Tagesarchiv für 6. Dezember 2006

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Deutschland. Ein Sommermärchen

Mittwoch, den 6. Dezember 2006
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MI 06.12.2006, 20.15 Uhr, Das Erste

Ja, es ist schon wieder ein halbes Jahr her, dass die Fußball-WM in Deutschland zu Ende ging. Ein Sommer, der uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Fußball-Abende.
Zu Hause, bei Freunden oder beim Public Viewing. Die Spannung. Der Jubel. Die Begeisterung. Die Fahnen.
Und der Schock. Und die Trauer.
Heute lief der Film zum Fußballsommer im Ersten. “Deutschland. Ein Sommermärchen”. Hinter den Kulissen der WM. Ein toller, emotionaler, spannender und immer interessanter Film.
“Deutschland. Ein Sommermärchen” brachte die Erinnerungen zurück. Schöne. Bis halt zu dem blöden Italien-Spiel.
Im Kino wirkte die Faszination allerdings mehr, das Gemeinschaftserlebnis im großen Saal war viel schöner. Das Fernsehen bringt solche Gefühle eben nicht so gut rüber. Wer nicht im Kino war, um es nun im Fernsehen zu sehen – eine Fehlentscheidung!

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aRTikel

Eine riesige Entdeckungsreise

Mittwoch, den 6. Dezember 2006
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Der Schauspieler Christian Blümel über seine Zeit in Gransee und den „Lebensversicherer“

MAZ Gransee, 6.12.2006

Christian Blümel, Jahrgang 1983, ist ab morgen in „Der Lebensversicherer“ im Kino zu sehen. Schon 1993 spielte er erste Filmrollen. Sein Abi machte er 2003 in Gransee. MAZ-Mitarbeiter Robert Tiesler traf sich mit ihm spät abends in einer Bar in Berlin-Friedrichshain.

Du kommst gerade von einem Filmdreh.

Christian Blümel: Ja, der Film wird wahrscheinlich „Zähne zeigen“ heißen und ist eine Dreiecksgeschichte, in der es um soziale Konflikte gehen wird. Er spielt in Halle-Neustadt, wird teilweise aber auch in Berlin gedreht.

Morgen kommt „Der Lebensversicherer“ in die Kinos. Hier spielst du eine kleine Nebenrolle.

Blümel: Genau, ich bin Charlie, der mit seiner hochschwangeren Freundin eine Familie gründen will. Sie wollen nach Berlin trampen und treffen in einer Autobahnraststätte auf eben diesen Lebensversicherer. Der bietet ihnen ein Geschäft an, verspricht ihnen 5000 Euro seiner Lebensversicherung, wenn sie ihn umlegen.

Wie kam es dazu, dass du bei diesem eher kleinen Film dabei bist?

Blümel: Das Drehbuch war schon ganz spannend. Es ist ein „Kleines Fernsehspiel“. Und das verspricht eigentlich immer ein recht intensives und freies Arbeiten. Ich hatte vier oder fünf Drehtage.

Vor einigen Wochen lief in der ARD „Führer Ex“, der 2002 in den Kinos gezeigt wurde.

Blümel: Es ist inzwischen fünf Jahre her, dass wir ihn gedreht haben. Heute habe ich damit auch nicht mehr allzu viel zu tun. Ich werde aber immer noch oft darauf angesprochen. „Führer Ex“ war auch schon das dickste, was ich bisher gemacht habe.

Wie siehst du den Film heute?

Blümel: Ich habe „Führer Ex“ in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr angesehen. Er ist ganz okay, obwohl ich ihn heute aber nicht als so besonders gut empfinde. Ich glaube, ich habe auch viele Fehler gemacht, vieles ist nicht so gut rübergekommen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Kannst du dich an deine allererste Rolle erinnern?

Blümel: Ja, das war 1993 im Film „Heller Tag“, ein kleiner Kinofilm in Schwarzweiß. Hier habe ich die Kindheit von Bruno Ganz gespielt. Bis jetzt auch der schönste Film, den ich je gemacht habe.

Wie kam es dazu?

Blümel: Damals ging ich noch in Berlin zur Schule. Irgendwann kam jemand, um junge Leute für ein Casting zu suchen. Ich habe mitgemacht und es hat prompt geklappt.

Wolltest du immer Schauspieler werden?

Blümel: Na ja, eigentlich wollte ich Pilot werden, da war ich mir immer ganz sicher. Aber mit dem ersten Film war ich schon angetan von dieser ganzen Sache. Es war eine riesige Entdeckungsreise. Und es macht auch immer noch Spaß.

Du bist später an das heutige Strittmatter-Gymnasium nach Gransee gewechselt und hast in Zernikow gewohnt, wo deine Eltern heute noch leben. Hast du damals Reaktionen von Mitschülern bekommen?

Blümel: Die haben das immer mehr oder weniger aufmerksam verfolgt. Es war schon meist ein gemischtes Feedback, kam auch immer auf die Rolle an. In einer Folge von „Hallo Onkel Doc“ habe ich mal einen Schwulen gespielt, das hat dann für entsprechende Reaktionen gesorgt. Ich war dann für einige immer die Schwuchtel.

Kommt man damit klar?

Blümel: Man lernt, damit umzugehen. Wird dickhäutiger, was das angeht. Und man lernt, zu dem zu stehen, was man macht.

Hast du sonst noch Erinnerungen an deine Schulzeit in Gransee?

Blümel: Das war eine Zeit, in der es immer Hochs und Tiefs gab, aber insgesamt waren es schöne Zeiten.

Und wie ging es nach dem Abi im Jahre 2003 weiter?

Blümel: Ich bin dann nach Berlin gegangen. Ich habe als Zivi im Altenheim gearbeitet, in einer Demenzstation. Es war allerdings auch eine ziemlich harte Zeit. Dann ging es weiter mit dem Drehen.

Wirst du auf der Straße erkannt? Wie reagierst du darauf?

Blümel: Das passiert vielleicht ein- bis zweimal in der Woche. Das ist immer sehr komisch.

Was kommt als Nächstes?

Blümel: Die Dreharbeiten für „Zähne zeigen“ werden noch eine Weile dauern. Bei den „Rettungsfliegern“ werde ich auch in einer Folge dabei sein. Außerdem will ich meine eigene Produktionsfirma gründen. Mit Freunden will ich interessante Filme zustande bringen.

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