Monatsarchiv für Januar 2008

RTZapper

Hessen hat gewählt

Montag, den 28. Januar 2008
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SO 27.01.2008, 23.45 Uhr, hr-Fernsehen

Das nennt man wohl entschleunigtes Fernsehen: Gut 90 Minuten sendete das hr-Fernsehen ab 23.45 Uhr zum Ende der Landtagswahlen ausschließlich Schrifttafeln mit den Ergebnissen aus den Wahlkreisen. Da war derjenige wohl ganz mies dran, dessen Ergebnisse erst kurz vor Schluss dran waren.
Apropos “kurz vor Schluss”. Am Ende konnte Roland Koch mit seiner CDU doch noch die Wahl gewinnen. Läppische 0,1 Prozent liegt er nun doch vor der SPD. Auch wenn trotzdem völlig offen ist, wie es in Hessen weiter geht: Selbst dieser Miniminiminiminiminiskieg ist dem Koch nicht zu gönnen. Wie schon bei der Bundestagswahl 2002 kam es ganz am Ende der Auszählung doch noch zum Wechsel. Ganz zum Schluss noch die entscheidenden Stimmen. Dramatischer hätte kein Drehbuch sein können.

RTelenovela

Neuigkeiten aus Dresden kommen in Dresden als Letztes an

Sonntag, den 27. Januar 2008
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Heute fand ich eine E-Mail von einer Bekannten aus Dresden in meinem elektronischen Briefkasten. Eine Massenmail zum Thema “Dresden gegen die NPD”.
An sich eine löbliche Sache. Gerade Sachsen kann Aktionen gegen die NPD verdammt gut gebrauchen.
In der Mail stand ein Link mit einem offenen Brief eines Hotelbetreibers, der zwei NPD-Politiker quasi aus seinem Hotel schmeißt. Die entsprechenden Zimmerreservierungen würden storniert.
Der Brief war vom November 2007 und sorgte seinerzeit für eine extrem hohe Aufmerksamkeit. Vollkommen zu recht. Dresdener, die für eine gute Sache einstehen.
Seltsamerweise scheint es in Dresden Studenten zu geben, die davon nichts mitbekommen haben wollen, die den Brief, die Aktion jetzt, im Januar 2008, als Neuigkeit verkaufen. Meine Bekannte meinte, in ihrem Studentenkreis sei die Aktion völlig neu gewesen.
Nun ja, früher, in der DDR, war Dresden das “Tal der Ahnungslosigkeit”. Einige Dinge scheinen sich nie zu ändern. Oder ist es nur ein nicht funktionierender “Dorffunk”?

RTZapper

Wahl 08: Hessen und Niedersachsen

Sonntag, den 27. Januar 2008
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SO 27.01.2008, 17.30 Uhr, Das Erste

Wie doch das Fernsehen die Politik bestimmt: Lange hat sich CDU-Wahlverlierer Roland Koch nicht den Fernsehkameras präsentiert. Gegen 19.25 Uhr zeigte das ZDF wartende CDU-Leute in der Wiesbadener Wahlkampfzentrale. Des Rätsels Lösung: Koch wartete auf das Ende der “Lindenstraße” in der ARD. Als die nämlich zu Ende war und das ARD-Wahlstudio wieder auf Sendung, kam auch Koch, um zu seinen Leuten zu sprechen.
Und er wirkte zerknirscht. Das kann er auch sein. Er hat die Wahl verloren. Nach seinem, sagen wir mal seltsamen Wahlkampf, hat ihm das Volk in Hessen, insbesondere die jungen Wähler, einen gewaltigen Tritt in den Hintern gegeben.
Lustig war dabei zu hören, dass das natürlich kein CDU-Politiker zugab. “Zunächst einmal…” war die ablenkende Einleitung, die immer zu hören war. Kritische Fragen in dieser Richtung wurden schlicht nicht beantwortet. Das sind die Momente, in den man sich wünscht, dass Reporter härter nachbohren.
Wie die Hessen-Wahl auch ausgeht: Es ist beruhigend zu wissen, dass die Stimmung in Deutschland eben doch nicht so ist, dass ein Roland Koch mit seinen Äußerungen weiterkommt.

