Tagesarchiv für 14. Januar 2008

RTZapper

Golden Globes 2008

Montag, den 14. Januar 2008
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SO 13.01.2008, 3.00 Uhr (Mo.), CNN

Ursprünglich wollte ProSieben die Verleihung der Golden Globes übertragen. Wie jedes jahr. Nur das dieses Jahr ebennicht wie all die anderen Jahre war. Die Drehbuchautoren in Hollywood sind in einen Streik getreten. Als die Globes-Nominierten ankündigten, aus Solidarität mit den Schreibern nicht zur Show kommen zu wollen, wurde das ganze abgesagt.
Stattdessen gab es in der vergangenen Nacht nur eine 30-minütige Pressekonferenz, bei der die Preise – nein, nicht vergeben, sondern nur angesagt wurden. War ja keiner da, der sie hätte annehmen können.
Eine Pressekonferenz war ProSieben dann wohl doch zu poplig. Der Sender verzichtete auf eine Übertragung. Auch niemand anderes übernahm. Hollywoodsender Das Vierte musste dringend Titten zeigen und konnte nicht einspringen. Auf N 24 und n-tv mussten noch viel dringender Wiederholungen gezeigt werden. In Deutschland war das Ganze somit nicht zu sehen. Nur auf dem US-Nachrichtensender CNN.
Dabei war die Golden-Globe-Verleihung traditionell immer eher öde, wie eine überlange Pressekonferenz. Zumal viele der TV-Produktionen hier sowieso kaum bekannt sind. Die 30-Minuten-Version war mal eine echte Wohltat. Kein Pomp, kein überflüssiges Gerede. Stattdessen: Nennung der Nominierten, Nennung des Gewinners und ab damit. Da war nichts langweilig, das ging fix und war bald wieder zu Ende und man konnte endlich schlafen gehen. Aus 180 wurden 30 Minuten. Siehe: Man kann sich auch mal kurz fassen und tut müden Zuschaunern damit einen Gefallen.

RTZapper

Galileo: Rindsroulade XXL

Montag, den 14. Januar 2008
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SO 13.01.2008, 19.10 Uhr, ProSieben

“Für was ist Liebenwalde in Brandenburg bekannt? Für gar nix.” Na, na, na, Mr. XXL von ProSieben! Da lehnt sich der stämmige Jumbo Schreiner aber ganz schön aus dem Fenster. Gerade war ein Team des rbb in dem Städtchen zu Gast, um zu zeigen, was alles in Liebenwalde los ist. Hat der ProSieben-Mann sicher verpasst.
Der war eigentlich auch nur in Liebenwalde, um für die ProSieben-Sendung “Galileo” in der Gaststätte “Lari fari” die Rindsroulade XXL” zu testen. Vorher war er bereits in Isen (Bayern) und Leipzig. Jetzt also Liebenwalde.
Und der XXL-Mann ist sichtlich beeindruckt. Chefkoch Matthias präsentiert ihm eine Rinderkugel. (“Wo kommt die her?” – “Vom Arsch.”) Das Megastück Fleisch wird pariert (“von Gedönse befreien”) und bekommt einen 2-Zentimeter-Schmetterlingsschnitt verpasst. Dann muss Jumbo klopfen. “Zu zaghaft”, findet der Liebenwalder Chefkoch. Klar, ein XXL-Mann muss schließlich auch XXL-Kräfte haben.
Als das Fleischstück fertiggekloft ist, meint Jumbo: “Das wird doch nur durch die Hoffnung zusammengehalten!”
Eine geheime Gewürzmischung, ein großer Klecks Senf, Rindfleisch, Speck, Zwiebeln, Gurken – und rein in den Fleischwolf (“Das Rouladenmassaker.”). Dann noch gewickelt und für lumpige drei Stunden bei 180 Grad in den Ofen.
Die Megaroulade ist am Ende 31 Zentimter lang und hat einen Durchmesser von 10 Zentimeter. Sie wiegt unglaubliche 1837 Gramm. 17 Gäste hätten das Ding schon bestellt, keiner hat es geschafft aufzuessen. Auch der Jumbo-Mann nicht. Nach etwas mehr als die Hälfte gibt er auf.
Die Wertung: für die Größe fünf von fünf Punkten. Für den Preis (19,90 Euro) nur drei von fünf. Für den Geschmack vier von fünf. “Groß, saftig, lecker”, so Jumbo Schreiner. Mit zwölf Punkten landeten die Liebenwalder auf dem zweiten Platz. Der Sieg ging nach Isen.
Gut und schön. Aber mal ehrlich: Muss XXL auch immer gleich gut sein? So richtig lecker war das Ding… – also ich weiß ja nicht. Eigentlich ist es einfach nur – viel. Verdammt viel.

