Tagesarchiv für 25. März 2007

RTelenovela

Briefmarkennotstandsgebiet (3): Manchester

Sonntag, den 25. März 2007
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-> 10.12.2006

Machester (rt). Die Stadt Manchester im Nordwesten Englands wurde am Sonnabendnachmittag offiziell zum Briefmarkennotstandgebiet erklärt. Damit reiht sich die Stadt in ähnliche Krisenherde wie Heidelberg und Karlsruhe in Deutschland ein.
Ein Augenzeuge: “Es gibt Briefmarken zu kaufen in Manchester. Das ist an sich nicht das Problem. Ein Problem ist es allerdings, Briefmarken zu bekommen, die man auf Karten nach Deutschland kleben kann.”
Auf die Frage “Do you have stamps?” bekomme man zunächst eine positive Antwort. Wenn dann aber weiter nachhakt werde, würde nur noch mit dem Kopf geschüttelt und auf andere Geschäfte verwiesen.
Selbst im Trafford Centre mit seinen vielen Touristen, muss der Mitarbeiter im Post Office passen. Ein Besucher aus Deutschland: “Ärgerlich! Wieso denkt da schon wieder niemand mit??”
Im gesamte Zentrum von Manchester ist von der schweren Krise betroffen. Touristen bekommen immer das gleiche zu hören: “Not in the Moment.” “Was sicherlich heißt: nie”, so ein verärgerter Kunde.
Nur der Flughafen von Manchester ist von der Briefmarkenkrise ausgenommen. Entsprechendes Material ist hier vorhanden.
Wie lange die Krise anhält, kann momentan nicht vorhergesagt werden.

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RTelenovela

Traumtagebuch (14): Zu hoch

Sonntag, den 25. März 2007
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-> 22.3.2007

In einer größeren Gruppe (Schulklasse?) beschließen wir, in eine Gaststätte zu gehen. Während alle anderen ganz normal durch die Tür gehen und schnell drin sind, beschließen ich und noch einige andere (weiß nicht mehr genau, wer), einen anderen Weg zu laufen.
Gesagt, getan. Ist auch ganz einfach, völlig ohne Probleme. Fast.
Denn in die Kneipe selbst kommen wir nicht, denn plötzlich stehen wir auf einer Art Balkon ohne Geländer und sehen in die Tiefe. Es ist seehr tief – und es gibt keine Möglichkeit, da runter zu kommen,
Also zurück.
Doch auch da stoßen wir an eine ähnliche Grenze. Um zurück zur Straße zu kommen, müssen wir erneut eine meterhohe Mauer runter. Viel zu hoch, um runter zu springen.
Ich überlege noch, den Ticketautomaten zu nutzen, der an der Wand steht. Doch selbst der ist zu tief. Und einen Sprung darauf würde das Ding auch nicht verkraften.
Wir sind in der Sackgasse.
Doch Rettung naht. Die Feuerwehr kommt! Plötzlich steht schon jemand neben mir. Er erklärt, ich würde jetzt mit einer Trage da runter gebracht. Wie genau weiß ich nicht mehr. Und ich würde eine Betäubung bekommen, dass ich da alles nicht so genau mitbekomme.
Ich bekomme eine Spritze in den Bauch und döse recht schnell weg.
Schnitt.
Ich sehe, wie ich auf der Trage an einer Seilwinde nach unten gehievt werde. Danach die anderen beiden.

Dann wache ich auf und in Manchester geht gerade die Sonne auf. Zu früh zum Aufstehen…

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Six Feet Under – Gestorben wird immer: Alle warten

Sonntag, den 25. März 2007
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SA 24.03.2007, 23.45 Uhr, VOX

Nein, neue Folgen von “Six Feet Under”, dieser wirklich großartigen Serie wird es nicht geben. Serien-Erfinder Alan Ball hat sein Epos mit einem hochgradig beeindruckenden Ende beerdigt.
Die Geschichte der Fishers, der Familie mit dem Beerdigungsinstitut ist zu Ende erzählt. Alles ist gesagt. In einer großen “Vorschau” sahen wir Claire einen Highway entlangfahren – und das weitere Leben – und Sterben – der Fishers vorüberziehen – bis zu Claires Tod, im Jahr 2085. Mit 102 Jahren.
Großes Gänsehautfernsehen.

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RTZapper

Fernsehen in England

Sonntag, den 25. März 2007
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SA 24.03.2007, BBC One / Sky One / ITV1 / magic

Ein später Sonnabendabend im englischen Fernsehen.
Sky One zeigt vor dem Schlafengehen seltsame Polizeivideos. Eine Überwachungskamera filmt, wie eine Kassiererin brutal von einer Flasche getroffen wird, die ein Kunde nach ihr wirft. Ein Schwarzer. Ganz böse. So böse, dass das nochmal in Zeitlupe und im Bildausschnitt geziegt werden muss. Wie gesagt, ein böser Schwarzer. Ein anderer böser Schwarzer nutzt den Augenblick und klaut aus einem Regal in dieser Zeit ein Getränk. Natürlich auch nochmal groß in einem Bildausschnitt gezeigt. Böse Welt. Billiges Reality-TV von der ganz fiesen Sorte.

