Tagesarchiv für 4. Dezember 2007

RTZapper

37°: Gefangen im Netz

Dienstag, den 4. Dezember 2007
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DI 04.12.2007, 22.15 Uhr, ZDF

Es ist der pure Wahnsinn, wie sich in den vergangenen zehn Jahren die Kommunikation verändert hat. Als ich noch zur Schule ging, also bis vor 9 Jahren, waren uns Messenger im Internet völlig unbekannt. Hausaufgaben im Chat erledigen? Plaudern, tratschen im Internet? Ging nicht. Kannten wir nicht.
Erzählt man das den Kids von heute – die können sich das sicherlich gar nicht mehr vorstellen.
Heute ist das alles ghanz anders. Alle Freunde sind im Messenger, man sieht immer, wann sie “on” sind. Kann sie ständig ansprechen.
Vorteil oder Nachteil? Die “37°”-Reportage im ZDF zeigte heute einige Beispiele, wie sich Jugendliche offenbar nmur noch per PC miteinander unterhalten. Da werden Probleme im Chat gewälzt.
Das ist schon in Ordnung, so lange das Auge-in-Auge-Gespräch nicht völlig vergessen wird. Schlimm wird es, wenn man sich nur noch hinter den PC sitzt, um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Was sehr traurig wäre…

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aRTikel

Über Biografisches und Tiere

Dienstag, den 4. Dezember 2007
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Kultur: Kabarettist und Autor Herbert Feuerstein war zu Gast in der „Tiefsten Provinz“ in Kremmen

Die Veranstaltung mit dem Fernsehstar war schon monatelang ausverkauft.

MAZ Oranienburg, 4.12.2007

KREMMEN
„Ich quäle Sie jetzt mit dem Vorwort zum allerersten Buch.“ Die Besucher der Kremmener Theaterscheune fühlten sich am Sonntagabend sicherlich nicht gequält. Herbert Feuerstein (70), Kabarettist, Entertainer und Autor, las aus seinen Reisebüchern und zeigte Ausschnitte aus TV-Sendungen. Die „Tiefste Provinz“ war bis auf den letzten Platz ausverkauft – und das seit Monaten.
Die Veranstaltung begann mit der Vorführung eines alten Schwarz-Weiß-Filmes: Feuerstein als Orgelspieler. Der Streifen ist 36 Jahre alt. „Kann man den zeigen?“, fragt er. „Aber wo sollte man das sonst ausprobieren? In der Provinz! In der tiefsten Provinz!“ Bei seinem nächsten Auftritt bei den Berliner Wühlmäusen wolle er den Film auch zeigen und sagen: „Kremmen hat’s gefallen!“
„Über Biografisches und Tiere“ wolle er berichten, verkündete Feuerstein am Anfang: „Von Küchenschaben und meiner Einstellung zum Sport.“ Dann folgte das Vorwort. Aber als er damit durch war, stutzte er: „Ich glaube, ich habe Ihnen etwas Falsches vorgelesen.“ Vor seinem Auftritt habe er mit Theaterchef Andreas Dalibor Pute gegessen, was seine Sinne völlig benebelt habe. Dennoch hatten die Provinz-Besucher sehr viel Spaß. Zwei Stunden berichtete Herbert Feuerstein von seinen Reisen, von Ekeltieren , der Liebe zur Musik, von Essgewohneiten, sportlichen Höchstleistungen und seinen Erlebnissen mit Harald Schmidt, mit dem er Anfang der 90er-Jahre „Schmidteinander“ produzierte. Und er machte viel mit: Wild-Wasser-Fahrten, Mückenangriffe, Akne-Lieder. Das Publikum amüsierte sich köstlich, entließ ihn nicht ohne eine Zugabe.

In der „Tiefsten Provinz“ in Kremmen sprach Herbert Feuerstein über …
… die Erwartungen der Kremmener an die Veranstaltung: „Meine Frau meinte: Tiefste Provinz? Da musst du über Sex lesen. Die brauchen das.“
… das Publikum und die Bühne in der Theaterscheune: „Sie scheinen in voller Erwartung zu sein, dass ich Ihnen in den Schoß falle.“
… das Fernsehen: „Es gibt wenige Sender, die mehr als eine Sache mit mir machen.“
… über TV-Produktionen: „Du produzierst erst kübelweise Sch…, und bekommst dann einen Haufen Kohle dafür.“
… über Marathonläufer: „Das sind Menschen wie du, aber nicht wie ich.“
… über Harald Schmidt: „Mich ärgert, dass ich ihn mehr gebraucht habe als er mich.“
… über seine Mutter: „Nach ihrem Willen sollte ich Führer werden. Da hat die Menschheit aber Glück gehabt.“
… seine Herkunft: „Ich bin in Salzburg aufgewachsen, da hatte ich automatisch mit Musik zu tun. Wäre ich in Parma geboren worden, wäre ich jetzt Schinkenhändler.“
… seine Essgewohnheiten: „Ich esse alles, was nicht vom Teller fliegt.“
… seine Tierliebe: „Ich bremse auch für Bandwürmer.“
… über das Pay-TV im Hotel: „Einmal gab es einen Kabelsalat. Anstatt der Pornos waren ARD und ZDF verschlüsselt. Ich habe mich natürlich für die Tagesthemen für 21,50 D-Mark entschieden.“

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (26): Dauer- und Selbstgespräche

Dienstag, den 4. Dezember 2007
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Sie fühlte sich ein wenig gestört. Die junge Frau, die im Regionalexpress von Oranienburg nach Berlin ein Handy-Dauergespräch mit ihrer Freundin fühlte. Diese blöde Ansage aus dem Lautsprecher, ganz schön laut!
Ja, genau. Ganz schön laut! Dass sie vielleicht auch selbst eine Lautsprecherin war, ist ihr natürlich nicht aufgefallen. Aber so hatte wenigstens der halbe Waggon etwas davon: Ihre doofe Lehrerin (vermutlich besuicht sie das Georg-Mendheim-OSZ) wollte sie nicht fünf Minuten früher aus dem Unterricht lassen. Dabei musste sie doch zum Bus, um den Zug zu erreichen! Schließlich hat sie heute noch einen Gerichtstermin in Berlin! Very wichtig! Und, ja, der Treffpunkt morgen hat sich geändert. Ja, ja, die SMS war ein wenig verwirrend, stimmt. Und so weiter.
Als der Zug in den Tiergartentunnel unter dem Hauptbahnhof einfuhr, brach die Leitung ab. Vorübergehend kein Empfang. Was für ein Segen!

Seltsam auch der Anblick, den rbb-Moderator Peter Twiehaus im CinemaxX am Potsdamer Platz bot. Er führte einen Selbstmonolog. Faselte etwas von irgendwelchen Filmen und Schauspielern. Schnell war klar: Peter übte. Offenbar wurde hier in dem Kino die aktuelle Ausgabe der rbb-Kinosendung “Filmvorführer” aufgezeichnet (läuft Dienstag, 22.35 Uhr im rbb). Dass ihn einige Kinobesucher komisch ansahen, hat Twiehaus in seiner Konzentriertheit gar nicht mitbekommen. Ob er ordentlich gelernt hat, ist dann beim rbb zu begutachten.

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