Monatsarchiv für September 2007

RTelenovela

Ach ja: WM

Sonntag, den 30. September 2007
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War was? Die Fußball-WM der Frauen in China ist so gut wie spurlos an mir vorübergegangen. Ich finde es einfach nicht interessant. Dennoch lag am Nachmittag ein wenig (nur ein wenig) Spannung in der Luft. Im Büro lief natürlich der Fernseher, doch nicht mal das konnte mich locken. Ich begnügte mich mit dem Live-Ticker von Spiegel online.
Deutschland gegen Brasilien. Von draußen hörten, dass in der Trinkerkneipe nebenan ein “Public Viewing” stattfand. Beim 1:0 trötete es. Als ich später an der Kneipe kurz vor Spielende vorbeiging, sah ich, dass nicht mal zehn Leute drin saßen und auf den Fernseher schauten.
Wir haben gewonnen. 2:0. Wir sind Weltmeisterin. Toll.

RTZapper

Der Deutsche Fernsehpreis 2007

Sonntag, den 30. September 2007
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SA 29.09.2007, 20.15 Uhr, RTL

Danke, danke, danke, Oli Pocher! Danke, dass du den Laden wieder mal ordentlich aufgemischt hast. Einen Monat, bevor Pocher mit Harald Schmidt auf Sendung geht, durfte er bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises nochmal ordentlich vom Stapel lassen. Dass RTL-Moderator Marco Schreyl nicht so dolle ist. Dass der Gewinn für “RTL aktuell” geradezu lächerlich ist, wenn auch “heute journal” und “Tagesthemen” nominiert sind. Aber irgendeinen Preis muss ja RTL gewinnen, wenn die schon übertragen. Sonst blieb dem Sender ja auch nur “Die Super-Nanny”. Und das in der zweifelhaften Kategorie “Bester TV-Coach”. Ganz toll. Nun müssen schon eigene Kategorien geschaffen werden, damit auch RTL mal gewinnt. Wie armselig.
Ansonsten wieder viel Durchschnitt und wenige Höhepunkte. Sonja Zietlow, der unvermeidliche Oliver Geißen und Comedianimitatorin Mirja Boes hatten Glück, dass RTL übertrug. Einen anderen Grund, dass auch sie Preise vergeben durften, gibt es nicht.
Ausrutscher des Jahres: “Germany’s Topmodel” wurde glücklicherweise von “Schlag den Raab” getopt. Während die Topmodelsuche einfach nur nervig und überflüssig ist, mauserte sich Raabs Show nach dem Premierendesaster zu einer sehr spannenden Sendung. Zweiter Ausrutscher: Der Preis für den besten Schauspieler Matthias Koeberlin für den ProSieben-Film “Tornado”. Da gab es wirklich besseres als die zweitklassige Leistung in einem zweitklassigen Film, bei dem nur die Effekte sehenswert waren. Aber dafür gibt es ja leider keine Kategorie.
Schade auch, dass fünf Kategorien (u.a. beste Kamera) einfach nur durchgewunken wurden. Die Gewinner durften einmal kurz über die Bühne laufen. Wofür sie gewannen? Wir haben es nicht erfahren.
Rührend: Nachwuchspreis für Franz Dinda, der sichtlich geschockt war. Sein Spruch: “Mutter, bitte hau die Glocken an!” Und er meinte wirklich die Glocken.
Mit Abstand meistgezeigt: Veronica Ferres. Ging leer aus und langweilte sich über weite Strecken offenbar tödlich. Da hatte auch die Regie gar keine Hemmungen, sie auch in diesen Momenten zu zeigen.
Unter dem Strich bleibt: Eine lange, erstaunlich werbearme Show, die hier und da selbstkritische Töne zuließ und sogar manchmal ganz lustig war. Und wenn wir solch dämlichen Kategorien wie “beste Kochshow” und “bester TV-Coach” weglassen, kann es nur besser werden.

RTelenovela

Radiopilot: Ich freue mich aufs Debütalbum!

