RTelenovela

Provogirl und Hasenjagd

Mit 29 fühlte ich mich anfangs im Potsdamer “Spartacus” ziemlich alt. Da sich viele Erstsemester darin rumtrieben (sie kamen kostenlos rein), war der Altersdurchschnitt sehr niedrig. Aber was solls: Bei Michael Jacksons “Billy Jean” war das Eis gebrochen und wir enterten die nicht ganz leere Tanzfläche.
Somit war ich seit langem mal wieder in der Disco. Zumal ich in diesen tagen quasi mein zehntes Discojubiläum feiere. Irgendwann im Oktober 1997 schleppte mich Patrick erstmals ins “Altwerk” nach Eberswalde, die dann auch in den nächsten Jahren zu unserer Stammdisco wurde. Heute macht’s im heutigen “Awerk” keinen Spaß mehr. Vor ein paar Jahren waren wir letztmals dort, es war total leer.
Wie gesagt: Es war ziemlich voll auf der Spartacus-Tanzfläche. Das muss der jungen Dame neben uns irgendwie nicht in den Kram gepasst haben. Irgendwann blökte sie ins Nicos Richtung: “Du bist hier nicht alleeeeine!!” Sehr sympathisch. Ich weiß ja nicht, in welcher leeren Dorfdisse sie sich sonst rumtreibt, in der sie ihre minimalistischen Tänze ausführt. Wie auch immer: Für sie war der Abend gelaufen. Wütend glotzte sie immer wieder zu uns rüber, schaukelte sich in ihrem Provogirlhass hoch. Man konnte regelrecht sehen, wie sie ihre Hassblitze zu Mandy schickte, sie sich zunächst nicht davon beirren ließ. Bis zum nächsten Blöker: Dass ja die wand hinter ihr sei, und man doch Platz lassen könne. Oder so. Ich hörte nur: “Muuuuh!!” Irgendwann schnappte sie sich ihren Freund und tanzte sich mit ihm in unseren Weg.
Ach Mensch, diese Dorfpommeranzen. Hätten sie diese Nacht zu Hause verbracht, hätten sich die beiden nett austoben können, aber so mussten sie sich mit den Spartacus-Besuchern herumschlagen. Dumm das. Aber solchen Provogirls scheint es nur um eines zu gehen: Provokation eben.

Rückfahrt nach Hause. Nur Brandenburg feiert den Reformationstag, Berlin nicht. Nachdem ich durch die Nicht-Feiertagszone Steinstücken fuhr (Berliner Gebiet), begann wieder auf Potsdamer Gebiet noch eine spannende Hasenjagd. Plötzlich hoppelte ein Hase vor mir auf der Straße. Und rannte los, während ich ihm hintrhertuckerte. Er hat es überlebt. Somit ist vielleicht auch mein Osterhasenmord von Ostern 2002 auch wieder gutgemacht…

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