Tagesarchiv für 4. Juli 2007

RTelenovela

Lobhudelei

Mittwoch, den 4. Juli 2007
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Klar, es schmeichelt einen doch so ein bisschen. Andererseits ist mir öffentliche Lobhudelei dann doch immer ein wenig peinlich. Aus Anlass des zehnten “Willi”-Geburtstages erschienen diverse Artikel zu diesem Thema. Darin ging es natürlich auch um mich, der die ganze Sache managt.
An sich schon mal komisch: Nicht zu interviewen, sondern selbst interviewt zu werden. Selbst Fragen zu beantworten. Und sich selbst fragen: Was wird dann bloß über mich in der Zeitung stehen?
Heute erschien die Sonderbeilage zum großen Jubiläum der Jugendseite. Eine feine Sache, die wir da zustande gebracht haben. Ist schon eine gute Truppe, die sich da um die ganze Sache geschart hat. Allein bekommt man so was schließlich nicht hin.
Deshalb hier nochmal der Dank zurück. Und jetzt ist Schluss mit der Lobhudelei. Ich werd ja noch ganz rot…

aRTikel

Himmelpfort ist nur eine Zwischenstation

Mittwoch, den 4. Juli 2007
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Julia Börner will in York studieren

MAZ Gransee, 4.7.2007

HIMMELPFORT
„13 Prüfungen in drei Wochen, das war ein ziemlicher Hammer!“ Aber Julia Börner hat das alles überstanden. Ganz entspannt sitzt sie im Außenbereich eines Bistros in Himmelpfort.
Zwei Jahre lang lernte sie in England am Impington Village College, lebte in den vergangenen Monaten direkt in Cambridge. Seit September 2005 schrieb sie 15 Artikel aus ihrer Zweitheimat. Und in diesen Tagen wird es noch einmal spannend: Sie erhält ihre Prüfungsergebnisse. „Wenn alles klappt, habe ich dann meinen Abschluss in der Tasche.“ Dabei handelt es sich um den IB, den International Baccalaureate. „Das ist ein international anerkannter Abschluss“, erzählt Julia.
Seit Wochen hat sie richtig dafür gebüffelt. „Teilweise mit Nachtschichten“, sagt Julia mit einem Schmunzeln. Was auch immer für eine Note dabei herausspringt: Sie fühlt sich gut vorbereitet für die Uni. „In England sind wir sehr viel selbstverantwortlicher für das, was wir tun.“ Man habe keinen Notenzwang, müsse aber diverse Belegarbeiten erledigen. Julia: „Und je mehr du machst, desto mehr hast du danach im Kopf.“
Sprachlich hatte die 18-Jährige wenig Probleme. Weder ihre Behinderung, Julia hat Ataxie, eine Koordinationsschwäche, noch die fremde Sprache an sich waren ein Hindernis. „Einige dachten, ich komme aus den USA“, erzählt sie, „das war schon ein großes Lob für mich. Wenn ich dann sagte, dass ich aus der Nähe von Berlin komme, war die Verwunderung groß.“
Anfangs hatte Julia Börner noch ein wenig Heimweh. „Ich habe auch Fehler gemacht, zum Beispiel irgendwelche überteuerten Sachen gekauft.“ Aber sie hat sich dann einfach an ihre Mitbewohner gehangen. Im zweiten Jahr war das alles anders: Sie zog von Impington nach Cambridge und lernte ihren Freund kennen. „Er kommt aus Petersborough, aber eigentlich aus Algerien“, erzählt Julia. Bald wird sie ihn wiedersehen.
Jetzt also wieder Himmelpfort. Der kleine Ort mit dem Weihnachtsmannpostamt und der Klosterruine. Wo nur das eine oder andere Auto am Bistro vorbeirauscht. Am Montag fliegt sie für drei Wochen zurück nach England. Und überhaupt steht in ihrem Lebensplan, erstmal ganz dorthin zu gehen. „Ich möchte in England zur Uni gehen“, sagt Julia Börner. „Am liebsten in York, drei Stunden nördlich von Cambridge.“ Wenn sie ihre erforderliche Punkteanzahl erreicht, sollte das auch kein Problem sein. Am Freitag kann sie das Ergebnis im Internet abrufen. Wir drücken die Daumen.

aRTikel

Sprachlose Chefin im Radio

Mittwoch, den 4. Juli 2007
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Karen Grunow und Robert Tiesler erinnern sich an die Anfangszeit der Jugendredaktion

MAZ Oranienburg, 4.7.2007

1997, als die Jugendseite erstmals erschien, hatte Karen Grunow die Zügel in der Hand. Ihre Aufgabe übernahm später Robert Tiesler. Ein Gedankenaustausch zum zehnten Willi-Geburtstag.

