Tagesarchiv für 15. März 2008

RT im Kino

Kirschblüten – Hanami

Samstag, den 15. März 2008
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Rudi (Elmar Wepper) ist krank. Bald wird er sterben. Doch er erfährt nichts davon. Nur seine Frau Trudi (Hannelore Elsner) weiß es. Gemeinsam mit dem Arzt beschloss sie, es ihm vorerst zu verschweigen, so lange es ihm noch gut geht. Stattdessen wollen sie reisen. Zu den Kindern, die schon lange ausgezogen sind. Karl (Maximilian Brückner) wohnt in Tokio – das ist dann doch ein bisschen zu weit und zu teuer. Dann lieber nach Berlin, zu den anderen Kindern.
So reisen sie von Bayern in die Hauptstadt. Nur Trudi weiß, es wird wohl ihre letzte gemeinsame Reise sein – und weint stille Tränen. Rudi reist fast schon widerwillig mit – wird er doch aus seinem normalen Tagesablauf gerissen. Und wozu wegfahren – er hat doch alles.
Als die beiden feststellen müssen, dass die Kinder in Berlin wenig zeit und Lust haben, sich mit ihnen zu beschäftigen, reisen sie nach Ahlbeck auf Usedom – an die Ostsee.
Dort stirbt Trudi. Ein Schock für alle. Sie ist viel zu früh gegangen. Ihren Traum, einmal nach Japan fliegen, konnte sie sich nicht mehr erfüllen. Also setzt sich Rudi nach dem ersten Schock ins Flugzeug nach Tokio und Reise in eine fremde Welt.
“Kirschblüten – Hanami” gehört ohne Zweifel zu den besten Werken, die Regisseurin Doris Dörrie in vergangener Zeit auf die Beine gestellt hat. Voller Tragikomik, voller Warmherzigkeit und Liebe erzählt sie eine Geschichte über den Abschied, den Schmerz und die Fremde. Loslassen und Neuentdecken. In Tokio erfährt Rudi, was seine Frau an der Kultur schätzte – er lernt eine junge Butohtänzerin kennen.
Für den Zuschauer wird viel Spannung und Faszination geboten. Mit wunderschönen Bildern fängt sie die Insel Usedom und die Ostsee ein, fast schon poetisch. Auch und gerade die Entdeckeungsreise, auf die sich Rudi in Tokio begibt ist hochinteressant.
Sehr ergreifend sind die Szenen, in denen es um das Sterben, um den Tod geht. Eine echte Kinoentdeckung ist Elmar Wepper. Der Schauspieler trat bisher nur im Fernsehen auf. Seine erste Kinorolle spielte er in Dörries “Fischer und seine Frau”. Nun eine Hauptrolle – eine großartig gespielte.
“Kirschblüten – Hanami”, ein kleiner großer Film.

9/10

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RTelenovela

Louises Kulturkonzert

Samstag, den 15. März 2008
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Allerhand, aber diesmal kann man das echt sagen: Wer nicht beim Frühlingskonzert (übrigens: das 13.) unserer alten Schule war, hat echt was verpasst – nämlich eines der besten Konzerte seit langem. In der Top 10 der ewigen Hitparade sicherlich mit vertreten.
Tolle Beiträge, durchweg instrumentalisch auf sehr hohem Niveau, sehr unterhaltsam. Einer der Höhepunkte: eine Coverversion von Metallicas “Nothing Else Matters”. Nett war auch der grebesche Brandenburg-Song, den ich ja an sich doof finde, der aber hier gut rübergebracht wurde.
Da machte es auch nichts, dass die französischen Austauschschüler nicht singen konnten und die Schulversion von “Hurt” irgendwie mehr nach Oper als nach Pop klang (da fühlte man sich schon ein bisschen wie bei DSDS, wo das Lied ja Dauergast bei den Castings war).
Sogar die Moderation war annehmbar, hier und da sogar schon lockere Ansätze: Bei der Anmoderation eine afghanischen Gedichts heiß es am Ende: “Viel Glück!” Das blieb leider aus, die letzten Zeilen des Gedichts gingen wegen eines ausgefallenen Mikros unter…
Dennoch: Einige der 13er waren zwar nicht ganz der Meinung, aber hier wurde endlich mal ein gelungenes Schulkonzert auf die Beine gestellt. Weiter so!