Sonntag, den 30. September 2007
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Ich kenne Radiopilot (bzw Kimono, bzw. Greensession) nun gut sechs Jahre. Mir hat die Musik vom ersten Moment an, als ich im August 2001 in Christophs Keller stand, gefallen. “I’m Flying Away” hieß der Song, den Rafael damals ins Mikro sang. Zu dieser Zeit waren sie noch auf der Suche nach einer Sängerin (-> 26.9.2001).
Ganz andere Zeiten. Inzwischen singen sie deutsch, haben seit zweieinhalb Jahren Sänger Lukas und heißen Radiopilot. Und unterschrieben vor kurzem einen Plattenvergtrag bei der Sony BMG Columbia. Ich habe 2001 schon gesagt: Daraus könnte was werden. Dass es aber noch sechs Jahre dauern würde, sechs Jahre voller harter Arbeit, das hatte niemand geahnt.

Nach dem Hamburg-Konzert mit Juli Anfang des Jahres (-> 29.1.2007) war es das zweite Mal in diesem Jahr, dass ich wieder mal ein Radiopilot-Konzert besuchte.
In der Garage in Berlin-Pankow traten sie im Rahmen des Popmonior-Festivals auf.
Ich gebe es zu: Die neuen Fotos auf der Radiopilot-Internetseite finde ich zu zwei Dritteln eher weniger gelungen, so dass ich gemischte Gefühle im Voraus hatte. Ungegründet.
Die Jungs spielten eine abwechslungsreiche, lockere Show. Apropos locker: Ich habe den Eindruck, dass Show wieder “echter” ist, die Jungs nicht in irgendwelche Rollen verfallen.
Die Musik: toll. Jeder Titel. Ausnahmslos. Ich freue mich auf das Album. Die Hymne “Immer wenn wir träumen” verfolgt uns nun auch schon gute vier (!) Jahre. Angefangen beim Sängercasting Ende 2003, bei dem “Star Searcher” Shai das Rennen machte.
Wirklich positiv: Die Songs haben durchaus einen gewissen Radiopilot-Stil, klingen aber an sich nicht alle gleich. Schnulze, Rocksounds, Pop, ansatzweise Schlager. Eine faszinierende, spannende, mitreißende Mischung.
Übrigens etwas, was die Vorbands allesamt nicht vorweisen konnten.
Schwärmerei? Ja, sicher! Vielleicht bin ich kein Groupie (mehr), aber doch (mitunter kritischer) Fan aus frühester Stunde.
PS: Heute vor einem Jahr spielte Radiopilot übrigens nicht, wie Lukas meinte, ebenfalls in der Garage, sondern in Schwerin (-> 1.10.2006). Wir erinnern uns noch sehr gut an den… sagen wir mal: seltsamen Auftritt.

Der Graragenabend begann für uns übrigens mit Franky Fuzz und die Fantome. Franky Fuzz kennt man unter Umständen noch von Fuzzy Casino (hier spielte auch rp-Sänger Lukas mit) und der Beatles-Coverband Lonely (Fucking) Star Club Band. Jetzt kehrt Franky mit selbst geschriebenen deutschen Liebessongs zurück. Eine schöne Mischung aus beatlesähnlichem Beat und netten Texten. Allerdings: In der geballten Ladung fällt durchaus auf, dass es in den Songs tatsächlich immer nur um das Eine geht: die Liebe. Aber egal. Trotzdem gut.
Weiter ging es mit Myoni. Sehr interessant. Machte man die Augen zu, hörte man den typischen Ostpop der 80er-Jahre, wie er auf den “Jugendliebe”-CDs zu hören ist. Aber es war aktuelle Musik einer aktuellen Band. Die Jungs, vielleicht 20 bis 25 Jahre alt und eher (bis auf den ambitionierten Sänger) alternativ aussehend, passten jedoch so gar nicht zu der Musik, die sie machten. Schnulziger Pop, sehr schlageresk. Ich war sehr davon angetan. Beim Rest kam Myoni jedoch gar nicht an. Was vielleicht daran liegt, dass diese Art von Musik bei den meisten Jugendlichen nicht funktioniert. Fragt sich nur: Wer ist die Zielgruppe der Band? Das werden sie noch rausfinden müssen.

Franky Fuzz, Myoni und Radiopilot. Für mich war es ein gelungener Abend.

