Tagesarchiv für 23. Oktober 2007

RTelenovela

Saturn sagt, Geiz sei nicht mehr geil

Dienstag, den 23. Oktober 2007
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Saturn lässt verkünden, dass ihr Slogan “Geiz ist geil” ausgedient habe. Die Leute würden für Qualität wieder mehr ausgeben wollen.
Interessant. Saturn sagt also, Geiz sei nicht mehr geil. Dabei haben die das doch nie ausprobiert. Mir schwinden jedenfalls regemäßig die Sinne, wenn ich mich bei Saturn umsehe und mir die dortigen Preise ansehe. Der Test vor einem Jahr zeigte, wie “billig” Saturn ist.
Stellt sich die Frage: Wer war bei Saturn jemals geizig? Doch eigentlich nur die Kunden, die darauf verzichteten, bei Saturn zu kaufen. Und: Ziehen die Preise jetzt eigentlich noch mehr an? Kommen jetzt die astronomischen Preiswochen? Weil es ja die Leute jetzt haben und gern mehr zahlen? Na, ich weiß ja nicht.

Hits: 11

RTZapper

Die lange HeyMusic-Nacht

Dienstag, den 23. Oktober 2007
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MO 22.10.2007, 19.30 Uhr, radioBerlin 88,8

Bis zu den frühen 90er-Jahren waren Radiohitparaden etwas ganz besonderes. Hier wusste jder, dass die ganz großen angesagten Hits laufen werden. Heute wird einfach eines der vielen Hitradios eingestellt, und da wird schon irgendwann mein Lieblingslied laufen.
Aber einen der großen Radiodinosaurier gibt es tatsächlich noch: die “HeyMusic”. Gestern feierte die Sendung – man mag es kaum glauben – seinen 40. Geburtstag. Mit einer langen, mehr als neunstündigen Sonderausgabe wurde bis in den frühen Morgen gefeiert.
Ein echtes Bonbon: In der Nacht wurden viele Ausschnitte aus der 20-Jahre-HeyMusic-Jubiliäumssendung von 1987 wiederholt. Das alte SFB2 von 1987 erlebte in der Nacht bei radioBerlin 88,8 seine kurze Wiederauferstehung.
Dazu sollte man wissen, dass das heutige radioBerlin 88,8 der Nachfolger von SFB1 ist, SFB2 sendete auf der heutigen Frequenz des rbb-Kulturradios.
Was waren das noch für Zeiten: Moderator Jürgen Jürgens grüßte ganz herzlich auch seine vielen Hörer in Ostberlin und der DDR. In allen Läden in berlin lag die Playlist der “HeyMusic” aus. Das muss damals noch eine sehr angesagte Sendung gewesen sein. Heute scheint sie irgendwie gar nicht mehr zum Konzept von radioBerlin 88,8 zu passen. Oder schalten zur “HeyMusic” tatsächlich viele junge Hörer ein? Am Abend von 19.30 bis 22 Uhr? Wohl kaum.
Auch wenn es die “HeyMusic” noch gibt: Die Zeiten sind ganz andere, und die Bedeutung wie damals hat diese Radiohitparade heute nicht mehr.
Allerdings: Solche Radionächte mit Sendungen vergangener Zeiten – das hatte echt was…

Hits: 13

RTZapper

Willkommen in der Nachbarschaft

Dienstag, den 23. Oktober 2007
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MO 22.10.2007, 21.15 Uhr, RTL II

Für viele Leute sicherlich ein Traum: Man kann sich die neuen Nachbarn aussuchen. Wer möchte das nicht gern. Muss ganz anständig sein. So eine liebe Familie. Ganz ordentlich. Die auch mal hilft. Und immer grüßt. Und nicht die Einfahrten zuparkt.
Wenn natürlich RTL II ins Spiel kommt, wird aus der Nachbarschaftssuche ziemlich schnell eine Schau der Extreme. Denn RTL II hat natürlich keine Lust, auf normale Menschen. Was auch immer normal ist. RTL II möchte viel lieber Krawall. Schmusekurs ist langweilig. Dann wäre ja die ganze Schose “Wilkommen in der Nachbarschaft” völlig überflüssig.
So zogen heute für eine Woche Kej und Randolf mit ihrer Tochter ein. Randolf allerdings nennt sich jetzt Ria, ist transsexuell.
Uijuijui! Wie wird da wohl die Nachbarschaft im sonst so beschaulichen Berlin-Buckow darauf reagieren? Die etwas verkniffene Physiotherapeutin ist pickiert. Der direkt Prollnachbar kann das mir Randolf, äh, Ria so gar nicht kapieren.
Nun ja. Aber natürlich renkt sich alles ein, am Ende haben sich zumindest die meisten lieb. Und so weiter, bla, bla, bla.
In Folge 1 war es eine afrikanisch-deutsche Familie, in Folge 2 eine Punk-WG, in Folge 3 eine familie mit vier Hunden und einer Vogelspinne, nächste Woche kommen Palästinenser.
Für die Buckower dürfen sie Kuchen backen und werden die Eventuell-Bald-Nachbarn besuchen. Die müssen ja schließlich was tun für das viele Geld (250000 Euro) und das Haus. Die Buckower wollen schon was dafür bekommen, um ihre Stimme abzugeben. Dabei fragt natürlich die vorübergehenden Bewohner niemand, ob sie denn überhupt diese mitunter seltsamen Nachbarn haben wollen.
Keine Frage: “Willkommen in der Nachbarschaft” ist nicht uninteressant, aber ob man allen Beteiligten mit dieser Sendung einen Gefallen tut?

