Tagesarchiv für 27. Januar 2008

RTelenovela

Neuigkeiten aus Dresden kommen in Dresden als Letztes an

Sonntag, den 27. Januar 2008
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Heute fand ich eine E-Mail von einer Bekannten aus Dresden in meinem elektronischen Briefkasten. Eine Massenmail zum Thema “Dresden gegen die NPD”.
An sich eine löbliche Sache. Gerade Sachsen kann Aktionen gegen die NPD verdammt gut gebrauchen.
In der Mail stand ein Link mit einem offenen Brief eines Hotelbetreibers, der zwei NPD-Politiker quasi aus seinem Hotel schmeißt. Die entsprechenden Zimmerreservierungen würden storniert.
Der Brief war vom November 2007 und sorgte seinerzeit für eine extrem hohe Aufmerksamkeit. Vollkommen zu recht. Dresdener, die für eine gute Sache einstehen.
Seltsamerweise scheint es in Dresden Studenten zu geben, die davon nichts mitbekommen haben wollen, die den Brief, die Aktion jetzt, im Januar 2008, als Neuigkeit verkaufen. Meine Bekannte meinte, in ihrem Studentenkreis sei die Aktion völlig neu gewesen.
Nun ja, früher, in der DDR, war Dresden das “Tal der Ahnungslosigkeit”. Einige Dinge scheinen sich nie zu ändern. Oder ist es nur ein nicht funktionierender “Dorffunk”?

RTZapper

Wahl 08: Hessen und Niedersachsen

Sonntag, den 27. Januar 2008
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SO 27.01.2008, 17.30 Uhr, Das Erste

Wie doch das Fernsehen die Politik bestimmt: Lange hat sich CDU-Wahlverlierer Roland Koch nicht den Fernsehkameras präsentiert. Gegen 19.25 Uhr zeigte das ZDF wartende CDU-Leute in der Wiesbadener Wahlkampfzentrale. Des Rätsels Lösung: Koch wartete auf das Ende der “Lindenstraße” in der ARD. Als die nämlich zu Ende war und das ARD-Wahlstudio wieder auf Sendung, kam auch Koch, um zu seinen Leuten zu sprechen.
Und er wirkte zerknirscht. Das kann er auch sein. Er hat die Wahl verloren. Nach seinem, sagen wir mal seltsamen Wahlkampf, hat ihm das Volk in Hessen, insbesondere die jungen Wähler, einen gewaltigen Tritt in den Hintern gegeben.
Lustig war dabei zu hören, dass das natürlich kein CDU-Politiker zugab. “Zunächst einmal…” war die ablenkende Einleitung, die immer zu hören war. Kritische Fragen in dieser Richtung wurden schlicht nicht beantwortet. Das sind die Momente, in den man sich wünscht, dass Reporter härter nachbohren.
Wie die Hessen-Wahl auch ausgeht: Es ist beruhigend zu wissen, dass die Stimmung in Deutschland eben doch nicht so ist, dass ein Roland Koch mit seinen Äußerungen weiterkommt.

RTZapper

Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!: Das große Finale

Sonntag, den 27. Januar 2008
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SA 26.01.2008, 21.30 Uhr, RTL

Unser Rossi ist Dschungelkönigin geworden! Damit endete eine durchaus denkwürdige dritte Staffel der RTL-Dschungelshow “Ich bin ein Star – Holt mich hier fraus!”. Denkwürdig deshalb, weil diesmal alles anders war.
Kaum Streit, dafür viel Harmonie. Die Redaktion, die für das Casting verantwortlich war, wird sich sicherlich in den Hintern gebissen haben. Schließlich steht das doch Camp für Streit, für Strunk, für Skandale. Und nicht für Liebe, Friede, Harmonie.
Niemand hätte es für möglich gehalten, dass Barbara “Baba” Herzsprung eine herzensgute, liebe Frau ist. Dass Julia Biedermann nicht eher selten zickig ist, dafür aber die eine oder andere Dschungelprüfung vergeigt? Dass Ex-Pornoqueen Gina Wild, Michaela Schaffrath, eine unglaublich sympathische Frau ist.
Die dritte Staffel der Show zeigte etwas ganz Neues: Die Promis konnten sich tatsächlich von einer guten seite zeigen. Die Zuschauer sahen die Kehrseite des Experimentes: Dass auch etwas Positives bei herauskommen kann, wenn man wildfremde Menschen 16 Tage lang zusammenfercht. Dass das nicht automatisch Krach bedeuten muss.
Ein Typ wie Ross Anthony, der in der zeit über sich selbst hinauswächst und damit einen Sympathiepunkt nach dem anderen sammelt. Ein Opa wie Bata Illic, der in aller Seelenruhe seine Prüfungen absolviert – sehr rührend. Promis, die geradezu darum betteln, noch eine Deschungelprüfung ablegen zu dürfen.
Es war diesmal alles anders. Nicht ganz so aufregend, aber dennoch nicht uninteressant.
Dazu noch, und das hat sich nicht geändert, sehr liebevoll von RTL in Szene gesetzt. Toll komponiert, immer die passenden Musiken und Schnitte. Zugespitzt, pointiert, witzig, aber auch mal traurig und rührend. Dazu die herrlichen Sprüche vom Dreamteam mit der Frau Bach und dem Herrn Zietlow.
Der einzige wirkliche Skandal, der Naziwirbel um DJ Tomekk war dabei noch nicht mal hausgemacht.
Am Ende wurde das sehr gut auf den Punkt gebracht. Zu den Schlussbildern sangen Madsen “Vielleicht ist das der Anfang, vielleicht ist das das Ende.”
Das Ende sollte es für die Promis jedenfalls nicht sein, denn keiner kann echten Schaden für das Image genommen haben. Und für die Show sollte es eigentlich auch nicht das Ende sein.