Monatsarchiv für November 2006

RTelenovela

Fast!

Mittwoch, den 29. November 2006
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Fast wäre es zu einer Katastrophe gekommen.
Ich stehe am U-Bahnhof Frankfurter Allee, warte auf die U5 zum Alexanderplatz. Mit dem Rücken zum Bahnsteig lese ich in einer Zeitung. Plötzlich höre ich hinter ein kurzes “Plong”, ein Stöhnen und schließlich “Hilfe!”.
Ein Junge von vielleicht 10 Jahren ist auf das Gleis gefallen. Wie er das geschafft hat – keine Ahnung. Und auf der Anzeigetafel blinkte bereits der Schriftzug “Alexanderplatz” – die Bahn musste jeden Moment einfahren.
Entsetzen unter den Leuten auf dem Bahnsteig, zwei, die ganz in der Nähe stehen, erfassen die Lage schnell und ziehen den Jungen wieder raus. Nicht ganz eine halbe Minute später kommt die U-Bahn.
Nachdem sich der Kleine vom Schock erholt hat, humpelt er in die Bahn.

RTelenovela

Heidis Wonderland

Dienstag, den 28. November 2006
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Seit (nein, ich sage jetzt nicht genau, seit wann) einiger Zeit läuft bei mir Heidi Klums neuer Weihnachtssong in der Dauerschleife. Krizz wollte mir zwar zeigen, was für Müllmusik produziert wird, als er mir den Link schickte. Aber der Schuss ist wohl nach hinten losgegangen.
Ich bin süchtig nach Heidis “Wonderland, Wonderland, shining stars, jingle bells”!!
Sehr geil! Weihnachten kann kommen!!

RTelenovela

Dauerduscher (4): Er duscht nicht mehr, aber…

Dienstag, den 28. November 2006
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-> 22.5.2006

Jünter duscht nicht mehr! Jedenfalls nicht mehr die ganze Zeit. Jünter verlässt doch tatsächlich auch mal die Dusche. Sonst habe ich ihn inzwischen schon oft in einer der Duschen der Turm-Erlebniscity angetroffen, wo er duschte und duschte und duschte. Wenn ich zum Schwimmen ging und auch noch, wenn ich vom Schwimmen wiederkam.
Aber heute…
Heute lief er in der Sauna rum. Ein Phantom! Hatte wohl von der doofen Dusche und dem Rumgeglotze die Nase voll und musste mal neue Eindrücke sammeln.
Jünter, man sieht sich…

RTZapper

Mein RTL

Dienstag, den 28. November 2006
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“Mein RTL” flüstert mir mein Fernseher entgegen, wenn ich mal eben diesen Privatsender einschalte. Dabei sieht man total glückliche Menschen.
Was also bedeutet “Mein RTL”? Dass der Sender den Leuten gehört, die in den Spots zu sehen sind? Warum wollen die mir aber “ihr RTL” unter die Nase reiben? Mir doch wurscht, wessen RTL das sein soll.
Oder wollen die mir mit “Mein RTL” sagen, dass RTL mir, dem gelegentlichen Zuschauer gehört?
Kann ich mir nicht vorstellen.
Denn, wenn “Mein RTL” tatsächlich mein RTL wäre, würde der Sender ganz anders aussehen.
Zunächst würden von heute auf morgen die dämlichen Gerichtsshows abgesetzt. Gleich danach Pseudoinformationssendungen a la “Punkt 12″. Formate wie “Mein Baby” und “Meine Hochzeit” würde “mein RTL” nicht produzieren. Die Moderationsroboter von “Upps – Die Superpannenshow” würden zum Sonderpreis an 9live verkauft werden. Tine Wittler müsste ihre Wohnungen alleine renovieren.
Die Serien und Filme wären anspruchsvoller. Hin und wieder gäbe es ein plitisches (!) Magazin. Spannende Reportagen, niveauvolle Unterhaltung.
Aber in Wirklichkeit ist es ja nicht “Mein RTL”. Der Spruch ist Nonsens. Ich bin RTL vollkommen egal.

RTZapper

Liebte der Osten anders?

Dienstag, den 28. November 2006
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MO 27.11.2006, 21.00 Uhr, Das Erste

Was die Politik in der DDR angeht, wird ja heutzutage gern der Mantel des Schweigens ausgebreitet.
Beim Thema Sex – da hatte die DDR aber echt was drauf. Heute zu sehen in einer ARD-Reportage.
Zwar gab es im sozialistischen Staat keine Pornoheftchen und Sexkinos. In den Betten ging trotzdem voll die Post ab. Und die Frau hatte beim Sex das Sagen. Nicht so im Westen: Da durften die Frauen höchstens ihren Kerlen was Leckeres kochen, weil sie sonst schlechte Laune bekommen.
Im Osten gab’s die Pille kostenlos und hieß “Wunschkind-Pille”. Im Westen gab es lange Diskussionen darüber.
Die jungen Pioniere mussten zwar nicht viel über den “anderen Teil der Welt”, darüber, wie das mit Mann und Frau so funktioniert, wurden sie von Vater Staat aber durchaus in Kenntnis gesetzt.
Im Westen war dafür Oswald Kolle zuständig.
Die Ossi-Eltern bekamen erzählt, dass das Onanieren der pubertierenden Jungs nicht schädlich sei – außer, sie machen es sich gegenseitig. Und eine eventuelle Homosexualität war in der DDR nicht so gern gesehen.
Tja, was also den Sex angeht, war die DDR sehr viel mehr fortschrittlich als der Westen Deutschlands. Weniger in der medialen Verbreitung von Sex und Erotik, mehr was das Wissen und den Umgang damit anging. Erstaunlich eigentlich.
Und nun? Alles vorbei. Jetzt haben wir Pornos, Titten und Ärsche überall, wo wir hinsehen.
Und ist das jetzt besser?