RTZapper

Wiesn live

Sonntag, den 30. September 2007
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SA 29.09.2007, 19.00 Uhr, Bayerisches Fernsehen

Wie viele Touristen gibt es eigentlich wirklich auf dem Münchner Oktoberfest, auf der Wiesn? Anders gefragt: Sind denn überhaupt Bayern auf dem Festgelände? Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, dass in einem der Festzelte lauthals gesungen wird: “Da simma dabei, dat wird prima – Viva Colonia!!”
So, so. Eine Huldigung auf Köln. In München, auf der Wiesn. Und das auch noch während der Livesendung des Bayerischen Fernsehens. Was ist da nur schief gelaufen? Gibt es denn kein vernünftiges Grölliedchen über München. Oder ist Köln etwa viel interessanter als die bayerisches Landeshauptstadt? Liebe Münchner, liebe Bayern: Wollt ihr diesen Skandal wirklich auf euch sitzen lassen?

RTZapper

Phoenix vor Ort: CSU-Parteitag

Samstag, den 29. September 2007
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SA 29.09.2007, 8.45 Uhr, Phoenix

Warum macht Erwin Huber eigentlich den Eindruck, als habe er entweder einen gewaltigen Kater oder gar noch immer einen leicht erhöhten Alkoholpegel?
Heute wurde Erwin Huber in München zum neuen Parteivorsitzenden der CSU gewählt. Und ist damit der Nachfolger von unserem geliebten Edmund Stoiber. Und wo Stoiber uns mit cholerischen, verhaspelten oder völlig konfusen Reden beglückte, machte Huber erstmal nur eines: uns langweilen.
Langsam, nuschelig und die eine oder andere Silbe verschluckend, versprach er, dass er für Bayern, Deutschland und Europa da sein wolle. Wenn er schon an seinem Jubeltag wie eine Schnarchnase wirkte, wie soll das erst werden, wenn der politische Alltag kommt? Pennt er dann hicksend über dem Rednerpult ein?
Edi, wir werden dich vermissen.

RTZapper

Die Frau vom Checkpoint Charlie

Samstag, den 29. September 2007
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FR 28.09.2007, 20.45 Uhr, arte

Der Eventzweiteiler “Die Frau vom Checkpoint Charlie” war erst dann zur kleinen Enttäuschung geworden, wenn man die dazu gehörige Dokumentation gesehen hat.
Beide Teile des Films und die Doku liefen heute bereits bei arte, bevor er Sonntag und Montag im ersten zu sehen sein wird.
Keine Frage: Der Film mit Veronica Ferres ist packend und durchaus rührig. Dass er aber historisch so daneben liegt, offenbart erst die Doku.
So dauerte der gesamte Prozess zwei Jahre länger als im Film. Das Zusammentreffen geschah auch nicht am Checkpoint Charlie, sondern im einsamen Büro. Auch die Fluchtabsicht verlief sehr viel anders.
Eigentlich schade. Klar, auch bei der Verfilmung dieses historischen Stoffes handelt es sich nicht um ein Dokudrama. Aber anders als beispielsweise der RTL-Film über die “Prager Botschaft” wird bei diesem Film doch schon sehr getrickst. Wer nur den Film und nicht die Doku sieht, wird ganz schön in die Irre geführt, denn gerade durch die PR-Auftritte von Ferres und Co. zu diesem Film entstand immer wieder der Eindruck, der Film erzähle die wahre Geschichte.
Also: Unbedingt auch die Doku ansehen!

“Die Frau vom Checkpoint Charlie” läuft noch einmal am Sonntag und Montag um 20.15 Uhr im Ersten. Die Doku ebenfalls noch einmal am Montag um 21.45 Uhr im Ersten.

RTZapper

Die Ärzte: Junge

Freitag, den 28. September 2007
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FR 28.09.2007, 11.17 Uhr, MTV

Junge, Junge: Die Ärzte sind zurück. Und wie: Mit einem Videoclip, der es in sich hat. Dabei geht es in “Junge” eigentlich um ein relativ harmloses Thema. Ein Junge, der sich Vorwürfen ausgesetzt sieht. Junge, mach dies und mach das.
Im Videoclip prügeln sich dagegen wilde Zombies so sehr, dass das Video erst ab 16 ist und am Tage nur eine zensierte Version läuft.
Für das Video sind Die Ärzte übrigens im beschaulichen Hennigsdorf gewesen. Tatsächlich kennt man die Location bereits vom “An Tagen wie diesen”-Clip von Fettes Brot. Ich weiß nicht genau, was die Faszination von Hennigsdorf ausmacht, aber wenn sogar Die Ärzte dort drehen, dann muss die Stadt ja etwas echt Besonderes haben…