Tagesarchiv für 27. Dezember 2007

RTZapper

Das Traumschiff: San Francisco

Donnerstag, den 27. Dezember 2007
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MI 26.12.2007, 20.15 Uhr, ZDF

Was für eine schöne, heile, einfache “Traumschiff”-Welt: Ein Kreuzfahrtdampfer schippert durch die Meere. Und überall, wo die Urlauber hinkommen, wird freundlicherweise Deutsch gesprochen. Wenn Kapitän Paulsen mit einem Leihmotorrad ohne Papiere über die Straßen von San Francisco düst, halten ihn ganz freundliche Cops an. Klar, sie sprechen ein perfektes Deutsch und bitten ihn ganz nett, doch mit aufs Revier zu kommen. Alle lächeln, sind total gut drauf. Schon die Frau vom Motorradverleih hatte ein perfektes Deutsch drauf. Und die Polizisten checken das Ganze und lassen Paulsen gehen. Mit vielen guten Wünschen.
Nein, das ZDF will seine Zuschauer nicht überfordern. Englischsprechende Menschen in einem englischsprachigen Land wären zu viel des Guten. Untertitel erst recht. Realität im Fernsehen hat eben auch seine Grenzen.

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RT im Kino

Der Fuchs und das Mädchen

Donnerstag, den 27. Dezember 2007

Aufheulen, Gestöhne und “Ohhh!”-Rufe im Kinopublikum im Minutentakt. Wie süüüß! Wie nieeedlich! Zuckersüß!
Oder auch: triiief!
Ein kleines Mädchen (Bertille Noël-Bruneau), das offenbar im Nirgendwo wohnt und keine Freunde hat, stromert jeden Tag durch Wald und Flur. Eines Tages begegnet sie einem jungen Fuchs und beginnt, ihn zu verfolgen. Und tatsächlich: Tier und Mädchen freunden sich an. Doch sie will mehr: das Tier lieb haben. Es mit nach Hause nehmen.
“Der Fuchs und das Mädchen” ist keine Dokumentation. Dafür ist die Geschichte rund um das Mädchen zu aberwitzig, wirken einige Szenen schon sehr arg konstruiert und entsprechend geschnitten, so dass es passt.
Regisseur Lic Jaquet (“Die Reise der Pinguine”) präsentiert diesmal einen hoffnungslos überzuckerten Streifen. Stimmungen und Musik triefen dermaßen vor Schleim, dass es vor der Kinoleinwand eigentlich kleben müsste. Noch dazu ist die Hauptfigur des Films, das kleine Mädchen, kein wirklicher Sympathieträger. Ihre Naivität ist nur schwer erträglich, ebenso wie der dazugestellte Kommentar – eine Frau (Stimme: Esther Schweins), die sich an die damalige Zeit erinnert. Erst ganz am Schluss kommt noch die Botschaft, die uns der Film mitgeben will. Die ist eigentlich sogar ziemlich wichtig, liegt aber leider unter einem riesigen Berg Zucker verbuddelt.
Als TV-Special (bitte nicht länger als 45 Minuten!) im Kinderprogramm wäre der Film annehmbar. Alles andere ist Verschwendung. Und das trotz der zugegebermaßen tollen Bilder über die Füchsin und ihren Nachwuchs. Aber das kann man sich ja auch in einem richtigen Tierfilm ansehen.

3/10

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