Tagesarchiv für 17. Februar 2007

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (14): Der falsche Zug nach “Ring”

Samstag, den 17. Februar 2007
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Wozu gibt es eigentlich die neuen, modernen Anzeigetafeln bei der Berliner S-Bahn, wenn sie im Ernstfall nicht genutzt werden (können)?
Offenbar wegen Pendelverkehr fuhr die Ringbahn in Gesundbrunnen heute von den entgegengesetzten Gleisen und Bahnsteigen. Was aus zwei Gründen für Verwirrung sorgte: Erstens, weil die Anzeigetafel nichts anzeigte. Und zweitens, weil in der S-Bahn selbst nur “Ring” als Ziel angegeben wurde. Doch Nichtkenner fragen sich: In welche Richtung des Rings? So standen heute massenweise ratlose Menschen vor der wartenden S-Bahn im Gesundbrunnen. Die zudem sehr leisen Ansagen aus den Lautsprechern waren auch nicht sehr hilfreich.
So war ein munteres Ein- und Aussteigen zu beobachten? Und immer wieder die Frage: in Richtung Schönhauser Allee oder Wedding? Als die Bahn dann irgendwann in Richtung Wedding abdüste, war das Geschrei groß – viele standen dann wohl doch vor dem richtigen Zug…

Und dann war da noch der Bahnhofsvorsteher in Birkenwerder, der sein “Zurückbleiben!” dermaßen über den ganzen Bahnhof schrie, dass alle in der Bahn zusammenzuckten.

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ZAPPER VOR ORT: Roter Teppich der Berlinale 2007

Samstag, den 17. Februar 2007
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SA 17.02.2007, 18.00 Uhr, Berlin, Berlinale-Palast

Die große Metropole. Das berühmte, renommierte Filmfest. Die große Abschlussgala. Der Einlauf der Stars. Stimmung auf dem Siedepunkt.
Bis zu Punkt 4 war alles da am Roten Teppich der Berlinale am Potsdamer Platz in Berlin. Nur die Stimmung. Stimmung war irgendwie nicht da. Woher sollte die auch kommen?
Hinter der Absperrung standen zwar Hunderte Schalustige, aber nur die wenigsten haben etwas gesehen. Oder besser gesagt: Die meisten haben nur auf die Leinwand gestarrt, auf der der Einlauf der Stars zu sehen war. Ansonsten herrschte – bis auf die rumschreienden Fotografen – Stille.
Keine Musik, keine Moderation mit Infos für die Leute – nichts. Von einer feierlichen Stimmung war abseits des Teppichs nichts zu spüren. Als ob wir es mit einem Posemuckel-Event zu tun haben. Für die Zaungäste wurde so gut wie nichts geboten.
Außer vielleicht Dieter Moor: Der 3sat-Moderator bereitete sich in seinem gläsernen Berlinale-Studio auf seine Sendung vor. Mit diversen Grimassen und Übungen mit seiner Zunge. Und seine Teleprompter-Texte durfte man auch schon mal vorab lesen.
Ein Raunen gab es genau dreimal: Als die Jury, allen voran Mario Asorf zu sehen war. Den größten Aufruhr erntete Barbara Schöneberger, als sie mit ihrem Pelz der Limosine entstieg. Und auch Klaus Wowereit wurde mit Gemurmel begrüßt.
Und das wars dann auch. Eigentlich muss man dafür nicht dorthin fahren. Wirklich was zu erleben gibt es nicht.
Dann dann lieber einen Imbiss in den Arcaden. Na ja, nächstes Mal dann…

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Astro live: Wasserwahrheiten

Samstag, den 17. Februar 2007
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FR 16.02.2007, 1.00 Uhr (Sa.), Astro TV

Der Alex ist ein ganz cooler. Lümmelt vor der Astro-TV-Kamera. Sieht irgendwie so aus, als sei er müde. Denn er hat die Augen geschlossen. Ist ja auch schon spät. Schon nach 1 Uhr. Oder konzentriert er sich?
Der Astroirrsinn geht weiter. Kartenleserei, ohne in die Karten zu sehen, wie es Lorelei und Luke gern bei fresh4u mal machen. Aus irgendwelchen daten die Zukunft erraten. Und dann noch der Alex: Er sieht die Zukunft im Wasser. Genauer: in einer Schüssel mit Wasser. Einfach mal raufsehen und schon weiß er Bescheid. Klar.
Sebastian ruft an. Er will mit seiner Freundin zusammen sein, sie aber irgenwie nicht mit ihm. Der coole Alex hört zu und sieht in seine Wasserschüssel (Ist das Wasser eigentlich warm?). Und erblickt Erstaunliches: Der Sebastian solle abwarten. Er solle sie lassen. Sie nicht gleich Kirre machen. Was man eben so sagt, wenn man auf einer schüssel voll Wasser glotzt. Es gebe wichtige intensive Momente zwischen dem Sebastian und seiner Freundin. Es müsse eine Konstante gefunden werden. Im Wasser sieht Alex auch (das heißt, er sieht gar nicht ins Wasser), dass sich Sebastian an sich richtig verhalte. Das alles gehe weiter, bis völlige Harmonie herrsche.
Tja, was es nicht alles gibt. Das steht alles im Wasser, das vor dem Alex steht. Nun gut, das alles hätte ich Sebastian auch sagen können. Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand hätte das jeder dem Sebastian sagen können. Aber Alex verdient halt Geld damit. Und mal ehrlich: Wie armseelig muss man sein, um deshalb bei einer Astroshow anzurufen, Geld auszugeben, um etwas gesagt zu bekommen, dass ihm hätte jeder sagen können?
Nachdem Alex Sebastian abgefertigt hat, schließt er wieder seine Augen, träumt wahrscheinlich von seinem Geld (nein, wartet auf den nächsten Anrufer) und hofft wohl, dass sein Wasser nicht schal wird.
Maria ruft an. Fragt, welcher Job finanziellen Erfolg bringt. Alex ist überfordert. Nein, das könne er nicht sagen, watscht er seine Anruferin ab. Was, so was steht nicht im Wasser? Wie unangenehm. Maria solle die Frage präzisieren. Zum Beispiel, ob man als Köchin gut Geld verdienen könne oder nicht. Dann kann der Alex was im Wasser lesen. Oder eben mal überlegn, ob eine Köchin gut verdient. Aber dann kann die Maria auch bei der Telefonauskunft sagen, die weiß das sicher auch.
Der Alex ist schon ein ganz cooler. Auch wenn er mehr wie ein arroganter Schnösel wirkt, wie ein Wichtigtuer. Es ist schon erschreckend, dass da wirklich Leute anrufen und denken, sie bekommen da substanzielle Sachen erzählt. So ziemlich alles, könnte jeder Mensch beantworten, ohne sich Astroexperte zu nennen.
Maria ist wegdrückt aus der Leitung. Und Alex wartet wieder. Augen zu. Müde? Ist ja schon 2.25 Uhr. Alex, der Astro-TV-Sandmann.
Eine frau ist dran: Was ist schief gelaufen, ist ihre Frage. Sie wartet auf Besuch aus Koblenz, der nicht da sei. Alex greift zu seinen Karten, das Wasser scheint ungeeignet. In den Karten sieht er eindeutig einen Verkehrsunfall. Schock zu früher Morgenstunde. Seine Anruferin sei in Warteposition, die Autofahrt sei aufgeschoben. Hatte sich die Frau vor dem Anruf Sorgen gemacht, ist sie nun bestimmt nicht beruhigt.
Ist das alles seriös? Auf jeden Fall extrem unangenehm!

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