Tagesarchiv für 20. September 2006

RTelenovela

Arbeitsplatzpremiere

Mittwoch, den 20. September 2006
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Nach zwei Wochen im provisorischen Büro habe ich heute endlich meinen neuen Arbeitsplatz bekommen. Die Renovierung in den beiden größten Räumen ist vollzogen: neuer Bodenbelag, die Wände frisch gestrichen, teilweise neue Tische.
Und doch verlief alles ein wenig anders, als ursprünglich geplant. Ich bin nun doch nicht an meinen alten Platz zurückgekehrt. In der vergangenen Woche fand ein regelrechtes “Platzkarussell” statt. Die wenigsten Kollegen sitzen dort, wo sie vorher auch gesessen haben. Plätze wurden getauscht, Zimmer gewechselt.
Ich werde mich an meinen neuen Platz gewöhnen müssen. Ich sitze nun quasi unter Dauerbeobachtung meines Chefs. Sein Büro liegt direkt hinter mir, durch die Glasfront kann er mich theoretisch immer beobachten, auf meinen PC sehen.
Aber ich habe Vorkehrungen getroffen: Hinter mir steht ein Regal, darauf ein paar Ordner, die die Sicht versperren. Trotzdem: momentan noch ein seltsames Gefühl. Aber man gewöhnt sich sicher dran.
Meine neue Pinnwand ist jedenfalls schon bestückt.

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aRTikel

Der neue Plenzke ist einer von uns!

Mittwoch, den 20. September 2006
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„Verliebt in Berlin“: Bruno kommt aus Kalehne – in Oberhavel


 

MAZ Oranienburg, 20.9.2006

OBERHAVEL

Bernd Plenzke reist nach Kalehne, um seine ehemalige Geliebte zu treffen. Er will wissen, ob er einen Sohn hat oder nicht. Auf dem Ortsschild, an dem er vorbeifährt, steht „Kalehne – Landkreis Oberhavel“. Hier ist Bruno Lehmann aufgewachsen, der uneheliche Sohn von Bernd, Halbbruder von Lisa Plenzke.
Der neue Plenzke ist also einer von uns. Aber Kalehne? In Oberhavel? Wo soll das bitte sein?
Die Auflösung: Kalehne existiert nur in der Sat.1-Telenovela „Verliebt in Berlin“, wie Produktionssprecherin Andrea Borg auf MAZ-Nachfrage erzählt. Nach dem Ausstieg von Alexandra Neldel (Lisa) übernahm Tim Sander ihren Platz und spielt ihren Halbbruder Bruno Lehmann. Und Bruno kommt aus Kalehne.
Die Szenen, in denen Vater Plenzke dorthin reist, waren am Donnerstag und Freitag bei Sat.1 zu sehen. Und wenn es nach den Fernsehleuten geht, ist der angebliche Oberhavel-Ort ein verschlafenes Dörfchen, in dem es nichts weiter gibt als einen alten, stinkenden Trabant.
In Wirklichkeit wurden die Szenen, laut Andrea Borg, im havelländischen Wustermark gedreht. Was für eine Schummelei!

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aRTikel

Eine ganz andere Welt

Mittwoch, den 20. September 2006
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Moritz Marbach (19) geht für elf Monate nach Bangladesch

 

MAZ Oranienburg, 20.9.2006


ORANIENBURG
Bangladesch? Ist das nicht irgendwo in Afrika? Nein, nicht ganz. Die Volksrepublik liegt in Südasien und grenzt dort an Indien. Moritz Marbach macht sehr oft die Erfahrung, dass die Leute nicht genau wissen, wo das Land ist, in dem er für elf Monate leben wird.
Der 19-jährige Oranienburger wird am 8.Oktober in eine ganz andere Welt reisen. In ein Land, in dem er sehr auffallen wird, weil er eine weiße Hautfarbe hat. In ein Land, in dem bis vor wenigen Jahren ein Bürgerkrieg herrschte. In dem die Menschen kaum Geld haben.
„Ich wollte weg“, erzählt Moritz. „Raus aus unserer komfortablen Welt.“ Schon früh erkundigte er sich bei staatlich anerkannten Organisationen nach Möglichkeiten. Am Ende bewarb er sich bei der Entwicklungsorganisation „Netz“, die sich mit Bangladesch beschäftigt – und wurde als einer von sechs Teilnehmern angenommen. „Ich bin mit 19 Jahren der Jüngste“, sagt er. „Die anderen sind zwischen 24 und 36.“
Moritz, der im Juni sein Abitur am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium abgelegt hatte und seit zwei Jahren bei der MAZ mitarbeitet, wird in der Organisation Udayan Swabolombee Sangstha (USS) arbeiten. Sie ist zuständig für Schulprojekte sowie für das Thema Frauenrechte. „Es gibt extrem arme Kinder in Bangladesch“, so Moritz.
Ein konkretes Projekt für Moritz sind die Chars, Inseln, die in einem Fluss liegen. „Auf denen wohnen auch Menschen, und diese Inseln werden regelmäßig überflutet. Da sterben oft Tausende.“ Die Inseln sollen befestigt werden. „Wir sehen uns an, welche Insel da Sinn macht.“ Für die „Netz“-Organisation wird er diese Eindrücke von der Arbeit der USS-Organisation dokumentieren. „Ich schreibe auch fürs Netz-Magazin und mache Fotos.“ Einen Internetblog gibt es bereits.
Gibt es Ängste? „Ich glaube, man kann da weniger Angst haben als zum Beispiel am Hauptbahnhof in Berlin“, findet Moritz. „In Bangladesch gibt es Terroristen, aber es ist keine Terrorhochburg. Es ist wahrscheinlicher, dass ich eher krank werde als weggebombt.“ Schon vor seiner Reise muss er sich diverse Male impfen lassen.
Auf jeden Fall wird er sich in Bangladesch anpassen müssen. Moritz Marbach: „Da werde ich nicht mit meiner ausgetretenen Jeans rumlaufen können.“ Gegessen wird nur mit der rechten Hand. „Mit links auf keinen Fall! Die linke Hand wird dort normalerweise genutzt, um sich auf der Toilette sauber zu machen.“ Ohne auf die Einzelheiten einzugehen.
Vermissen wird er auf jeden Fall „das komfortable Leben. Die Dusche. Das fließende Wasser“.
Der große Abschied hat bereits begonnen. Viele seiner Freunde sind bereits weggegangen. Kontakt zu ihnen und zu seiner Familie hält er per Internet und Handy. So ist die Heimat in Bangladesch nicht ganz so fern.
Bei „Willi“ wird Moritz Marbach regelmäßig aus Bangladesch berichten.
Sein Blog im Internet: www.orangensaftnotiz.de.