RTZapper

Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!: Das große Finale

Sonntag, den 27. Januar 2008
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SA 26.01.2008, 21.30 Uhr, RTL

Unser Rossi ist Dschungelkönigin geworden! Damit endete eine durchaus denkwürdige dritte Staffel der RTL-Dschungelshow “Ich bin ein Star – Holt mich hier fraus!”. Denkwürdig deshalb, weil diesmal alles anders war.
Kaum Streit, dafür viel Harmonie. Die Redaktion, die für das Casting verantwortlich war, wird sich sicherlich in den Hintern gebissen haben. Schließlich steht das doch Camp für Streit, für Strunk, für Skandale. Und nicht für Liebe, Friede, Harmonie.
Niemand hätte es für möglich gehalten, dass Barbara “Baba” Herzsprung eine herzensgute, liebe Frau ist. Dass Julia Biedermann nicht eher selten zickig ist, dafür aber die eine oder andere Dschungelprüfung vergeigt? Dass Ex-Pornoqueen Gina Wild, Michaela Schaffrath, eine unglaublich sympathische Frau ist.
Die dritte Staffel der Show zeigte etwas ganz Neues: Die Promis konnten sich tatsächlich von einer guten seite zeigen. Die Zuschauer sahen die Kehrseite des Experimentes: Dass auch etwas Positives bei herauskommen kann, wenn man wildfremde Menschen 16 Tage lang zusammenfercht. Dass das nicht automatisch Krach bedeuten muss.
Ein Typ wie Ross Anthony, der in der zeit über sich selbst hinauswächst und damit einen Sympathiepunkt nach dem anderen sammelt. Ein Opa wie Bata Illic, der in aller Seelenruhe seine Prüfungen absolviert – sehr rührend. Promis, die geradezu darum betteln, noch eine Deschungelprüfung ablegen zu dürfen.
Es war diesmal alles anders. Nicht ganz so aufregend, aber dennoch nicht uninteressant.
Dazu noch, und das hat sich nicht geändert, sehr liebevoll von RTL in Szene gesetzt. Toll komponiert, immer die passenden Musiken und Schnitte. Zugespitzt, pointiert, witzig, aber auch mal traurig und rührend. Dazu die herrlichen Sprüche vom Dreamteam mit der Frau Bach und dem Herrn Zietlow.
Der einzige wirkliche Skandal, der Naziwirbel um DJ Tomekk war dabei noch nicht mal hausgemacht.
Am Ende wurde das sehr gut auf den Punkt gebracht. Zu den Schlussbildern sangen Madsen “Vielleicht ist das der Anfang, vielleicht ist das das Ende.”
Das Ende sollte es für die Promis jedenfalls nicht sein, denn keiner kann echten Schaden für das Image genommen haben. Und für die Show sollte es eigentlich auch nicht das Ende sein.

RTZapper

Sportschau live – Handball-EM 2008: Halbfinale

Samstag, den 26. Januar 2008
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SA 26.01.2008, 17.30 Uhr, Das Erste

Wieder einmal zeigte es sich, dass Handball sehr viel spannender als als der Fußball. Wieder machte es die deutsche Handball-Nationalmannschaft extrem spannend. Das EM-Halbfinale in Lillehammer steigerte sich zum Ende zu einem dramatischen Höhepunkt: Ein Sieben-Meter für Dänemark, bei Gleichstand, drei Sekunden vor Schluss.
Solche Szenen wird es im Fußball sehr selten geben, diese Torflut sowieso. Diesmal hat es für die Deutschen nicht gereicht. Das Aus im Halbfinale. Wir sind ein wenig erfolgsverwöhnt, deshalb werden wir uns sicherlich nicht so sehr darüber freuen können, dass wir es immerhin bis ins Halbfinale geschafft haben. Sowieso war eine Handball-EM-Euphorie kaum zu spüren – selbst in Norwegen nicht, wo die Ränge in der Halle leider nur halbvoll waren. Vielleicht sollte man EM und WM abwechselnd nur vierjährlich veranstalten, wie beim Fußball auch. So würde man sich vielleicht mehr auf so ein Event freuen, als wenn es im Jahresrhythmus stattfindet.
Wie auch immer: Glückwunsch an die Handballer!

