Tagesarchiv für 8. Oktober 2007

RT im Kino

Stellungswechsel

Montag, den 8. Oktober 2007

Frank (Florian Lukas): arbeitslos. Er verlor seine Stelle bei einer Frauenzeitschrift. Die Männerkolumne wurde abgeschafft. Gy (Sebastian Bezzel): so gut wie pleite. Der polizeist und seine Kollegin haben einen Einsatzwagen zu Schrott gefahren. Olli (Gustav-Peter Wöhler): so gut wie arbeitslos. Sein Feinkostladen läuft nicht. Lasse (Kostja Ullmann): arbeitslos. Giselher (Herbert Knaup): auch arbeitslos, nach 30 Jahren in einer Führungsposition. Bittere Lage. Doch Gy hat die Idee: Die Männer wollen einen Eskortservice gründen.
Kurzes Geraune im Publikum: “Stellungswechsel” wurde von ZDF und arte mitfinanziert. Kann man da einen puren Klamaukfilm erwarten? Kann man nicht. Und “Stellungswechsel” ist tatsächlich sehr viel weniger Klamauk, als es die Trailer weismachen wollten. Der Film von Maggie Peren ist zwar hier und da recht amüsant, aber auch durchaus nachdenklich, fast schon tragikomisch.
Nur leider trifft der film nicht ins Schwarze. Denn er ist weder sehr komisch, noch tiefergehend, als ob sich die Macher nicht so richtig entscheiden konnten. “Stellungswechsel” ist nicht langweilig, aber irgendwie … irgendwie fehlt da was: der Biss, in jeglicher Hinsicht.

6/10

Hits: 13

RT im Kino

Still Life

Montag, den 8. Oktober 2007
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Vor gut fünf Wochen konnte ich mir selbst ein Bild von der Situation in China machen. Der kolossige Drei-Schluchten-Staudamm am Yangzi. Bringt Strom und schützt vor Überschwemmungen. Einerseits. Andererseits mussten 1,2 Millionen Chinesen umziehen, weil die drei Schluchten geflutet werden und viele Städte darin untergehen.
Das ist auch der Rahmen von “Still Life”. Vor dem Hintergrund des Drei-Schluchten-Staudamms am Yangzi und der Stadt Fengjie, die geräumt wird, kommt Minenarbeiter Han Sanming (Han Sanming) nach Jahren in seine Heimat zurück. Er will seine frühere Frau finden. Vom Staudammprojekt hat er nichts mitbekommen, so auch nichts von der Flutung.
Klar, die Bilder, die Jia Zhang-ke nebenbei einfängt, sind sehr interessant. Für uns ist die Dimension der ganzen Sache so oder so unfassbar. Dennoch ist der Film sehr behäbig. Er scheint sich auf seine gruselige Kulisse verlassen zu wollen, denn die Geschichte an sich ist schrecklich unspektakulär. So wurde die große Chance verschenkt, die Staudammproblematik in eine wirklich spannende Geschichte zu packen. Es hätte ganz sicher viel erzählt werden können.

4/10

Hits: 13