Tagesarchiv für 11. Oktober 2007

RT im Kino

Gegenüber

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Georg (Matthias Brandt) ist Polizist. In seinem Job geht es stetig aufwärts. So scheint es.
Georg ist verheiratet mit Grundschullehrerin Anne (Victoria Trauttmannsdorff). Die Ehe ist harmonisch. So scheint es.
Tochter Marie (Anna Brass) und Sohn Lukas (Pablo Ben-Yakow) kommen sonntags zum Frühstück, und immer am Mittwoch gehen sie zu Annes Eltern (Jochen Striebeck, Maria Körber) Essen. In der Familie ist alles in Butter. So scheint es.
Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Denn: Nichts ist in Ordnung. Die Spannungen wachsen.
Besonders Anne kommt mit allem nicht zurecht: Ihr Vater erkennt ihre Taten, ihr Leben nicht an. Die Kinder leben ihr eigenes Leben. Und Georgs Beförderung steht aus. Sie ist unzufrieden. Mit sich. Mit allen.
Anne entgleitet ihre innere Ruhe. Sie beginnt Georg, für alles verantwortlich zu machen. Sie schlittert in eine handfeste Depression. Und ist nicht fähig, damit klarzukommen oder sich einzugestehen, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht.
“Gegenüber” ist kein einfacher Film. Das Psychodrama von Jan Bonny ist harter Tobak für den Zuschauer, der ständig fast schon in Angst ist, was ihn denn noch erwartet.
Sowohl die schauspielerischen Leistungen als auch der dramaturgische Aufbau ist hervorragend. Victoria Trauttmannsdorf spielt die sehr schwierige Rolle sehr gut, extrem glaubhaft. Das Hin und Her. Die Stimmungen, die von einer Minute auf die andere umschlagen. Extrem umschlagen.
Der Film mag kalt und lieblos rüberkommen – aber genau das ist auch die Aussage. Die Krankheit von Anne ist unberechenbar, da geschehen unvorhersagbare Dinge. Nie weiß man, wie sie drauf ist, was passieren wird.
Der Film lässt einen so schnell nicht los.

10/10

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RTZapper

Nordbilder

Donnerstag, den 11. Oktober 2007
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MI 10.10.2007, 3.00 Uhr (Do.), NDR fernsehen

Jede Nacht läuft beim NDR die Tagesschau von vor 20 Jahren. Mal mehr, mal weniger interessant. Die Ausgabe vom 11. Oktober 1987 gehört zu den interessanteren: An diesem Tag fand ein “stern”-Journalist in Genf Uwe Barschel tot in der Badewanne seines Hotelzimmers auf.
Dumm nur: Ausgerechnet diese Ausgabe zeigte der NDR nicht. Stattdessen lief auf dem Sendeplatz “Nordbilder”. Ganz toll. Irgendwelche Landschaften im Norden zu einschläfernder Musik. Sehr spannend. Warum man ausgerechnet diese spannende Tagesschau-Ausgabe nicht gezeigt hat, bleibt unklar.
Rechtliche Gründe kann es nicht gehabt haben, denn das SWR-Fernsehen zeigte die Sendung um 7.35 Uhr ganz regulär.
Peinlich, peinlich, NDR!

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RTZapper

Zapp: Eva Herman

Donnerstag, den 11. Oktober 2007
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MI 10.10.2007, 23.00 Uhr, NDR fernsehen

Die böse Eva Herman bei “Johannes B. Kerner”. Autobahn hat sie gesagt. Und das mit der deutschen Geschichte. Und rausgeschmissen hat sie der Kerner daraufhin. Tja ja, ein weiteres dunkles Kapitel im Fall “Herman”.
In dem kurzen Beitrag im NDR-Medienmagazin “Zapp” gestern dafür kein Wort über die Kritik, die heute auch gegenüber Herrn Kerner laut wurde. Kein Wort über das Niveau der Sendung. Frau Herman ist schuld.
Pikant: Eva Herman hat Klage eingereicht gegen den NDR, der sie entlassen hatte. Hat der NDR nun nochmal richtig draufgehauen? Ein Beitrag mit sehr bitterem Nachgeschmack.