Hits: 24

RTZapper

Big Brother – Die Nacht: Rebeccas Rauswurf

Samstag, den 15. März 2008
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FR 14.03.2008 | 22.00 Uhr | Big Brother

Rebecca hat Mist gebaut: Die Bewohnerin von “Big Brother” hat sich gefragt, warum man bestimmte Sachen nicht sagen darf. “Sieg heil!” darf man zum Beispiel nicht unbedingt sagen. Zumindest nicht im Fernsehen. Und schon gar nicht, wenn man live auf Sendung ist – im Big-Brother-Kanal auf Premiere nämlich.
Doch Rebecca, die nicht gerade einen hellen Eindruck machte, hat eben doch “Sieg heil!” gesagt. Scherzhaft zwar, dennoch waren die anderen Bewohner erschrocken.
Und das war es dann auch für Rebecca bei “Big Brother”. Nur Minuten später durfte sie das Haus verlassen.
Der Rauswurf ist richtig und konsequent. Auch wenn so ein Satz nur so dahin gesagt ist – mit Meinungsfreiheit hat das gar nichts zu tun. Es ist einfach dämlich, so etwas zu sagen. Geschmacklos so oder so. “Big Brother” hat viele junge Zuschauer. Sie sollen wissen, dass man gewisse Sätze nicht einfach so dumm die luft pusten sollte. Vielleicht hat das ja auch Rebecca inzwischen gelernt.

Hits: 19

RTelenovela

“Bloß keine Hausfrau!”, sagte die zukünftige Hausfrau

Samstag, den 15. März 2008
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In der Warteschlange am Geldautomaten im Vorraum der Post. Hinter mir stehen eine junge Frau und ein Typ, der etwas älter ist als sie. Sie ist blond. Eigentlich ja wurscht, aber in diesem Fall vielleicht ein nicht ganz unwichtiger Fakt.
Sie unterhalten sich. Das heißt, nein: Sie kaut ihm ein Ohr ab. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die ganze Zeit umklammert sie ihn, den Kopf halb auf seiner Schulter.
Offenbar geht sie aufs Runge-Gymnasium, was irgendwie nicht fürs Runge-Gymnasium spricht. Sie erzählt ihrem Macker, dass ihre Lehrerin sie angesprochen habe. Sie habe voll Angst gehabt, was sie denn wollte. Aber da meinte sie, sie habe noch nie so eine gute Schülerin gehabt. Echt! Als die Lehrerin dann erfahren habe, dass sie ja schon verheiratet sei (so genau hab ich das nicht mitbekommen, vielleicht auch nur verlobt oder verliebt), habe sie dann zu ihr gemeint, dass sie ja nicht als Hausfrau enden solle, die nur die Kinder hüten würde. Das wolle die Lehrerin hat gar keinen Fall.
Doch sie habe der Lehrerin geantwortet, dass das nicht passieren würde. Wobei sie es ja auch gar nicht so schlimm fände, für ihren Mann zu sorgen. Außerdem würde er sie ja voll unterstützen, bei dem, was sie tut. Ja, echt! Hate sie der Lehrerin gesagt.
Das alles erzählt die junge Dame ihrem Macker, der die ganze Zeit stumm bleibt. Sie hat dagegen einen Tonfall wie eine 10-jährige, die mit ihrem Papa spricht.
Tja: “Bloß keine Hausfrau werden!”, sagte die zukünftige Hausfrau. So, wie die sich an ihren Ollen ranschmiss und ihn vollseierte, kann daraus keine große Karriere werden.

Hits: 23