RTZapper

3 nach 9: Bushido

Samstag, den 26. Januar 2008
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FR 25.01.2008, 22.00 Uhr, rb tv

Niedlich: Endlich nimmt sich mal eine Gesprächsrunde dem Rüpelrapper Bushido an. Um mal mit ihm über seine bösen, bösen Texte zu sprechen. Und um an zu fragen, ob er denn ds alles ernst meine. Und so.
Doch der Typ, der da gestern Abend in der Radio-Bremen-Talkshow “3 nach 9″ zu Gast war, machte einen geradezu normalen, ja, man will es fast gar nicht sagen, seriösen Eindruck. Erzählt, dass er in Berlin viel Gutes tue und er ja nur das in seinen Texten sage, was Alltag sei in den Städten in Deutschlands. Und nicht nur da.
Da waren alle beeindruckt und nahmen Busihio in ihr Herz auf. Na ja, dass er da diese Texte singt, die in dem gezeigten Ausschnitt sowieso niemand so genau verstanden hat, ist nicht schön. Aber eigentlich ist er doch eigentlich ein ganz Guter, oder? Dann hat Bushido ja alles richtig gemacht.

RTelenovela

Socken, Bullen und wahnsinnige Familien

Samstag, den 26. Januar 2008
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Es wird immer wieder geklagt: Auf der Grünen Woche in Berlin gibt es ja gar keine Umsonst-Häppchen mehr. Zunächst mal: “gar keine” stimmt so nicht. Aber direkt nach der Wende gab es mehr, das ist wahr. Aber wenn man sich für ein bestimmtes Produkt interessiert (oder Interesse heuchelt), dann bekommt man auch schon mal was kostenlos. Die Erfahrung habe ich mehrmals mit Flo machen dürfen. Oder, das funktioniert auch gut: mit den Eltern zur Grünen Woche fahren, die so ziemlich alles bezahlen, was man gern haben möchte.
Die spannensten Hallen sind, wie eigentlich immer, natürlich die große Brandenburghalle, in der Bäcker Plentz gerade auf einer Bühne ein Interview gab. 2008 ist er in den Messehallen mit einem Bullenbrot am Start. Ein Brot, in dem Schinkenschreiben drin sind. Als Zweites die “Fresshalle” der Bundesländer, diesmal allerdings ohne den Ruf aus Schleswig-Holstein: “Und wieder ein Hauptgewinn!!” Ich habe ihn vermisst! Danach noch der Streifzug durch Österreich, die Schweiz, Belgien, Australien, Großbritannien…
An dieser Stelle auch einen herzlichen Gruß an die (um 13 Uhr) beschwippsten Damen am Stehtisch des englischen Bierstands. Eine der Frauen telefonierte lautstark mit ihrem Ex, mit sie, wie sie uns danach erzählte, seit 14 Jahren auseinander ist. Offenbar kommt er sie demnächst besuchen, ist aber wohl nicht bereit, ihre “Bumsbude”, also ihr Schlafzimmer zu renovieren. Die Stimmung war perfekt, als ein junger Sachse an den Tisch kam, vor sich ein tablett mit fünf Bieren. Seine Kumpels würden noch kommen, was die Damen natürlich sofort anzweifelten.
Eine große Enttäuschung war dagegen die Blumenhalle. Der “Streifzug durch Asien” war leider extrem langweilig. Eine Blumenwand, ein Wasserfall, düsteres Licht und das war’s fast schon.

Ich habe ein Sockenproblem. Das Phänomen trat schon in Lissabon auf. Ich zog Socken an und hatte auf der rechten seite ein Loch am großen Zeh. Am nächsten und übernächsten Tag wieder. Und auch heute spürte ich nach der Hälfte der Zeit auf der Grünen Woche: das nächste Loch. In einem Strumpf, den ich heute das allererste Mal an hatte, aus einem Viererpack, das ich erst letzte Woche gekauft habe. Es muss an den Schuhen liegen, denn bei meinem anderen Paar passiert das nicht…

Zu guter Letzt gab es heute noch ein komödiantisches Highlight. Am LHG wurde Kleists Stück “Die Schroffensteins – eine Wahnsinnsfamilie” aufgeführt. Oftmals zum Schreien komisch, extrem kurzweilig – also richtig gut! Viele Leute wissen gar nicht, was für gute Sachen man auf Schulbühnen teilweise zu sehen bekommt – für einen sehr kleinen Preis.