RT im Kino

Trip To Asia

Selten so eine spannende und faszinierende Dokumentation gesehen! Regisseur Thomas Grube (der auch schon die tolle Doku “Rhythm Is It” ins Kino brachte) reiste mit dem Berliner Philharmonischen Orchester nach Asien. Sechs Auftritte hatten die Musiker mit ihrem Dirigenten Sir Simon Rattle auf dem Programm zu stehen. Die Kamera begleitet sie.
Der Zuschauer begibt sich auf eine doppelte Reise. Die Reise nach Asien bringt eindrucksvolle Bilder von einem Kontinent, der uns noch immer sehr fremd erscheint. Pulsierende Metropolen, große Gegensätze zwischen Traditionellem und Modernem.
Gleichzeitig aber auch eine Reise in das Innenleben eines so großen Orchesters. Alle 126 Musiker sind Meister ihres Fachs. Haben was drauf. Wie funktioniert es? Wie ist die Stimmung? Was sind das für Leute, die immer wieder ihr eigenes musikalisches Ego für die große Gruppe hintenanstellen müssen. Und wollen. Ein Orchester mit Traditionen, in dem Erneuerung und Anpassung ständige Begeleiter sind.
Der Film erlaubt unglaublich packende Eindrücke, der Zuschauer kann bei den Auftritten in Peking, Shanghai, Seoul, Hongkong, Taiwan und Tokio dabei und hinter die Kulissen blicken. Und miterleben, wie in einem sehr emotionalen Augenblick das Orchester von den Asiaten frenetisch gefeiert wird. Wir lernen einzelne Orchestermitglieder kennen. Erfahren, wie sie zur Musik kamen, wie sie sich im Orchester fühlen, welche körperlichen und psychischen Anstrengungen damit verbunden sind, für welche Hobbys oft keine Zeit bleibt und welche Perspektiven sie sehen.
Nicht zu vergessen: die Musik. Herrlich.
Thomas Grube hat mit dem “Trip To Asia” eine (108 Minuten lange – 90 hätten auch gereicht, was aber tatsächlich der einzige Kritikpunkt ist) sehr kurzweilige, unterhaltsame und nicht zuletzt lehrreiche Dokumentaion geschaffen. Unbedingt sehenswert. Nicht nur für Musikliebhaber.

9/10

Hits: 1746

Einen Kommentar schreiben: