Tagesarchiv für 8. März 2007

RTZapper

Grand-Prix-Vorausscheid 2007

Donnerstag, den 8. März 2007
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DO 08.03.2007, 20.15 Uhr, Das Erste

Er war das geringste Übel: Roger Cicero fährt für Deutschland nach Helsinki zum Eurovision Song Contest 2007.
Es war extrem schmale Kost, die uns der NDR heute Abend vorsetzte. Drei Beiträge, zwei Totalausfälle und ein Kompromiss. Das ist alles, was Thomas Herrmanns uns zu bieten hatte.
Apropos Thomas Herrmanns: Ist es wirklich gut, einen absoluten Grand-Prix-Fan den Grand-Prix-Vorausscheid moderieren zu lassen? Einen, der alles, alles toll findet? Ein wenig Distanz wäre auch mal ganz schön. Wo ist die Selbstironie? Wahre Grand-Prix-Fans finden nicht alles toll am Schlagerwettbewerb.
Heinz-Rudolf Kunze. Also, mal ehrlich: Er wäre mir in Finnland eher peinlich als alles andere gewesen. Sein Look hätte im Ausland sicherlich zu Missverständnissen geführt, warum wir Kandidaten aus den 80ern zum wettbewerb schicken. Sein Song hatte ebenfalls nichts, was wir für den Grand Prix brauchen. Die Melodie war schrott, völlig uneingängig. Wir hätten keine Chance gehabt.
Monrose. Die ProSieben-Casting-Babes waren echt voll glücklich, dass sie hier teilnehmen durfen. Ich nicht. Mit der uninsperierten Popnummer wären wir die 655. Variation der Reihe “Popschlampen singen Popreste”. Wir hätten keine Chance gehabt.
Roger Cicero. Ja, ganz nett. Deutscher Swing. Ja, gut. Wieder mal was Neues. Warum nicht? Doch für die europäische Show fehlt auch hier das Unverwechselbare. Auch hier fehlt die eingängige Melodie, der nötige Schmiss, um in drei Minuten überzeugen – und vor allem: im Gedächtnis zu bleiben. Wir haben so gut wie keine Chance in Helsinki.
Beste Nummer des Abends: Texas Lightning mit ihrem “No No Never”. Noch immer ein super Song, trotz des schlechten Abschneidens.
So deprimierend wie heute war der Grand Prix wohl noch nie.

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RTZapper

Weihnachten im Februar

Donnerstag, den 8. März 2007
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DO 08.03.2007, Märkische Allgemeine

Ach, was für ein rühriges Foto. Weihnachten in einer Rathenower Familie. Drei Kinder stehen rechts auf dem Bild, daneben die Mama (oder die Oma, kann man nicht eindeutig sagen), im Türrahmen hat sich Papa (Opa) aufgebaut. Ihnen gegenüber steht ein Weihnachtsmann mit seinem bunten Sack.
Kein besonderes Foto, hat jeder irgendwie schon mal gemacht, höchstwahrscheinlich sogar besser.
Und doch ist es kein normales Foto: Es gewann den Fotowettbewerb “Augenblicke” in der Märkischen Allgemeinen aus Potsdam – und löste eine große Kontroverse aus. So groß, dass sich die Redakteure wohl entschlossen, einen großen Artikel dazu in ihrem “MAZ spezial” zu veröffentlichen ( http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10885011/63529/ ) .
Eine Flut von Leserbriefen erreichte nämlich die Redaktion.
Und, ja, die Verwunderung ist groß. Was bitte ist an diesem wirklich nicht besonderen Foto so herausragend? Die Familieneinigkeit? Die gibts hoffentlich nicht nur in Rathenow! Das Motiv? Auch das ist nicht wirklich schmeichelhaft. Der Weihnachtsmann mit Maske und Milka-Sack ist auch nicht das Wahre. Was also hat die Jury bewogen, dieses Foto zur Nummer 1 zu machen?
Wir werden es wohl nie wirklich verstehen. Ich schicke demnächst auch mal ein paar pupsige Familienfotos hin – wenn man echt so ne Chance hat, zu gewinnen…

