Tagesarchiv für 24. Oktober 2007

aRTikel

Ein Buch, das die Welt bewegte

Mittwoch, den 24. Oktober 2007
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-> 9.11.2005

Iris, Luise, Marduk und Moritz über den am Sonnabend erscheinenden letzten Potter-Roman

Achtung! In diesem Artikel wird zumindest andeutungsweise etwas aus der Handlung des letzten Harry-Potter-Bandes verraten. Wer sich die Spannung erhalten will, sollte den nachfolgenden Text NICHT lesen!

MAZ Oranienburg, 24.10.2007

ORANIENBURG
„Ich habe es aufgegeben, das Buch auf Englisch zu lesen“, sagt Iris (17). „Wenn der letzte Harry-Potter-Band auf Deutsch erscheint, wird er gleich gekauft.“
Zum dritten Mal nach 2003 und 2005 treffen sich Iris, ihr Bruder Marduk (20) sowie Luise (20) und Moritz (20) mit der MAZ, um über Harry Potter zu sprechen. Aber diesmal wird es kompliziert. Denn erstens: Moritz wohnt inzwischen in Mannheim, wurde gesondert interviewt, er studiert an der dortigen Uni. Und in Oranienburg kennt Iris noch nicht den Inhalt des siebten Potter-Bandes. Sie verlässt den Raum, als es ans Eingemachte geht. Überhaupt: „Harry Potter interessiert mich eigentlich gar nicht mehr so sehr“, sagt Iris. „Ich bin älter geworden, genau wie Harry. Als Kind habe ich mich gern in die Zauberwelten reingedacht, das ist jetzt nicht mehr so.“ Wie die Geschichte zu Ende geht, hat sie trotzdem schon mitbekommen. „Aber ich hoffe, dass ich noch nicht alle Fakten kenne.“ Am Sonnabend erscheint der finale Band sieben auch in deutscher Sprache.
Marduk, Luise und Moritz sind dagegen schon durch. Sie haben sich das Buch in der englischen Version durchgelesen. „Das erste Mal“, merkt Moritz an. „Am Schluss habe ich gar nicht mehr gemerkt, dass es nicht auf Deutsch geschrieben war.“ Luise sagt: „Ich war am Ende ziemlich traurig, dass es zu Ende war.“ Die 20-Jährige hat inzwischen ein Studium an der BA Berlin begonnen. „Schade, dass es vorbei ist“, meint auch Moritz. „Andererseits: Es ist auch gut so. Und ich hoffe, sie macht auch nicht weiter.“ Dem scheint Joanne K. Rowling mit dem abschließenden Kapitel auch ein Riegel vorgeschoben zu haben. Es heißt: „19 Jahre später“. Es kommt eher nicht so gut an: „Das Ende ist leider flach, langweilig und überflüssig“, urteilt Moritz.
Doch davor geht es heftig zu. Luise, Marduk und Moritz sind sich da einig. „Sehr dramatisch“, sagt Moritz. „Das alles ist ziemlich cool gestrickt.“ Marduk, seit diesem Semester Student an der Berliner TU, erinnert sich: „Ich dachte, es wird echt knapp, was Harry angeht.“ Luise nickt und sagt: „Es ist auch wahnsinnig viel kaputtgegangen, es gibt gigantische Lichtblitze, gesprengte Höhlen – das wird im Film dann sicherlich ganz schön krachen.“ Das war’s jetzt also mit Harry Potter. Was wird bleiben?
„Die Reihe hat mich lange begleitet“, sagt Moritz. „Es entwickelte sich mit der Leserschaft vom Kinder- zum Erwachsenenbuch.“ Es sei eines der wenigen Bücher, das er nächtelang durchgelesen habe. Für Luise ist es „ein Buch, das die Welt bewegte. Das Buch unserer Generation, das ich mal mit meinen Kindern zusammen lese.“ Marduk grinst: „Ja, sie werden dann in eine schöne, heile Zauberwelt eingeführt, die dann von Band zu Band kaputtgemacht wird.“ Und gibt es eine Botschaft? „Toleranz, Freundschaft und Liebe sind die wichtigsten Werte“, sagt Marduk.
Harry Potter – am Sonnabend wird also auch auf Deutsch das letzte große Kapitel aufgeschlagen, und dann geht wohl eine echte Ära endgültig zu Ende.

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