Tagesarchiv für 16. August 2006

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Schmetterlinge im Bauch

Mittwoch, den 16. August 2006
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Parkstudios, Potsdam

Nils’ Wohnung ist voller Fotografen. Alles wird abgeknipst. Dann zieht die Meute weiter in Nellys Küche. Und danach in den Bioladen nebenan.
Herzlich Willkommen in der Welt der neuen Sat.1-Telenovela “Schmetterlinge im Bauch”. Die neue Serie mit Raphael Vogt und Alissa Jung startet am Montag um 18.45 Uhr. “SiB” läuft dann immer vor “ViB”. Heute hatten wir die Gelegenheit, uns das Set in den Parkstudios in Potsdam-Babelsberg anzusehen.
Nils (Vogt) und Nelly (Jung) wohnen in zwei gegenüberliegenden Wohnungen in Berlin-Friedrichshain. Das Innenleben steht allerdings in Potsdam, im Studio. Hier sieht es aus, als wenn man durch ein Museum wandert. Lauter alte Möbel, richtig urig. Auf Nils’ altem Küchentisch liegt eine Bravo und eine Woody-Mann-CD. Läuft man weiter kommt am Zimmer seiner Schwestern vorbei, um die Ecke liegt der Flur mit der Eingangsschiebetür. Gleich daneben die Tischlerwerkstatt, der Flur von Katrin und Nelly.
Dann stehen wir auf der Dachterrasse. Den Hof darunter gibt es nicht, stattdessen befindet sich einen halben Meter unter uns der Fußboden. Mit Matten, falls einer von der Terrasse plumpst.
Die Schnecken im Bioladen sind ungenießbar. Das Gebäck ist zwar echt, aber mit Polyesterharz überzogen. Binderfarbe macht dem Zuschauer weis, dass sich in den Flaschen im Regal Milch befindet. An der Ladenpinnwand wird ein BMW angeboten: Baujahr 1986, 120000 Kilometer, 120 PS, Ledersitze, guter Zustand. 1200 Euro. Handynummer steht mit bei.
Nebenan, im Studio 2, befindet sich der Flughafen Tempelhof. Nicht der echte, sondern ein Nachgebauter. Und natürlich auch nur die Innenkulissen der Star Line. Der Beton des Flures ist in Wirklichkeit aus Holz. Die Illusion ist perfekt, selbst beim näherem Hinsehen. Erst das Anfassen ist entlarvend.
Acht Wochen baute das Studio Babelsberg an den Kulissen. Und haben gute Arbeit geleistet.
Die beiden Jungreporter von Radio Teddy sind unterdessen ein wenig müde geworden. Hellhörig werden sie nur in einer Küchenkulisse, als sie Dreck entdecken. Aber der Architekt, der uns alle rumführt, meint, der Dreck müsse hier sein.
Im Flur hängt der Drehplan für diese Woche: Aktuell werden die Folgen 46 bis 50 gedreht. In der Hoffnung, dass “SiB” gut laufen und nicht vorzeitig abgesetzt wird.
Die Darsteller machen auch fast alle einen netten Eindruck. Paco-Luca Nitsche (Simon) machte ständig Witze. Raphael Vogt (Nils) erzählte, dass er etwa 120 Seiten Text pro Woche lernen muss. Nur einer hinterlässt einen schlechten Eindruck: Laurent Daniels (Volker) hat meinen Kugelschreiber ins Jenseits befördert. Na toll.
PS: Die Serie selbst macht auch keinen schlechten Eindruck. Die ersten 4 Folgen konnten wir uns bereits auf DVD ansehen. Und spätestens nach Folge 3 oder 4 tritt ein leichter Suchtfaktor auf.

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aRTikel

Charmante Apfelstrudelshow

Mittwoch, den 16. August 2006
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Reise nach Wien: Backen vor Publikum, selbstgemachte Symphonien und kein „Grüß Gott“

MAZ Oranienburg, 16.8.2006

Die Apfelstrudel-Show: Das klingt nach etwas ganz Edlem. Das hört sich nach großer Gala an, Jauch und Gottschalk. Zu erleben in einer Konditorei am Schloss Schönbrunn in Wien. Die Apfelstudel-Show stellte sich schnell als Acht-Minuten-Shöwchen, heraus. Christopher, ein Wiener Bäcker, zeigte uns, wie man Apfelstrudel macht. Für Touris wie uns, die die österreichische Hauptstadt besuchen, eine skurrile Abwechslung.
Wien fällt vor allem durch seinen etwas spröden Charme auf. Einige Menschen würden es nicht mal als „Charme“ bezeichnen: So mancher der 1,6 Millionen Wiener fällt vor allem dadurch auf, dass er oder sie mürrisch dreinblickt, ziemlich uninteressiert scheint, fast schon unhöflich ist. An der Supermarktkasse kein „Grüß Gott“, kein „Danke“ oder „Fürti“, Trinkgeld wird im Café irgendwie hingenommen.
Ein Muss für Wien-Besucher ist natürlich der Stephansplatz mit dem Stephansdom. Dort stehen auch die Fiaker. 20 Minuten Fahrt mit der Pferdekutsche gibt es ab 40Euro. Zwischen dem Stephans- und dem Karlsplatz befindet sich eine lange Einkaufspassage. Und das Café Sacher. Edel, aber nicht gerade preiswert.
An dieser Meile liegt auch das Haus der Musik, das Klangmuseum. Die hochinteressante Ausstellung bringt dem Besucher nahe, was sein Ohr alles kann – oder nicht (mehr) kann. Hier lassen sich die virtuellen Wiener Philharmoniker dirigieren, eigene Musikstücke zusammenstellen oder ganze Klangkompositionen schaffen. Die Stunden vergehen wie im Fluge.
Wer in Wien ist, sollte natürlich auch das Hundertwasser-Village besuchen. Hier können diverse architektonische Bauten von Friedensreich Hundertwasser bestaunt werden. Nicht empfehlenswert dagegen ist die Ausstellung über Sigmund Freud. So spannend ist es nicht, sich die freudsche Wohnung anzusehen, in der viele, viele Bücher rumstehen. Außerdem ist es sehr mühsam, den dicken Ordner mit Erklärungen und Verweisen durchzuackern.
Bei einem Spaziergang über den Innenstadtring können eine Vielzahl historischer Gebäude besichtigt werden. Das Museumsquartier, die Hofburg, das Rathaus. Alles auch prima mit der U-Bahn erreichbar, die wesentlich preiswerter ist als in Berlin.
Und wer dann auch noch ein Stück Sachertorte und ein echtes Wiener Schnitzel gegessen und im lauschigen Dörfchen Grinzing einen Wein getrunken hat, der hat auch das wirklich gemütliche Wien entdeckt.

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