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RTZapper

Berlin: Mauer in Mitte aufgebaut

Donnerstag, den 11. Oktober 2007
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MI 10.10.2007, B.Z.

In Berlin wird die Mauer wieder aufgebaut. Ja, genau: DIE Mauer. Und das sogar gleich an zwei Stellen.
Aber, keine Angst: Die Linke hat sich nicht wieder in SED umbenannt und die DDR wiedergegründet. Des Rätsels Lösung ist eine andere: Aus Filmzwecken wird die Mauer in Berlin wieder aufgebaut. Und warum an gleich zwei Stellen? Ganz einfach: Es werden sogar zwei Filme in Berlin gedreht, in denen die Mauer (noch) steht.
Die B.Z. berichtet heute über einen ZDF-Film, wofür die Mauer an der Monbijoubrücke in Berlin-Mitte errichtet wird. Ebenfalls heute zeigt die Berliner Morgenpost ein Foto von der Mauer in Gesundbrunnen. Hier dreht Sat.1 einen Film.
Klar, dass der Springerpresse dabei die Muffe geht. Aber keine Angst: Die Mauer wird wieder fallen. Zumindest gehen wir davon aus…

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RT im Kino

Sicko

Donnerstag, den 11. Oktober 2007
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Der Familie von Donna Smith ging es gut. Sie hatten Arbeit, ein Haus, alles lief glatt. Bis ihr Mann mehrere Herzinfarkte erlitt. Und sie Krebs bekam. Das war das Ende. Zumindest in finanzieller Hinsicht. Denn die Versicherungskosten explodierten derartig, dass sie ihr Haus nicht halten konnten und in eine Kammer im Haus ihrer Tochter ziehen mussten.
Was die Gesundheitsversorgung in den USA angeht, scheint die Nation ein Dritte-Welt-Land zu sein. Das zeigt Michael Moore sehr eindrucksvoll in seiner neuen Doku “Sicko”.
Das Gesundheitsystem in den USA ist nicht staatlich, sondern wird von den Versicherungsfirmen gestützt. Oder ruiniert. Ganz wie man will. Denn den Firmen scheint es weniger darum zu gehen, den Menschen zu helfen. Es scheint ihnen vielmehr darum zu gehen, so viel Profit wie möglich zu machen. Und so wenige Bahandlungen wie möglich zuzulassen. Begründungen: fadenscheinig oder völlige Fehlanzeige. Einfach nur nein.
Michael Moore zeigt nicht die die kühle Grausamkeit des US-Gesundheitsystems, er zeigt auch Beispiele, wie es offenbar besser funktionieren kann. Die von der US-Politik, den Firmen und Medien befürchete Versaatlicherung des System scheint auch sein Gutes zu haben.
Anders als in seinen vorherigen Dokumenationen hält sich Moore selbst in den meisten Fällen zurück, taucht erst gegen Ende mit einer Aktion auf.
Selbst kritischer Berichte ausgesetzt, muss natürlich auch sein Film kritisch beäugt werden. Wieder spiegelt sich in Moores Film ein Schwarz-weiß-Denken wider. Und das vom Filmemacher so gerühmte Gesundheitssystem in Großbritannien steht auch auf ziemlich wackeligen Beinen.
Aber dass das Gesundheitssystem der USA so nicht funktioniert, es auf dem Rücken der Kranken den Bach runtergeht, das wird niemand leugnen können. Denn: Wenn das sogar in Kuba besser funktioniert, sollte in den USA das Nachdenken einsetzen. Was es wohl aber nicht tun wird. Sind ja die USA.
Am Ende ist Moores Film auch nur eine Art von Propaganda. Andererseits kommt man schon auf den Gedanken, dass die Praxisgebühr ja doch noch recht preiswert ist…

8/10

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