spiel Deutschland gegen Polen habe er richtig mit 2:0 vorausgesagt. „Das war ein gutes Spiel“, sagt er. Das bisher beste EM-Spiel sei aber Spanien – Russland gewesen.
„Ich habe bisher nur zwei Spiele ausgelassen“, erzählt Dennis Hilpert (15) aus Berlin-Steglitz, der sich gerade mit Freunden am Falkenseer Bahnhof traf. „Ich fand das Holland-Spiel gegen Italien lustig, weil die Italiener verloren haben.“ Was Deutschland angeht, ist er vorsichtig optimistisch: „Die Deutschen kommen auf jeden Fall ins Halbfinale.“ Auch Dennis tippt auf die Spiele – allerdings im Internet. Ein Fan der Fußball-EM in Österreich und der Schweiz ist auch Hagen Welke (15) aus Falkensee. „Ich habe bisher jedes Spiel gesehen, meistens zu Hause.“ Die deutsche Mannschaft schätzt er als sehr gut ein: „Sie sind die besten, Deutschland wird Europameister.“
Doch längst nicht jeder fährt auf die EM ab. „Das interessiert mich nicht“, sagt Sharlene Pezalla (14) aus Brieselang. „Zum Glück läuft im Fernsehen noch etwas anderes.“
Auch Sebastian Reuhl hält nichts vom Fußball: „Das geht mich alles nichts an“, sagt der 21-jährige Falkenseer. „Ich finde die ganze Sache mit den Flaggen, die man wieder überall sieht, völlig übertrieben.“ Lars Schwarzkopf (15) aus Falkensee sieht das auch so: „Der Trubel nervt ein wenig.“
Zwar steht Benjamin Mix (20) aus Friesack nicht so sehr auf Fußball, aber „die deutschen Spiele sind Pflicht“. Auch heute will er das Spiel gegen Kroatien gemeinsam mit seinen Freunden sehen. Ob Deutschland Europameister wird? Benjamin überlegt: „Schwer zu sagen, ich glaube nicht.“
Und dann war da noch der junge Mann, der ganz selbstbewusst rief: „Zwei Tore der Deutschen gegen Polen – was war denn das? Das hätte ich ja besser gemacht!“ Seinen Namen wollte er nicht nennen. Vielleicht hatte er Angst, seine Aussage nicht beweisen zu können?

Hits: 0

RT im Kino

You Kill Me

Donnerstag, den 12. Juni 2008

“Ich bin Frank, und ich bin Alkoholiker.” Und nicht nur das. Frank (Ben Kingsley) ist auch noch ein Killer, der schon zig Menschen erschossen hat. Aber als Säufer macht sich sogar das nicht so gut, wenn er seinen Mordauftrag im Alkoholtran verpennt.
Soll heißen: Der Mafiakiller und Auftragsmörder geht von Buffalo nach San Francisco und nimmt nun an regelmäßigen Sitzungen der Anonymen Alkoholikern teil. Nebenher arbeitet er in einem Bestattungsunternehmen und lernt eine Frau kennen. Eine, der er aber auch erst mal verklickern muss, was er für ein Typ ist.
“You Kill Me” ist ein Gangsterthriller einerseits. Andererseits aber auch eine Liebeskomödie mit dramatischen Ansätzen. Regisseur John Dahl hat seinen Film mit viel Selbstironie gewürzt, geht im Genre der Mafiafilme einen anderen Weg als üblich – auch wenn er ansatzweise ein wenig an die “Sopranos” erinnert.
Ben Kingsley spielt den zwischen seinen Gefühlen und Ängsten hin- und hergerissenen Mann, und er macht das sehr gut. Allein schon die zweifelnden Blicke bei seinen ersten AA-Sitzungen. Toll!

7/10

Hits: 91

RTZapper

Natascha Kampusch trifft… Niki Lauda

Donnerstag, den 12. Juni 2008
Tags: ,

MI 11.06.2008 | 23.35 Uhr | N24

Ganz schüchtern sitzt sie da. Und der Niki kam gern zu ihr. Weil er vielleicht mal andere Fragen beantworten kann. Von einer, die kein Profi ist.
Hach, ja. Nettes Geplauder und Geplänkel.
Nur dass die … na, sagen wir mal: Gastgeberin nicht irgendwer ist. Natascha Kampusch wurde bekannt, weil sie jahrelang in einem verließ festgehalten wurde.
Man könnte sagen, sie hat sich davon so ziemlich erholt. Und die ganze Medienhatz scheint sie ebenso überwunden haben. Warum sonst setzt sie sich plötzlich selbst ins Fernsehen und plaudert in einem seltsamen düsteren Studio im österreichischen Kanal Puls 4 belanglosen Kram mit Promis?
Und, ja, hm, wie war das denn so, als du den Unfall hattest? Das war schlimm, ja, hm. Und der Niki darf dann auch mal was fragen. Wie das denn jetzt so ist für sie.
Schön, dass das Fernsehen in Österreich, in Deutschland übernommen vom “Nachrichtensender” N24, noch Platz hat, um Psychotherapiestunden auszustrahlen.
Ein Mehrwert für die Zuschauer war jedenfalls nicht zu erkennen. Außer: Die Kampusch hat ‘ne Talkshow! Nach wenigen Minuten ist dieser fakt aber schon so uninteressant, dass da nur noch eines hilft: Abschalten!

Hits: 107

RT im Kino

All In – Alles oder nichts

Donnerstag, den 12. Juni 2008

Poker kommt mehr und mehr in Mode. Spieleabende mit den Karten und den Chips werden immer beliebter. Jetzt kommt der Film zum Trend. Und wenn man sich ansieht, welche Firmen sehr, sehr gut ins Bild gerückt werden, könnte man den Eindruck gewinnen, “All In” sei von den Pokerspielfirmen bezahlt worden. Ein reiner Werbefilm also.
Tommy Vinson (Burt Reynolds) liebt Poker. So ziemlich jede Übertragung im Fernsehen schaut er sich an. Tommy war Profispieler, doch aus Liebe zu seiner Frau hat er das (nicht immer ganz billige) Hobby sausen lassen. Als er aber das junge Talent Alex (Bret Harrison) entdeckt, packt ihn noch einmal der Ehrgeiz. Er überredet ihn zu einem Deal: Tommy bezahlt die Startgebühren für hochdotierte Turnier. Alex soll nach seinen Anweisungen spielen – und gewinnen.
Böse dreinguckende Gegner, eine kurze Liebelei, Aufs und Abs: Sehr viel Spannung hat der Film von Gil Cates jr. leider nicht zu bieten. Die Story wirkt sehr konstruiert und vorhersehbar. Trotz der nur 85 Minuten passiert gar nicht mal so viel. Und selbst der Showdown am Ende ist wegen der Konstellation nicht wirklich aufreibend.
Aber vielleicht war aus dem Thema nicht mehr herauszuholen.

4/10

Hits: 98