Tagesarchiv für 25. Dezember 2007

RTelenovela

Die StudiVZ-Hysterie

Dienstag, den 25. Dezember 2007
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Die Mitglieder im Studentenverzeichnis, StudiVZ, im Internet sind in Aufruhr. Nachdem die AGB geändert wurde, die u.a. besagt, dass es in Zukunft personalisierte Werbung geben könnte, reagieren die StudiVZ-Mitglieder verschnupft.
Nachnamen werden gekürzt, entfernt oder geändert. Fotos von der Seite genommen. Oder sie verlassen das StudiVZ ganz. Auch mein StudiVZ-Freundeskreis ist ein wenig geschrumpft. Und ich habe jetzt Freunde, die sich beispielsweise “Generalfeldmarschall Frank Reich” nennen.
Wie witzig.
Aber mal ganz ehrlich: So ganz kann ich die Hysterie nicht nachvollziehen, ja, ich finde sie sogar ein bisschen albern. Werbung ist immer irgendwie störend. Aber dafür ist das Portal weiterhin kostenlos. Und wer mal etwas bei Amazon eingekauft oder bei Ebay versteigert hat, wird personalisierte Werbung sowieso schon kennen.
Okay: Wer mich “ausspionieren” will, muss ich sowieso nur diese Seite ansehen, die ja reiner Seelenstriptease ist. Klar. Aber wer hat denn gesagt, dass man auf eine Seite wie StudiVZ seine Telefonnummer, den Messengernamen oder gar die Adresse angeben muss? Niemand. Und: Es heißt immer wieder, dass Chefs vor Bewerbungsgesprächen ins StudiVZ sehen, um zu überprüfen, in welchen Gruppen sich der junge Mann oder die junge Frau befindet. Man sollte sich eigentlich IMMER klar machen, dass alles, was man öffentlich im Internet macht, auch öffentlich zu sehen ist. Was bitte ist daran neu? Und wir hinterlassen im Netz immer und überall unsere Spuren. Oder woher kommen sonst die Spammails?
Aus dem beschaulichen StudiVZ ist nach dem Verkauf an einen großen Medienkonzern ein großes Ding geworden. Die jetzigen Reaktionen finde ich dennoch etwas seltsam.

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RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2007

Dienstag, den 25. Dezember 2007
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2007 wird mit einem der denkwürdigsten Heiligabende in die Chronik eingehen.

Zum inzwischen zehnten Mal stand die Christmette in der Schmachtenhagener Kirche auf dem Programm. Schon im vergangenen Jahr verzichtete Marcel. Und irgendwie war es 2006 auch nicht so optimal. Und dieses Mal: Okay, seien wir ehrlich: Es war ganz ganz schön kacke.
Eigentlich ist das Gesangsprogrammj bei der Christmette immer sehr traditionell. Aber diesmal dachten sich die Kirchenleute: Machen wir mal was anderes, nehmen wir mal zwei neue Lieder ins Programm. Dummerweise kannte die aber niemand. Und dudmmerweise schaffte es die Orgelspielerin auch nicht, die Melodie so prägnant zu spielen, dass sie auch nur ansatzweise einprägsam gewesen wäre. Der Männerchor, der ganz vorn saß, kannte auch nur seine eigenen Lieder. Dabei hätte er da gut und gerne unterstützend eingreifen können. So blieb es bei “Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit…” sehr ruhig im Kirchenschiff.
Bei “Es ist ein Ros entsprungen” war das Orgelvorspiel dermaßen lang, dass sich Jedermann fragte, was denn das jetzt für ein Lied sei. Und fast hätten wir dann auch noch unseren Einsatz verpasst. “Vom Himmel hoch da komm ich her” und “O du fröhliche” – schöne Lieder. Aber leider hatte die Orgelspielerin wohl noch was vor. Sie ließ jede Festlichkeit sausen und spielte die Dinger im Schnelldurchlauf runter. Setzen, 6!
Der Pfarrer konnte wenig dafür. Der eigentliche Pfarrer war krank, so dass eine Vertretung einspringen musste. Die Predigt war sehr gut, aber sehr lang. Und wirklich vorbereitet hatte sich der gute Mann auch nicht: Er dankte den Männern vom Chor und der Orgelspielerin. Wie die jeweils heißen, wusste er offenbar nicht.
Zu guter Letzt wurde am Ende des Gottesdienstes auch noch vergessen, die Glocken zu läuten.
Ein sehr ärgerlicher, sehr verunglückter Gottesdienst. Liebe Schmachtenhagener, reißt euch doch bitte mal zusammen!

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aRTikel

An den Stiefeln erkannt

Dienstag, den 25. Dezember 2007
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Wenn der Weihnachtsmann auffliegt

MAZ Oranienburg, 24.12.2007

ORANIENBURG
Ja, ich hatte durchaus Respekt vor dem Alten. Immer wenn der Weihnachtsmann kam, wurde ich ziemlich still. Mit dem großen Sack kam er ins Wohnzimmer gestapft und fragte nach einem Gedicht. Und dann ging es los: „Lieber guter Weihnachtsmann…“
Doch dann war plötzlich alles ein bisschen anders. Oder besser gesagt: Der Weihnachtsmann hatte im Jahr darauf eine ganz andere Stimme und auch eine Maske auf dem Gesicht. Sehr seltsam. Was mir damals natürlich noch nicht klar war: Unser „Stammweihnachtsmann“ war unser Nachbar, seine Aushilfe im Jahr danach mein Vater. Das habe ich jedoch erst sehr viel später geschnallt. Da war ich mir dann auch schon sicher: Es gibt gar keinen Weihnachtsmann.
Aber irgendwie war das dann auch nicht mehr so dramatisch. Aber eben auch ein schönes Ritual.
Christin Schilling aus Sachsenhausen sieht das ähnlich. Die heute 20-Jährige hatte irgendwann die Stiefel ihres Onkels an den Füßen des Weihnachtsmannes erkannt. „Da war ich in der zweiten oder dritten Klasse“, erzählt sie. Und mit einem Lachen: „Ich war noch recht lange naiv.“ Sie fragte ihre Mutter, und sie sagte ihr dann die Wahrheit. „Ich glaube, die Sache mit dem Weihnachtsmann ist sowieso nur ein Nebeneffekt. Es geht einfach um die Freude, dass jemand kommt und die Geschenke bringt. Von wem sie konkret sind, ist den Kindern doch eigentlich egal“, vermutet sie.
Der Vater oder der Bruder hatten sich bei Thomas Stange (29) als Weihnachtsmann verkleidet. „Sie hatten immer eine Maske auf“, erzählt der Oranienburger. „Wir haben das auch noch durchgezogen, als mir schon lange klar war, wer dahinter steckt.“
Echt oder nicht: Wenn plötzlich der Weihnachtsmann vor dem Kind steht, ist das für alle Beteiligten immer ein aufregender Moment, an den sich alle immer erinnern werden.

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