In der öffentlich-rechtlichen BBC läuft unterdessen ein Late-Night-Versuch. BBC One versucht es mit einem billigen Schreibtisch, einem verdammt schlecht gekleideten Moderator und einer abgewrackten Band. Grausam.

Oft muss man übrigens eine Weile warten oder den Videotext einschalten, um herauszufinden, welchen Sender man sieht. Die BBC und einige andere sender verzichten auf die Einblendung von Logos im Bild.

Spieler werden bei ITV1 bedient. Und man fühlt sich stark an 9live aus Deutschland erinnert. Genau das gleiche Konzept. Minutenlang wird ein Wort gesucht. Oder eine Art Kreuzworträtsel. Und weil es dafür 10000 Pfund gibt (ca 20000 Euro) wird das “Spiel” gleich mal schön in die Länge gezogen. Haben sie ja schließlich in good old Germany so gelernt. Dabei muss man gerade das nicht von uns lernen.

Ein ähnliches Konzept wie bei VIVA hat der Musiksender magic. Per SMS dürfen sich die Zuschauer ihre nächsten Clips aussuchen. Nur, dass das in England noch sehrviel teurer ist: 1,99 Pfund pro SMS. Was für ein Wucher.

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RTelenovela

Manchester (3)

Sonntag, den 25. März 2007
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Spannendes über Manchester in Kurzform:

+++Manchester ist an sich recht klein. Das City Centre lässt sich gut erlaufen. Alle Randgebiete muss man dagegen bahnmäßig erobern.
+++Bei den Regionalzügen gibt es keine Fahrkartenkontrolleure. Sind auch gar nicht nötig, man wird schon beim Betreten des Bahnsteiges kontrolliert. Ohne Ticket kein Zutritt.
+++In den Bahnhöfen gibt es so gut wie keine Papierkörbe. Auch die sind eigentlich nicht nötig. Ständig gehen “Müllmänner” rum, um Papier etc einzusammeln.
+++Die Fahrpläne der Metrolink sind eher mittelmäßig informativ. Man kann sich über die erste Bahn des Tages informieren und über die letzte. Ansonsten heißt es: einfach mal abwarten, wann welche Linie im Bahnhof eintrifft.
+++Die Schienen der Metrolink von Manchester sind teilweise in einem erbärmlichen Zustand. Wellen, Dellen, Rillen – das Schütteln und Rumpeln in den Waggons ist groß. Was nicht bedeutet, dass kein Vollgas gegeben werden muss.
+++Das Metrolink-Wochenendticket kostet 5 Pfund (ca 7,50 Euro). Ist in Ordnung.

+++Geht man in eine Kneipe, ein Pub, ein Café: einfach mal einen Tisch aussuchen und hinsetzen entfällt: Man wird platziert. Wie damals in der DDR.
+++In den meisten gastronomischen Einrichtungen herrscht ein Rauchverbot. Noch machen es die Betreiber freiwillig, bald wird es in England verbindlich eingeführt. Und es funktioniert: Die Luft in den Pubs ist klasse und es ist trotzdem voll. Da kann sich Deutschland mal einiges abgucken – aber hier macht man sich ja eher in die Hose deswegen.
+++Interessanterweise sind sowieso extrem wenig Raucher auf der Straße anzutreffen.
+++Ebenso übrigens Hunde. Ich glaube, dass ich keinen einzigen Hund in der Zeit gesehen habe. Dementsprechend auch keine Hundehaufen.

+++An den Linksverkehr muss man sich erst mal gewöhnen. Am wichtigsten ist es natürlich in dem Moment, wo man über die Straße gehen will. Also zuerst nach rechts sehen, dann nach links!

+++Es gibt einige große Einkaufszentren in Manchester. Das größte (Englands – oder gar Europas?) liegt etwas außerhalb: das Trafford Centre. Der pure Wahnsinn. Hunderte von Geschäften, Kneipen, Cafés. Außerdem Kinos und diverse Erlebniswelten. Es gibt ein Chinaviertel, New Orleans, den Orient, ein nachgebautes Schiff. Dort kann man sich ohne weiteres den ganzen Tag aufhalten – und viel Geld ausgeben.

+++Fish & Chips habe ich nicht gegessen. Ich habe es schlicht das gesamte Wochenende nicht einmal gefunden. Stattdessen: Burger. Oder besser: Burger and Beer. So lautet ein Angebot in einem der Pubs für 4,99 Pfund. Lecker! Und, ja, ich habe ein Guiness getrunken, auch wenn’s eher nach Irland gehört – aber ist ja auch Großbritannien…
+++In Tavernen und Pubs muss man selbst bestellen. Man geht zur Bar, nennt seine Tischnummer und bestellt. Getränke können gleich mitgenommen werden, Essen wird gebracht.

+++Heikles Thema: die Klospülung. Ist immer so eine Art Hebel, den man seitlich nach unten drücken muss. Ähnlich wie eine Pumpe. Und manchmal funktioniert es icht ganz wie gewünscht und es kommen nur einige Tropfen. Die richtige Spültechnik musste erst noch gefunden werden…

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