Hits: 19

RTelenovela

Personen im Gleis

Dienstag, den 23. Oktober 2007
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Schon in dem Moment, in dem ich die Treppe zum unterirdischen Regionalbahnhof Potsdamer Platz runterlief, wusste ich: Hier ist was faul. So voll war der Bahnsteig hier noch nie. Auch nicht zum Feierabendverkehr.
Und tatsächlich: Der Zug nach Stralsund (der über Bernau) hatte Verspätung. Gerade lief die automatische Ansage. Etwa 15 Minuten später. Wir bitten um Ihr Verständnis. Dann mache es “knack” und eine echte Frauenstimme ergänzte: “Wir bitten um ihr Verständnis.” Und es klang ein bisschen weinerlich.
Und noch lachten die Leute darüber.
Bis zur nächsten (realen!) Ansage: Der Zug nach Stralsund wird erst wieder in Berlin-Hauptbahnhof bereitgestellt. Wegen Personen im Gleis.
Ah ja. Was haben Personen im Gleis zu suchen?
Eine Völkerwanderung setzte ein. Zu erwähnen, wie Nicht-Ortskundige denn eigentlich nun zum Hauptbahnhof kommen, verkniff sich die Ansagerin. Auch, was denn mit unserem Zug geschieht. Noch wird er uns als pünktlich angekündigt: Abfahrt 16.35 Uhr.
Auch auf der Gegenseite verspätet sich ein Zug um etwa 15 Minuten. Wegen Personen im Gleis. Das müssen aber viele Personen sein, wenn auch in der Gegenrichtung der Verkehr stockt.
Inzwischen ist es 16.43 Uhr und niemand redet mit uns. Laut Anzeigetafel fährt der RE5 nach Rostock noch immer pünktlich ab.
Dann macht es wieder “knack”. Die Ansage: Auch unser Zug fährt erst ab Hauptbahnhof. Er steht dort bereits zur Abfahrt bereit.
Gut zu wissen. Ob wir ihn dort erreichen, wie wir ihn dort erreichen (nicht jeder kennt sich im Berliner Verkehrsnetz aus) – keine Aussage.
Bleibt die Frage: Haben die Bahner bis zum Schluss gehofft, dass unser Zug wieder fahren kann? Und mussten sie dann vor den Personen im Gleis kapitulieren? Aber wieso stand so fix ein anderer Zug im Hauptbahnhof? Vielleicht der Gegenzug aus dem Norden, der auch nicht durch kam? Fragen über Fragen?
Die Bahn konnte für die Streckensperrung sicherlich nichts. Aber das “Krisenmanagement” war eine reine Katastrophe.
Irgendwie passen mir solche Zugausfälle ziemlich oft. Gut, dass es noch die S-Bahn gibt.

Hits: 10

RT im Kino

December Boys

Dienstag, den 23. Oktober 2007

Jetzt will es uns Daniel Radcliffe aber zeigen. Nämlich, dass er noch mehr spielen kann, als immer diesen Harry Potter. Neben seiner viel beachteten Theaterrolle, stand er auch für den australischen Film “December Boys” vor der Kamera.
Maps (Daniel Radcliffe), Spark (Christian Byers), Misty (Lee Cormie) und Spit (James Fraser) haben einiges gemeinsam. Alle wohnen sie in einem Kloster, sind Waisen und in den vergangenen Jahren zu dicken Freunden geworden. Fast wie Brüder. Und alle vier haben im Dezember Geburtstag. Deshalb sind sie die “Dezember-Jungs”.
Eines Tages gibt es eine Überraschung für die Jungs: Sie dürfen das Kloster für einige Tage verlassen, zu einem am Meer lebenden Paar. Dort treffen sie auch auf ein junges Paar, das darüber nachdenkt, ein Kind zu adoptieren. Es beginnt ein Konkurrenzkampf.
Letztlich gibt es zu “December Boys” gar nicht so viel zu sagen. Daniel Radcliffe macht seine Sache recht gut, aber was anderes war eigentlich auch nicht zu erwarten. Die Geschichte kommt mit einigen Herzschmerz und leisem Humor über die Runden. Hier und da ein Spannungsmoment. Das ist ganz nett, aber bei weitem nicht der große Wurf.

5/10

Hits: 13