Tagesarchiv für 31. Januar 2008

RT im Kino

Cloverfield

Donnerstag, den 31. Januar 2008

Ein geheimnisvolles Video. Es wurde an der Unglücksstelle in New York gefunden.
Mehr erfährt der Zuschauer nicht, als das Video dann gezeigt wird. Zunächst ein junges, glückliches Paar. Dann scheint jemand die Aufnahmen überspielt zu haben: Plötzlich ist eine Abschiedparty zu sehen. Rob (Mike Vogel) geht nach Japan. Doch die Party findet ein jähes Ende: Erst ein Erdbeben, Stromausfälle und dann die große Katastrophe in Manhattan. Das Ende droht.
“Cloverfield” besteht ausschließlich aus dem gefundenen Videomaterial. Regisseur Matt Reeves lässt die Zuschauer somit lange im Unklaren, was denn eigentlich genau passiert ist. Oder gerade passiert. Denn wir sehen die Situation nur aus der Sicht der jungen Leute von der Party. Aus ihrem Blickwinkel.
Sehr oft sind nur verwackelte, unscharfe Bilder zu sehen – was eigentlich eher nervig ist, passt an dieser Stelle recht gut. Man sieht das Grauen im Kleinen, ungeschnittenes Videomaterial. Die Katastrophe scheinbar ungeschminkt.
Ein wenig schade ist dann eventuell, wenn man weiß, worum es sich bei der New Yorker Katastrophe handelt. Hier hätte ich mir durchaus eine “denkbarere” Geschichte gewünscht, in einer Zeit, in der immer wieder die Terrorgefahr hinaufbeschworen wird. Tatsächlich erinnern auch einzelne Szenen an die, die vom 11. September 2001 bekannt sind.
“Cloverfield” ist nur am Anfang (die Party) ein kleines bisschen langatmig, dann aber über weite Strecken sehr spannend. Die Idee der Videodoku ist seit dem “Blair Witch Project” nichts Neues, hier jedoch wurde ein wirklicher Schocker mit diversen drastischen Elementen draus.

8/10

RT im Kino

Asterix bei den Olympischen Spielen

Donnerstag, den 31. Januar 2008

Asterix ist Kult- immer noch, auch wenn der zuletzt ins Kino gekommene Zeichentrickfilm nicht mehr an alte Erfolge anschließen konnte. Nun kommt die nach 1999 und 2002 dritte Realverfilmung “Asterix bei den Olympischen Spielen”. Und es ist die immer wieder gestellte Frage: Warum muss man eigentlich Comics real verfilmen? Das kann doch eigentlich nur in die Hose gehen, weil Comics nun mal Comics sind und mit richtigen Darstellern nie so originell und witzig sein können.
Genau das ist leider auch hier der Fall. Insbesondere die Gallier bleiben in dem Film von Frédéric Forestier und Thomas Langmann ziemlich blass. Auch und gerade Asterix, gespielt von Clovis Cornillac, wirkt seltsam bieder und langweilig.
Die Geschichte ist kurz erzählt: Asterix und Obelix (Gerard Depardieu) reisen nach Griechenland zu den Olympischen Spielen. Der Gallier Romantix (Stéphane Rousseau) will dort nicht nur gewinnen, sondern auch das Herz der griechischen Prinzessin Irina (Vanessa Hessler) erobern. Doch die Römer, allein voran der Römer Brutus (Benoît Poelvoorde), Sohn des Caesars (Alain Delon), wissen das zu verhindern.
Die Römer kommen in dem Film noch am besten weg. Hier steckt ziemlich viel Komik drin. Michael Bully Herbig ist hier auch als Redkeinstus vertreten, der von Brutus die Zunge abgeschnitten bekommen hat. In kleinen Nebenrollen sind außerdem einige Stars wie Michael Schumacher vertreten.
Dennoch: Das Comichafte wirkt einfach in einer Realverfilmung nicht so, wie im Comic selbst. Da können die Special Effects noch so gut sein. So ist “Asterix bei den Olympischen Spielen” leider nicht sehr reich an Lachern, nur einige wenige Schmunzler gibt es. Aber das ist zu wenig.

5/10

RT im Kino

Der Nebel

Donnerstag, den 31. Januar 2008

Der Originaltitel des Films nach einem Stephen-King-Stoff ist “The mist”. Guter Titel eigentlich.
Dabei beginnt alles sehr gespenstisch, mystisch. Aus der Ferne senkt sich plötzlich ein Nebel über eine Kleinstadt. Harmlos? Nein, ganz im Gegenteil. Irgendwas ist da im Nebel. Irgendwas, das die Menschen Fleischwunden verpasst. Eine Gruppe von Menschen ist in einem Supermarkt gefangen, als die nächste Attacke kommt.
Angesichts des Trailers war die Erwartung bei “Der Nebel” recht hoch. Anfangs kann Frank Darabont, der immerhin für den faszinierenden Film “The Green Mile” vernatwortlich war, auch echte Spannung erzeugen. Doch dann fällt alles in sich zusammen.
Ein Monster. Da ist ein Monster im Nebel. Wie einfallsreich. Alles wäre spannender gewesen. Irgendein tödliches Gas oder die später auch auftauchenden Megainsekten. Aber ein Monster? Wie ätzend.
Dazu müssen sich die Schauspieler mit Dialogen abplagen, die eigentlich nur ein Sechstklässler geschrieben haben kann. “Der Nebel” ist streckenweise ein unfassbar dummer Film. Die Protagonisten erörtern Fragen und Themen, bei denen sich der Zuschauer schon die Frage nach der Granze der zeigbaren Debilität stellt.
Zwischendurch kann der Film mit durchaus beeindrucken Szenen überzeugen. Doch das sind leider nur wenige Minuten andauernde Phasen. Ansonsten pendelt er zwischen purer Lächerlichkeit und – noch schlimmer – Langeweile mit unglaublichenh langen Dialogen. Es gelingt nicht, Stimmungen zu erzeugen. Die Szenen wirken oft hölzern und uninspiriert. Es werden im Publikum Lachstürme erzeugt, die da sicherlich nicht unbedingt gewünscht waren. Nur gegen Ende tauchen plötzlich (selbst)ironische Momente auf, die bei den überwiegend frustrierten Zuschauern Applaus auslösen.
Schade, “Der Nebel” hatte an sich ein großes Gruselpotenzial. Es wurde so gut wie nicht genutzt.

2/10