Tagesarchiv für 5. Juli 2007

RT im Kino

Flying Scotsman – Allein zum Ziel

Donnerstag, den 5. Juli 2007
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Ganz ohne Drogen: Der Schotte Graeme Obree (Jonny Lee Miller) will der beste Radrennfahrer der Welt sein. Oder zumindest einen Rekord aufstellen. Mithilfe seiner Frau Anne (Laura Fraser), seinem Kumpel Malky (Billy Boyd) baut er ein Fahrrad, dass ungewöhnlich aussieht, aber dennoch wettbewerbstauglich ist. Und tatsächlich: Er stellt einen Stundenweltrekord im Bahnradfahren auf. Doch der Rekord ist schon bald wieder in Gefahr. Zumal den jungen Mann immer wieder und immer heftige Depressionsschube einholen.
“Flying Scotsman – Allein zum Ziel” ist die Geschichte von Graeme Obree. Im Juli 1993 stellte er tatsächlich den Rekord auf – obwohl er nur ein Amateur war. Der Film von Douglas Mackinnon lässt den Zuschauer teilhaben am quälenden Training. Aber auch an seinen großen Zweifeln, an der seiner Trauer, seiner Wut, seinen Ängsten. Außerdem bekommen wir einen kleinen Einblick, wie es zugeht im Radsport: Intrigen, Intrigen, Intrigen. Muss sich nicht unbedingt auf die heutige Zeit übertragen lassen können. Könnte aber vielleicht…
Leider wird das Kalkül des Filmverleihs, den Film zum Start der Tour de France rauszubringen nicht aufgehen: Das Image des Radsports ist ja gerade nicht das Beste…

-> 7/10

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RTelenovela

China-Countdown (2): Im Fotostudio

Donnerstag, den 5. Juli 2007
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-> 22.6.2007

Für die Reise nach China brauche ich einen Reisepass. Und für den Reisepass brauche ich ein Passfoto. Natürlich kein normales Passfoto. Man muss neutral gucken. Was immer das heißt. Und frontal in die Kamera gucken. Nicht so wie früher, wo ein Ohr zu sehen sein musste.
Es war erstaunlich voll im Fotostudio Emma. Quasi im Minutentakt kommen junge Leute, um Passbilder für den Führerschein oder Bewerbungsmappen zu bekommen. Ich muss ein paar Minuten warten, bis ich vor die Kamera darf.
Nicht lachen. Nicht grinsen. Überhaupt gar nicht fröhlich gucken. Und auch nicht böse. Sondern neutral. Völlig nichtssagend. So soll es auf dem Reisepass aussehen.
Die Prozedur geht schneller, als ich dachte. Fahndungsfoto, sagt die Fotografin. Kommt hin.
Gleich danach gehts rüber ins Bürgeramt im Schloss. Hier hat sich Oranienburg mal eine feine Sache geleistet. Überwiegend lange Öffnungszeiten, kurze Wartungszeiten – und so ziemlich alles lässt sich hier erledigen.
Nun gut, die Dame, die meinen Antrag auf einen provisorischen Reisepass, der ein jahr gültig ist, annahm, schein ein wenig mürrisch zu sein. Das Foto müsse man doch ausschneiden! Schon fühlte ich mich schuldig. Musste doch die arme Oranienburger Beamtin das selbst machen. Noch ein Blick aufs Foto und – “Wo haben Sie das Foto denn machen lassen?” Ob Emma bald Ärger bekommt? Was mit dem Foto nicht stimmt, sagte mir die weniger gut gelaunte Dame allerdings nicht.
Schon morgen kann ich das wichtige Dokument abholen.

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RTZapper

Helmut Schmidt außer Dienst

Donnerstag, den 5. Juli 2007
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MI 04.07.2007, 22.45 Uhr, Das Erste

Im Sommerloch läuft das Erste zur Hochform auf. Wenn Beckmann, Maischberger, Schmidt und Co. im Urlaub sind, werden die Programmperlen gesendet. Plötzlich hat der junge deutsche Film wieder Platz im Programm. Ebenso hochwertige Dokumentationen.
Wie am Mittwochabend der 90-minütige Film über Ex-Bundeskanzler “Helmut Schmidt außer Dienst”. Ein hochinteressantes Porträt über einen Mann, der nicht zur Ruhe kommt. Weil er noch so viel zu sagen hat. Noch so viel erreichen will. Außer Dienst zwar, aber ruhelos. 65 Jahre ist er mit seiner Loki verheiratet. 65. Unglaublich. Schön. Mit seinen 88 Jahren reist Schmidt noch immer durch die Welt. Hält Vorträge, recherchiert, schreibt Bücher. Und raucht noch immer, was das Zeug hält. Ein imposanter Mensch.
Und eine hervorragende Doku. Schade, dass nur im Sommer Zeit dafür zu sein scheint.

