Tagesarchiv für 10. September 2006

RTelenovela

Olga

Sonntag, den 10. September 2006
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Olga arbeitet in einer Sushi-Bar in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte. Aber vielleicht nicht mehr lange. Denn irgendwie scheint sie den falschen Job abgegriffen zu haben.
Die junge Frau stand die ganze Zeit total neben sich. Schon als das Bezahlen bei unseren Tischnachbarn ziemlich lange dauerte, war klar: Die Olga ist hier fehl am Platze.
Mit der Rechnung kam sie schließlich auch an unseren Tisch. Wir zahlten getrennt. Was bei Mandy noch problemlos verlief. Nico reichte für seine 8 Euro einen Fünfziger rüber – und rundete auf 9 Euro auf (wenn ich mich richtig erinnere). Ich hatte – laut Olga – 7,50 Euro zu zahlen. Na ja, eigentlich waren es glatte 10 Euro, aber die Sauer-Scharf-Suppe hat Olga auf der Rechnung glatt übersehen. Und ich konnte mich vor Schreck auch nicht mehr dran erinnern.
Olga verschwand mit unseren Scheinen, um Wechselgeld zu holen. Schließlich gab sie mir 2 Euro wieder – und verzichtete zusätzlich zu den 2,50 Euro für die Suppe auf 50 Cent ihres Trinkgeldes. Bei Nico verzichtete sie auf den Euro Trinkgeld gleich ganz komplett.
Olga ist einfach noch nicht reif für die Wirtschaft. Ist nicht so ihr Ding.
So lange sie allerdings noch dort in dieser Sushi-Bar arbeitet durchaus empfehlenswert: Heiße Suppe gibt es mit ein bisschen Glück kostenlos. Genauso wie das Leute-gucken. Und das Spiel “Bekommt die Tante in dem engen Kostürm da drüben endlich mal einen Kunden?” auch. Dafür ist die Oranienburger ja bekannt…

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