Tagesarchiv für 12. November 2007

RTZapper

ttt: Rhet

Montag, den 12. November 2007
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SO 11.11.2007, 23.00 Uhr, Das Erste

Etwas Seltsames tut sich gerade auf dem Buchmarkt: Mit “Rhett” wird eine bekannte Geschichte nochmal erzählt: Die von Rhett Buttler und Scarlett O’Hara. Stichwort: “Vom Winde verweht”.
Margaret Mitchell, die Autorin der Ur-Geschichte von 1936, wollte nie, dass ihre Geschichte weiter erzählt wird. Sie hat es sogar in ihr Testament geschrieben. Aber was interessiert die Erben schon das Geschwätz einer Toten, wenn sie nochmal ordentlich Kohle einstreichen können.
Donald McCraig, seines Zeichens Schafzüchter, wollte unbedingt mal einen Bestseller schreiben. Warum sollte man sich da selbst eine Stoty ausdenken, wenn man mit einem Erfolgsgaranten ganz bequem Millionen machen kann? Einfach so gtun, als erzähle man etwas Neues. Nämlich: “Vom Winde verweht” aus der Sicht von Rhett. Weil: Über Rhett sei in Mitchells Buch viel zu wenig erzählt worden. Das habe sich ändern müssen.
Und es funktioniert. Klar, funktioniert es. Denn Fans sind schon ziemlich blind, wenn es um ihren Lieblingsroman geht. Sie hätten tatsächlich schon immer mehr über “ihren” Rhett wissen wollen, sagten sie in die Mikrofone des ARD-Kulturmagazins “ttt” (“Titel Thesen Temperamente”). Aber ist das noch die wahre Geschichte? Sind sie sich sicher, dass das der Rhett ist, den sich Margaret Mitchell ausgedacht hatte? Wollen sie tatsächlich von irgendeinem dahergelaufenen Schafzüchter wissen, was er sich über Rhett ausgedacht hat? Dann hätten sie sich auch gleich selbst gemeinsam eine Story überlegen können.
“Rhett” ist nicht mehr als eine große Geldmaschine. Eine selbstlaufende. Erstaunlich, dass so etwas funktioniert. Und auch schade.

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RTZapper

Anne Will: Unsere armen Abgeordneten

Montag, den 12. November 2007
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SO 11.11.2007, 21.45 Uhr, Das Erste

Herzlichen Glückwunsch, Rainer Wend! Der SPD-Bundestagsabgeordnete begündete die geplante Diätenerhöhung um gut 10 Prozent in den kommenden zwei Jahren damit, dass er für gute Arbeit uch gutes Geld haben wolle.
Was für ein Argument. Eine schallende Ohrfeige für alle Leute, die ebenfalls einen guten Job machen, viele Überstunden bewältigen und sich nicht ihr eigenes Gehalt erhöhen können.
Überhaupt zeigte sich heute bei “Anne Will” im Ersten, wie feige doch die deutschen Bundestagsmitglieder sind. 30 Abgeordnete seien gefragt worden, ob sie an der Talkshow teilnehmen wollen. Lauter Absagen. Selbst die, die am Freitag vor dem Bundestagsplenum noch getönt haben, man müsse die Diätenerhöhung vor den Wählern verteidigen, hatten leider keine Zeit zu Anne Will zu kommen. Oder wollten schlicht nicht – Olaf Scholz (SPD) und Norbert Röttgen (CDU). Ein Unding.
Zehn Prozent mehr Geld. Davon träumen die allermeisten Arbeitnehmer. Die Arbeitslosen sowieso. Und die Rentner. Nullrunden fürs Volk, mehr Kohle für die Politiker. Und die haben nicht mal echte Argumente, warum sie mehr bekommen sollten. Viel Arbeit? Viel Überstunden? Hohe Verantwortung? Haben ganz sicher nicht nur Politiker. Schon gar nicht die Vergünstigungen.
Leider hat “Anne Will” in der ganzen Problematik keine neuen Erkenntnisse gebracht.

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