Hits: 9

RTelenovela

Traumtagebuch (22): Herzpochen

Donnerstag, den 5. Juli 2007
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-> 2.7.2007

Es geht mir gar nicht gut. Ich liege auf meinem Bett und mein Herz pocht gewaltig. Und schnell. Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht.
Ich richte mich auf. Es wird nicht besser. Das Herz pocht immer schneller, mir wird leicht schwindelig.
Ich lege mich wieder hin und greife nach dem Telefon auf dem Nachttisch neben mir. Ich wähle die interne Nummer des Wohnzimmers. Irgendwer muss kommen. Weil – so geht das hier nicht weiter.
Ich habe die falsche Nummer gewählt. Wie ist bloß diese Nummer? Ich wähle nochmal. Aber in diesem Moment kommt meine Mutter rein und fragt, was los ist.
Ich sage, dass es mir schlecht geht. Meine Stimme versagt. Ich kann nur noch flüstern. “Meine Stimme ist weg!”, flüstere ich.
Meine Mutter nimmt das alles aber nicht so richtig ernst. Erst als ich panisch aufstehe und fast wegkippe, merkt sie, wie ernst die Lage ist…

Und dann wachte ich auf und liege tatsächlich auf dem Bett.
Meine Verfassung ist okay. Dennoch hatte ich in der Nacht zuvor sehr lange nicht einschlafen können, weil ich Herzpochen hatte. Was immer das bedeuten mag…

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RTZapper

Streik-Frust

Donnerstag, den 5. Juli 2007
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MI 04.07.2007, B.Z.

Holla, was waren die Berliner stinksauer über den Streik der Lokführer! Der totale Frust. Ja, vielleicht sogar Hass! Absolutes Unverständnis.
Stand jedenfalls heute in der B.Z.
Unter der Überschrift “Streik-Frust” kommen 12 Berliner zu Wort. Nur eine davon hat Verständnis für den Streik. Die anderen – nicht. Aus unterschiedlichen Gründen.
Katrin, Studentin in Potsdam verpasst ihre erste Vorlesung. Ja, ganz schlimm, ärgert sie sicher ganz doll! Edita musste 6 Euro für ein Taxi bezahlen. Ja, Wahnsinn! Oliver beschwerte sich, dass die Hotline nichts wusste. Wie auch, lieber Oliver? Die Streikenden werden die Hotline sicher nicht informiert haben. Kirstin meinte, sie bekomme Ärger mit der Lehrerin, weil die zu spät kommt. Na ja, wenn die Lehrerin nicht ganz doof ist, weiß sie, dass Streik ist. Juliane beschwert sich, dass sie zu spät zur Uni kommt. Musterstudentin, oder was?
Eine ganz tolle Umfrage, die die B.Z. da gemacht hat. Alle sind ganz doll böse auf die Bahn.
Komisch nur, dass bei einer Umfrage im rbb (“Abendschau”) die Berliner relativ relaxt und verständnisvoll waren. Auch in anderen Nachrichtensendungen war von Frust bei den Reisenden keine 11:1-Meinung zu vernehmen.
Aber vielleicht wollte die B.Z. ja genau diese Antistimmung haben.

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RT im Kino

Schwedisch für Fortgeschrittene

Donnerstag, den 5. Juli 2007

Manchmal wäre es doch sehr spannend, wie die Deutschen bloß auf die Filmtitel kommen: Der schwedische Film “Heartbreak Hotel” kommt hierzulande mit dem Titel “Schwedisch für Fortgeschrittene” ins Kino. Sehr seltsam.
Sie sind in den 40ern und amüsieren sich trotzdem in der Disco. Tanzen und machen Männer an: Gynälologin Elisabeth (Helena Bergström) und Politesse Gudrun (Maria Lundqvist). Für sie soll das Leben nach ihren Scheidungen weitergehen. Das ist jedoch nicht ganz so leicht, wie sie sich dachten. Und ihr Nachwuchs sieht ihre Aktivitäten auch eher kritisch.
Zwei Frauen in der besseren Halbzeit ihres Lebens. Na ja, nicht ganz. Sie amüsieren sich zwar, dennoch müssen sie diverse Rückschläge erleiden. Aber darüber können sie ja miteinander reden, die Gudrun und die Elisabeth. Apropos reden: Ja, die beiden reden viel in diesem Film. Waerum sie tanzen gehen. Warum sie Männer ansprechen können. Und wenn nicht, warum nicht. Und wenn doch, wie es war. Und warum es geklappt hat. Oder nicht geklappt hat. Was man hätte anders machen können. Und so weiter.
Die Frau – das unbekannte Wesen. Das ganze Gerede ich auf die Dauer ungemein ermüdend. Selbst Momente, die in irgendeiner Hinsicht magisch sein könnten, zerreden die Damen total. Muss eben alles besprochen werden.
Und was das genau mit dem deutschen Filmtitel zu tun hat – das weiß bestimmt nur die Frauenwelt.

-> 4/10

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