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aRTikel

Mit Leib und Seele Lehrer

Mittwoch, den 20. September 2006
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Uwe Zietmann ist kommissarischer Schulleiter des Granseer Strittmatter-Gymnasiums


 

MAZ Gransee, 20.9.2006

Seit Beginn des neuen Schuljahres ist Uwe Zietmann (50) aus Marienthal kommissarischer Leiter des Granseer Strittmatter-Gymnasiums. Die MAZ-Mitarbeiter Robert Tiesler und Janine Perschke haben mit ihm über seine neue Aufgabe gesprochen.

Sie sind kommissarischer Schulleiter. Was bedeutet das?

Uwe Zietmann: Ulrich Ehrenberg ging in den Vorruhestand, ich habe als sein Stellvertreter alle seine Amtsgeschäfte übernommen.

Wie lange werden Sie das machen?

Zietmann: Das ist auch eine schulpolitische Frage. Wenn der Posten des Schulleiters ausgeschrieben wird, kann man sich bewerben. Aber derzeit stellt sich die Frage nicht. Für ein Jahr ist es sicher, dass ich diesen Job mache.

Würden Sie sich denn um den Schulleiterposten bewerben?

Zietmann: Die Frage habe ich mir noch nicht gestellt.

Was hat sich für Sie alles verändert?

Zietmann: Ich habe ja schon ein gewisses Maß an Erfahrung. Ich war 15 Jahre lang stellvertretender Schulleiter am Strittmatter-Gymnasium. Ich habe meine Arbeit immer sehr gerne gemacht, mit Ulrich Ehrenberg habe ich ein gutes Arbeitsverhätnis aufgebaut. Er hat mich auch frühzeitig eingeweiht, dass er in den Ruhestand möchte. Für mich war das eine stärkere Zäsur. Ich habe nun mehr Verantwortung und eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen. Man ist ein bisschen Manager, Verteiler, Berater.

Haben Sie denn jetzt auch einen Stellvertreter?

Zietmann: Diese Aufgaben übernimmt als Mitarbeiter der Schulleitung Herr Schwarz.

Als Schulleiter haben Sie auch weniger Unterrichtsstunden. Fehlt Ihnen nun ein wenig die Nähe zu Ihren Schülern?

Zietmann: Auf jeden Fall! Ich bin mit Leib und Seele Lehrer. Vor Schülern zu stehen – das ist es, was ich am liebsten mache. Dass ich nun weniger Stunden habe, ist ein kleiner Wermutstropfen. Aber ich habe noch einen 13er-Leistungskurs Geschichte, die Philosophie-AG und zwei Stunden mit siebten Klassen.

Wie lange dauert Ihr Arbeitstag?

Zietmann: Ich bin ziemlich zeitig da, zwischen 6.30 und 6.45Uhr. Ein normaler Tag geht bis 16Uhr. Aber in meiner Einarbeitungsphase ist noch vieles zu tun. Manchmal sind abends auch noch Versammlungen oder die Sitzung des Fördervereins.

Wie viele Schüler gehen momentan aufs Strittmatter-Gymnasium und wie viele kennen Sie davon persönlich?

Zietmann: Es sind aktuell 686. Davon kenne ich etwa 100 persönlich. Vom Angesicht sind es aber durchaus mehr. Man hat ja auch so mit Schülern zu tun. Da fragt man ja nicht immer, wie sie heißen.

Seit 1991 sind Sie in Gransee Lehrer. Und davor?

Zietmann: Ich wollte schon immer Lehrer werden. Von 1973 bis 1976 hatte ich im Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf eine Berufsausbildung mit Abi zum Betriebsmesssteuerregeltechniker. Dahinter stand aber auch immer der Wunsch, Lehrer zu werden. Nach dem 18-monatigen Grundwehrdienst begann ich 1978, in Potsdam zu studieren. Danach lehrte ich im Fachbereich Geschichte an der Uni Potsdam. Ab 1987 konnte ich hier im mittelalterlichen Gebiet promovieren. 1990 war ich für ein Jahr an der Schule in Bredereiche, und 1991 gab es den Errichtungsbeschluss für das Gymnasium in Gransee, wo ich mich beworben hatte.

Wollen Sie als Schulleiter Veränderungen vornehmen?

Zietmann: Die Dinge laufen gut, wenn auch nie gut genug. Wir haben eine neue Schule, engagierte Eltern, Lehrer und Schüler, einen rührigen Förderverein, haben lange an unserem Image gearbeitet. Wenn es mir gelingen würde, da weitere Akzente zu setzen, wäre ich froh.

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