Tagesarchiv für 14. November 2007

RTelenovela

Brandgeruch

Mittwoch, den 14. November 2007
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Der eine kennt sich mit Autos und Maschinen aus. Der andere mit Mikrowellen. Mein Vater kennt sich nicht mit Mikrowellen aus.
Gestern legte er irgendein kleines Stück Essen in die Mikrowelle, stellte sie auf drei Minuten und verließ die Küche. Als er wiederkam war zwar die Küche noch da – aber es qualmte wohl ziemlich. Das Essen war verkohlt.
Klar, auf der Verpackung stand wohl was von 30 Sekunden. In drei Minuten bekommt man schon mal einen großen Teller Nudeln mit Tomatensoße heiß.
Das ist nun auch weiteren Familienmitgliedern bekannt. Dennoch riecht es seit gestern nicht nur in der Küche wie nach einem Schwelbrand…

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Die ersten 100 Orgasmen gibt’s umsonst!

Mittwoch, den 14. November 2007
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Großes Interesse weckte gestern im Büro die Ankündigung einer Pornoparty in der Marwitzer Beat-Fabrik. Da scheint ja im sonst eher verschnarchten Marwitz mal so richtig die Post abzugehen. Pornoparty. Geil.
Es gibt Pornowodka zu trinken, was auch immer das ist. Wahrscheinlich Wodka ohne alles, also Wasser. Dafür wären ein Euro pro Glas jedoch ganz schön teuer. Dominas sollen auch rumlaufen, auf die SM-Show freuen sich die Marwitzer bestimmt auch schon. Und: Auf die ersten 100 Orgasmen, die es kostenlos gibt. Bestimmt bekommen es die Beat-Fabrik-Besucher von den Dominas besorgt. Aber bevor jetzt jemand auf falsche Gedanken kommt: die Orgasmen sind (höchstwahrscheinlich) Cocktails und die Dominas die Bedienungen (eventuell).
Na denn, nichts wie los zur Pornoparty – in der Nacht zum Sonntag in Marwitz.

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Zwei Stunden und zwei Minuten

Mittwoch, den 14. November 2007
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Mit dem Warten beim Arzt habe ich 2007 ja schon so einige Erfahrungen gemacht. Und auch heute sollte es mal wieder so weit sein.
Entweder entwickele ich mich langsam zum Hypochonder, oder: Irgendwas ist schon wieder. Seit einigen Tagen zwickt es im Magen- und Darmbereich auf unangenehme Weise. Also schleppte ich mich heute Morgen zum Arzt. Punkt 8 Uhr war ich da, wie es mir die Schwester am Tag davor geraten hatte.
Das Wartezimmer war voll, wie nicht anders zu erwarten. Offenbar hatten alle anderen den Rat der Schwester ignoriert und waren schon lange vor 8 Uhr da gewesen. Wer jedoch noch nicht da war: die Ärztin, Frau T.
Also warten.
Einmal schnell die MAZ durchgeblättert, die auf dem Tisch lag und die Bravo aus dem Lesezirkel. Alles über Mark Medlock und die verwackten Fotos vom Klo des Hauses B., der Busche. Wahnsinnig spannend.

Belebt wurde das Wartezimmer dann durch eine junge Frau. Sie kam mit einer kleinen Gruppe im Wartezimmer an, die aus Johannesberg (Wohnheim und Werkstatt für geistig Behinderte) kamen. Eigentlich machte sie nicht viel, dennoch mischte sie den Laden auf.
Aufstehen. Hinsetzen. Stöhnen. Wie lange dauert es denn noch? Aufstehen. Nachsehen. Hinsetzen. Jacke aus. Ich bin ja gleich dran. Aufstehen. Nachsehen. Hinsetzen. Den ersten Teil der MAZ greifen. Stöhnen. Mit der Zeitung rascheln. Stöhnen, weil die Zeitung zu groß war. Die Nebenfrau samt Zeiotung anrempeln. Ächzen. Aufstehen. Hisnetzen. Hektisch die Zeitung durchblättern. Aufstehen. Zeitung zusammenknüllen. Zeitung auf den Tisch feuern. Hinsetzen. Den Mann gegenüber beobachten, der den zweiten Teil, den Lokalteil der MAZ in der Hand hat. Hüsteln. Aufstehen. Den Mann scharf ansehen. Hallo? Hinsetzen. Den Mann weiter beobachten, der noch nichts bemerkt. Aufstehen. Rüber zum Nachbarplatz des Mannes gehen. Sich vor den Mann aufbauen. Hüsteln. Hallo? Kann ich? Sich neben den Mann setzen. Sich zu ihm beugen. Hallo? Stöhnen. Der Mann regt sich nicht, blättert seelenruhig weiter. Hüsteln. Hallo? Kann ich mal? Der Mann ist auf der letzten Seite, studiert das TV-Programm. Sie hüstelt. Aufstehen. Sich zum Mann beugen. Der registriert sie – und blättert wieder zwei Seiten zurück. Wieder aufstehen. Hinsetzen. Hüsteln. Hallo? Kann ich mal? Sie geht wieder zu ihrem alten Platz. Wieder hinsetzen. Hüsteln. Mit den Beinen schlackern. Aufstehen. Nachsehen. Hinsetzen. Der Mann legt die Zeitung endlich weg. Aufstehen. Zur anderen Tischseite laufen. Zeitung nehmen. Hinsetzen. Zeitung hektisch durchblättern. Die Frau nebenan anstoßen. Zeitung wieder zusammenknüllen. Auf den Tisch geknallt…

Ich habe inzwischen die 10 Euro Eintritt bei Frau T. bezahlt.
Genau zwei Stunden sind vergangen, es ist 10 Uhr als ich rankomme.
Ich schildere kurz was los ist. Habe ich dies? Habe ich jenes? Aha. Dann drückt sie lasch an meinem Bauch herum. Der Blinddarm ist es nicht. Es geht ja gerade ein Virus herum. Haben Sie manchmal Sodbrennen? Aha. Ich schreib Ihnen mal ein rezeptfreies Medikament auf.
Gefühlte zwei Minuten später bin ich wieder draußen. Zwei Stunden warten für nichts. Dafür, um zu erfahren, dass ja alles nicht so dramatisch ist. Irgendwie fühle ich mich nicht ernstgenommen…

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