aRTikel

“Hochkultur auf niedrigem Niveau”

Montag, den 27. November 2006
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Die Oderhähne aus Frankfurt gastierten mit Schnäppchenshow in der Orangerie

MAZ Havelkultur, 27.11.2006

ORANIENBURG

Alles wird billiger. Überall nur Schnäppchen. Der Mittwochskracher im Supermarkt ist ein Rheinischer Rollbraten für 3,49 Euro. Mischhack gibt’s für 99 Cent pro Kilo. Na, wenn das mal kein Gammelgehacktes ist.
Klar, in Zeiten in denen alles immer billiger wird, kommt eine „Schnäppchenshow“ gerade recht. Gerade die boten am Freitagabend die „Oderhähne“ in der Orangerie im Oranienburger Schlosspark. Die Kabarettgruppe aus Frankfurt (Oder) zog in ihrem Programm mal bissig, mal flapsig, hin und wieder aber auch ziemlich flach das politische und gesellschaftliche Geschehen in Deutschland durch den Kakao. „Die Eintrittskarte wurde Ihnen ja für ganze 15 Euro hinterhergeschmissen“, ätzte Oderhahn Wolfgang Flieder. Dafür könnte man in der Oper in Berlin gerade mal die Aufbewahrung der Garderobe bezahlen. „Die Schnäppchenshow“ dagegen sei „Hochkultur auf niedrigem Niveau“.
Auf einer Leinwand wurde das Possenspiel einer Frankfurter Plenarsitzung aufgeführt, in der es darum ging, was in der Öffentlichkeit diskutiert werden könne und was doch besser nichtöffentlich. Den Zuschauern in Oberhavel dürfte das aus diversen Sitzungen des Kreistages bekannt sein.
Die Liebe zwischen Angela Merkel und Franz Müntefering wurde ebenso besungen wie ein mögliches Bündnis zwischen Guido Westerwelle und Edmund Stoiber. Und Oskar Lafontaine: „Ich bin nur ein armer Wandergesell, gute Nacht, armes Deutschland.“ Nicht fehlen durfte auch die „Super-Nanny für durchgeknallte Politiker“: Sabine Christiansen.
Jeder Politiker bekam von der Kabaretttruppe sein Fett weg. Da hieß es, dass Joschka Fischer gerade in Berlin sei. „In der Charité wartet er auf die Entbindung seiner zukünftigen Frau.“ Angemerkt wurde auch, dass Angela Merkel ja nun schon der dritte FDJ-Sekretär sei, der es zum Regierungschef geschafft hat – nach Erich Honecker und Egon Krenz.
Das Publikum in der fast ausverkauften Orangerie amüsierte sich köstlich über die Politikerschelte. Auch wenn manches eher Kalauer als Pointe war, trafen die Oderhähne damit den Nerv der Zeit. Schnäppchen gäbe es überall. Wirklich überall. Selbst im Erotiksalon Pussycat. „Fehlt ’ne Tussi, call a Pussy“, so das Motto des fiktiven Unternehmens. Und das Angebot: „Zahl zweimal, mach’s dreimal!“
Margit Meller, Dagmar Gelbke und Wolfgang Flieder ließen kein Thema aus. Gunther van Hagens Plastinate, Tupperpartys („wenn Damen sich gegenseitig ihre Dosen zeigen“), Brötchen, die seit Zeiten der Ostmark 80-mal teurer wurden. Warum allerdings eine ganze Nummer, über die neuen Kaufsitten im Supermarkt, fast wortwörtlich von Jürgen von der Lippe „übernommen“ wurde – war die etwa auch ein Schnäppchen?

RTZapper

Top Dog – Deutschland sucht den Superhund

Montag, den 27. November 2006
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SO 26.11.2006, 14.25 Uhr, VOX

Zunächst sollten wir mal klarstellen, dass nicht Deutschland einen Superhund sucht. Ansonsten wäre die VOX-Sendung nicht aus dem Hauptabendprogramm geflogen.
Vielmehr suchen ein paar Leute den Superhund, die irgendwelche seltsame Vorstellungen davon haben, wozu so ein Haustier eigentlich da ist. Leute, die ihr Tier dazu benutzen, um ihr Ego aufzupolieren.
Nein, es ist nicht spannend, Hunden dabei zuzusehen, wie sie sich durch ein Labyrinth kämpfen, um zu Herrchen oder Frauchen zu finden. Wie die Dogge Artemis (so heißt auch Berlins Edelpuff) länger braucht und erst später zu Herrchen findet. Und wie Kallemops von Frauchen gerufen wird.
Der Pudel Estrello hat die gleiche Frisur wie Frauchen. Der Hund findet das sicher nicht lustig, kann sich aber nicht wehren. Furchtbar! Die armen Tiere. Gestylt bis zum Erbrechen, nur um dem Menschen zu gefallen.
Dass diese Show für VOX ein Flop ist, kann nur gut sein. Eine zweite Staffel dieses Tierexperiments wird es somit hoffentlich nicht geben.