Robert Tiesler: Zehn Jahre Willi. Kannst du dich eigentlich noch an unsere allererste Redaktionssitzung erinnern?
Karen Grunow: Naja, keiner kannte sich, die damalige MAZ-Lokalchefin Ina Nehls hatte eine kleine Truppe organisiert, die die erste Jugendspezialseite stemmen sollte. Ich war noch völlig planlos. Was haben wir damals aus den wirren Ideen denn gemacht?

Robert: Auf der ersten Seite am 1. Juli 1997 hatten wir einen Beitrag über den Christopher Street Day in Berlin. Und über eine Frau, die sich um Jugendliche in Hennigsdorf kümmert. Redaktionssitzung war jeden Freitag, erschienen ist die Seite immer dienstags.
Karen: Nach der ersten Motivation nahm die Beteiligung an den Sitzungen aber schnell ab. Fleißig waren trotzdem alle. Die meisten gingen ja auch noch zur Schule. Das war perfekt, um die passenden Themen auszugraben. Apropos Sitzung: Ich erinnere mich gut an unseren Einsatz als Bollmann-Büroteam bei Radio Fritz. Du warst am Telefon souverän. Ich total sprachlos.

Robert: Sprachlos ist gut! Deine Gesichtszüge entgleisten, und du hast kein Wort rausgebracht, als du im Radio warst. Was sich im Radio ja super macht. Apropos telefonieren: Haben wir nicht mal im Kit Kat Club angerufen?
Karen: “Ja, äh, hallo, ähm, ich bin der Stefan. Haben die Gäste bei euch, ähähm, wirklich richtig Sex? Ähm, mmhmm. Ich bin ja sooo schüchtern! Muss ich mir dann auch Kondome mitbringen?” Wir haben damals auch ziemlichen Blödsinn verzapft. Waren aber eine prima Truppe. Und konnten uns im Sitzungszimmer der MAZ-Redaktion gut einigeln.

Robert: Stimmt, aber den Glaskasten haben sie ja voriges Jahr abgerissen. Irgendwann 1999 hast du Willi verlassen. Warum eigentlich?
Karen: Ich war halt zu teuer, Honey! Die neuen Verlockungen lagen im Internet-Boom. Auch schon wieder Schnee von vorvorgestern. Kurze Zeit später wurde Willi dein neuer Spitzname. Weiß hier in der Redaktion überhaupt noch jemand, wer du wirklich bist?

Robert: Doch, doch. Obwohl: einige nennen mich hier tatsächlich Willi. Das sollte mich nachdenklich machen. Dein Nachfolger war übrigens Matthias Gottwald, nach einem halben Jahr habe ich das Ding 2000 dann übernommen.
Karen: Und, musstest du an unserem tollen Konzept von damals etwas ändern?

Robert: Als du weg warst, hat uns die Chefetage immerhin Farbe auf die Seiten gebracht. Neue Serien und Reihen wurden ins Leben gerufen, und der Serviceteil ist ein wenig umfassender geworden. Ach ja, und wir haben die Redaktionssitzungen abgeschafft.
Karen: Oh! Na ja, wir waren aber auch immer ziemlich chaotisch. Und jetzt? Lässt du Kritik eigentlich noch zu, wenn ihr keine gemeinsamen Sitzungen macht?

Robert: Nie! Nein, im Ernst: Das läuft alles über E-Mail, Messenger und Telefon. Und die Redaktionstür steht sowieso immer offen. Jeder, der Themen hat oder kritisieren will, kann sich also melden oder vorbeikommen. Das funktioniert sehr gut.

RTZapper

Spiegel TV Extra: Sprit für den Kiez

Mittwoch, den 4. Juli 2007
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DI 03.07.2007, 23.10 Uhr: VOX

An dieser Stelle mal herzlichen Glückwunsch an Esso! Mit der Tankstelle am Hamburger Spielbudenplatz haben die schließlich das ganz große Los gezogen. Unzählige Reportagen wurden inzwischen an der Reeperbahn-Tanke gedreht. Es kann eigentlich niemanden geben, der dort noch nicht ins Fernsehen kam.
Nun war wieder mal Spiegel TV vor Ort, VOX strahlt die mehrteilige Reportage jeden Dienstagabend aus. Da streitet ein Autobesitzer darum, ob die Waschanlage schuld ist an der Beule in seinem Auto. Punks zoffen sich mit der Polizei. Und so weiter.
Langsam wird es höchste Zeit für eine tägliche Dokusoap aus Hamburg. Die Tankstelle gibt es sicher her…