RTelenovela

Fluppen, Bundis und Straßenfeger

Montag, den 14. Januar 2008
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Berlin erlebte den letzten Tag der Weihnachtsferien. Die übrigens noch nie so lang waren, wie in diesem Jahr.

In den Potsdamer Platz Arcaden haben alle Läden geschlossen, wie fast immer am Sonntag. Nur die Gastronomie in der oberen Etage lädt zum Schmaus. Dennoch ist es sehr erstaunlich, wie voll das Ding an einem Sonntagnachmittag ist. Man könnte meinen, es handelt sich um einen normalen Wochentag.

Apropos Gastronomie: Seit Anfang des Jahres darf nicht mehr in geschlossenen Räumen geraucht werden. Fluppe aus! Herrlich! Mir war es ja noch nie klar, warum im Einkaufszentrum nicht geraucht werden durfte – und ausgerechnet dort, wo es Essen gab, konnte gequarzt werden. Vollkommen unlogisch und ekelhaft. Aber das ist nun vorbei, die Luft ist super. Auch im Kino nebenan, herrliche Luft. Bis auf die Leute, die ein wenig schweißig riechen. Da hat der Zigarettenduft wahrscheinlich in der Vergangenheit einiges übertüncht.

Vor dem Kino stand eine ältere Frau mit der Obdachlosenzeitschrift “Strassenfeger”. Okay, es ist für eine gute Sache und vielleicht ist es nicht politisch korrekt, aber: Ich kaufe die Zeitung nicht. Ich finde sie langweilig und schlecht gemacht. Und viele der Verkäufer sind unsympathisch. Alle zwei Wochen kommt ein Typ in unser Büro und hält es für selbstverständlich, dass wir ihm das Heft mehrfach abkaufen. Vor dem Kino stand heute eine Frau, die sich erst mit dem (nicht sehr unmodernen) Handy ktaftvoll in einer anderen Sprache unterhielt. Minuten später stand sie mit der Zeitung am Eingang und bettelte. Gar nicht mehr kraftvoll. Nein, ich kann das nicht leiden.

Auch für die Bundis endete das Wochenende. Als der Regionalexpress nach Stralsund in den Berliner Hauptbahnhof einfuhr, wurde er von mehreren Dutzend jungen Männern okkupiert, die ihren Wehrdienst ausführen dürfen/müssen/wollen. Vermutlich in Neubrandenburg. Somit drehten sich alle Gespräche im Zug nur noch um nervige Uffze (Unteroffiziere), um den Wehrdienstsold und doofe Kameraden. Beim Ausstieg in Oranienburg war ich kurz davor zu rufen: “Stillgestanden!!” Ich habe es sein lassen.

RT im Kino

I Am Legend

Montag, den 14. Januar 2008

Der medizinische Durchbruch! Es wurde ein Mittel gefunden, das den Krebs besiegen soll.
Drei Jahre später. New York ist zu einem Biotop geworden. Alle Menschen wurden von einem Virus dahingerafft. Und wer gesund blieb, wurde von Menschenmutationen aufgefressen.
Nur einer blieb: Robert Neville (Will Smith) mit seinem Hund Sam. Neville ist immun. Ganz allein stromern sie durch die Stadt, die sich die Natur zurückgeholt hat. Immer mit der Hoffnung im Hintergrund, dass es vielleicht doch noch andere Menschen in der Stadt gibt. Und dass der Forscher ein Gegenmittel gegen die Krankheit findet.
“I Am Legend” sorgt an mehreren Stellen für Gänsehaut. Die Szenen, bei denen wir das ausgestorbene New York sehen, die schlafende Großstadt, überkommt einem das Schaudern.
Glücklicherweise hat der Film von Francis Lawrence noch mehr zu bieten: Extrem spannende Augenblicke, gruselige, sowie die, die einfach nur unter die Haut gehen. Wenn Neville einmal mehr bewusst wird: Außer mir ist hier niemand. Ein schockierender Gedanke. Dem Zuschauer wird erst nach und nach erzählt, was eigentlich genau passiert ist. Lawrence lässt ihn bis dahin im Unklaren, gibt ihm Gelegenheit, sich zunächst die Auswirkungen anzusehen.
Nachdenklichkeit und Action – zwei Dinge, die in “I Am Legend” ganz gut funktionieren.

8/10