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RTelenovela

Männerstau am Frauentag

Donnerstag, den 8. März 2007
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Der Blumenladen im Oranienburger Bahnhof war heute ziemlich leer. Leer im Sinne von: Keine Blumen mehr. Von einem Mangel an Kunden kann die Ladenbesitzerin heute wirklich nicht reden.
Frauentag! Da schenkt man den lieben Damen doch gern mal ein Blümchen. Schon heute Vormittag wurden im Büro Blumen verteilt.
Das ist der Osten: Leistet sich gleich zwei Feiertage für die Frauenwelt – den Frauentag und den Muttertag. Die Damen stauben gleich zweimal ab. Und wir Männer? Müssen weiter den Himmelfahrtstag missbrauchen…
Es war schon später Nachmittag, als ich den Laden betrat. Am Tresen stand eine lange Schlange – alles Männer. Wahrscheinlich die, die heute Morgen den Frauentag vergessen haben.
Einer stopfte sich den Strauß Blumen in seinen loddrigen Rucksack. ich will nicht wissen, wie die aussehen, wenn er die Blumen da wieder rausholt.
Tja, liebe Frauen! Alles Gute!

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RTZapper

ZAPPER VOR ORT: ITB 2007

Donnerstag, den 8. März 2007
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DO 08.03.2007, Berlin, Messegelände

Lange nicht so spannend wie die Funkausstellung oder die Grüne Woche: Momentan findet in den Messehallen unterm Funkturm die Internationale Tourismusbörse (ITB) statt.
Riesige Menschentrauben in der Balearen-Halle: Drei Prominente haben sich angesagt. Top-Model Claudia Schiffer und die Ex-Tennis-Asse Boris Becker und Carl-Uwe Steeb wollten den Leuten erzählen, wie toll es doch auf Mallorca ist. Und na ja, irgend so ein spannendes Golfturnier wollten sie auch noch bewerben.
Aber wer interessiert sich schon für Golf? nein, die Leute waren da, um die Promis zu sehen. “Wen wollen wir sehen?”, fragte ein Mann seine Frau, als sie gerade am großen Trubel vorbeischlenderten.
Steeb las vor, was man ihm zu diesem hochspannenden Thema alles aufgeschrieben hatte. Dass er ja auch auf Malle wohnt, es wirklich schön da sei. Und so weiter. Ach ja, Urlaub macht er natürlich auf auf den Balearen – auf Menorca! Ach was!
Bobbele ist auch oft auf Mallorca. Na ja – oft. Eher ab und zu, wenn er mal Zeit hat. Aber er liebt Mallorca! Auch wegen des Klimas. Im Herbst kann man da noch mit kurzer Hose entlang spazieren. Nun ja, das kann man, wenn das mit dem Klima so weiter geht, bei uns auch bald.
Aber es ist doch immer wieder spannend, wofür sich Promis so alles hergeben. Auf einer Messe vom Zettel abzulesen, warum Malle toll ist – na ja, die haben doch sicher auch schon bessere Zeiten erlebt…

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RT im Kino

Das wahre Leben

Donnerstag, den 8. März 2007

Er arbeitet in einem großen Unternehmen. Sie hat eine Galerie. Beide haben zwei Kinder. Es läuft gut.
Doch die Familienidylle trügt: Roland (Ulrich Noethen) verliert seinen Job. Seine Frau Sybille (Katja Riemann) langweilt sich total. Sohn Charles, gerade bei der Bundeswehr (Volker Bruch), versucht mit seinem Schwulsein klarzukommen. Und Linus (Josef Mattes), bastelt in seinem Zimmerchen seelenruhig kleine Bomben.
Roland muss erkennen, dass er mit seiner Familie bisher wenig zu tun hatte, sie ihnen fremd ist – und er ihnen auch. Nach und nach gerät die Familiensituation vollkommen außer Kontrolle.
Ob “Das wahre Leben” nun das wahre Leben der Deutschen darstellt, sei dahingestellt. Der Titel bezieht sich auch eher darauf, dass sich eben dieses wahre Leben in Rolands Familie mehr und mehr darstellt.
Zwar schießt Regisseur Alain Gsponer am Ende ziemlich übers Ziel hinaus, wird alles doch sehr suspekt, doch bis dahin liefert er ein recht überzeugendes, spannendes, mitunter auch humorvolles Werk ab.

-> 4/5

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