Tagesarchiv für 1. Juni 2006

aRTikel

Durchgehört: Nicht gay, sondern Gayle!

Donnerstag, den 1. Juni 2006
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MAZ Oranienburg, 1.6.2006

 

Kabarettistin Gayle Tufts, 1985 erstmals aus den USA nach Berlin gekommen, hat ein Problem: ihr Name.
Nicht nur, dass sie oft auf der Straße mit „Guten Tag, Frau Taft!“ oder mit „Hallo, Frau Tuff!“ angesprochen wird. Nein, auch ihr Vorname macht ihr Ärger: In „Gayle“ steht das Wort „Gay“, schwul. Damit werden alle ihre versendeten E-Mails in den Spamordnern der Empfänger abgefangen.
Im Fitnessstudio kann sie ihre eigene Internetseite nicht anwählen, weil auch dort alle Gay-Seiten gesperrt sind. Dabei bedeutet „Gay“ nicht nur schwul, sondern auch happy, glücklich.
Auf der CD „Miss America“ (Audio-Verlag) erzählt Gayle Tufts von diesen und weiteren Begebenheiten und Erlebnissen in Deutschland, ihrer zweiten Heimat. Sehr unterhaltsam!

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aRTikel

Es ist kalt!!

Donnerstag, den 1. Juni 2006
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Das aktuelle Stück der Oranienburger Theatergruppe „Obst“ ist ein reines Tohuwabohu


MAZ Oranienburg, 1.6.2006

ORANIENBURG

„Können wir nicht was anderes spielen? So was wie früher!“ Das Dienstmädchen ist unzufrieden. Mit ihrem Job. Mit ihrer Rolle. Ach was, mit diesem ganzen Theaterstück. „Jetzt kommt der blödeste Part dieses Stückes“, meint es zum Publikum in der Aula des Oranienburger Runge-Gymnasiums. Dort herrschte am Montagabend ein großes „Tohuwabohu“.
Die Theatergruppe „Obst“ präsentierte ein katastrophales Stück. Was keine Wertung sein soll, sondern der Untertitel dieses Werkes. Denn, um das gleich vorwegzunehmen: Katastrophal war das Ganze tatsächlich. In gewisser Hinsicht. Doch die „Obstler“ machten daraus ein rund 75-minütiges Erlebnis. Die Zuschauer erlebten einen sehr großen Facettenreichtum mit viel Witz und Humor, hier und da fast schon Slapstickeinlagen.
Über das Stück von Thornton Wilder („Wir sind noch einmal davongekommen“, uraufgeführt am 15.Oktober 1942 in New Heaven) gibt es nur so viel zu sagen, dass es um eine Familie geht. Arbeitender Mann, sorgende Mutter, rebellischer Sohn, verführerisches Dienstmädchen. Und, ach ja: Draußen ist es kalt. Die Welt scheint unterzugehen. Papa erfindet das Rad. Und – wurde es schon erwähnt? – es ist kalt!!
An sich ergab das oft irgendwie so gar keinen Sinn. Sollte es wahrscheinlich auch nicht wirklich. Umso lustiger für die Zuschauer die mitunter seltsamen Einlagen der auf der Bühne (und nicht nur dort) Handelnden. Schon im Vorfeld gab sich die Gruppe große Mühe. Auf zwei Leinwänden wurden mehrere Einspieler gezeigt. In mehreren Ausgaben der „Tohuwabohuschau“, tatsächlich im bis 2005 verwendeten „Tagesschau“-Design, ging es unter anderem um eine Geiselnahme. Witzig: Die „20-Uhr-Ausgabe“ der Obst-Television-Nachrichtensendung begann, als es auch in der Runge-Aula tatsächlich Punkt 20Uhr war.
Die Zuschauer erleben so einiges in diesem „Tohuwabohu“. Um Hilfe bittende Menschen: Es ist doch schließlich bitterkalt draußen. Ein Feuer, das daraufhin im Garten der Familie gemacht wird. Ein Überfall, bei dem nicht nur eben jenes Feuer zerstört wird. Mitunter sehr beeindruckende Szenen. Auch, als es am Ende fast schon persönlich zugeht.
Unter der Regie von Heidrun Baumgardt, seit mehr als 15 Jahren „Obst“-Chefin, entwickelte die Theatergruppe ein Stück, das nicht immer begreifbar, aber dennoch hochinteressant, spannend und sehr witzig war.

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RT im Kino

Gib mich die Kirsche!

Donnerstag, den 1. Juni 2006

Für alle, die die Pause der Fußball-Bundesliga nicht abwarten können: Die Doku “Gib mich die Kirsche” wirft einen humorvollen Blick auf vergangene Fußballzeiten. Die Collage ist eine Sammlung von Ausschnitten aus den Jahren 1963, als die Bundesliga gegründet wurde, bis 1974 – das WM Jahr. Der Film erzählt Geschichten, kleine Anekdoten und Skurrilitäten aus der damaligen Zeit. “Gib mich die Kirsche” geht übrigens auf den legendären Ausspruch des Dortmunder Stürmers Emmerich zurück. Mit diesem Spruch forderte er stets den Ball ein. Peter Hüls und Oliver Gieth kramten in den Archiven der Fernsehsender – damals gab es ja glücklicherweise noch nicht so viele. Heraus kam ein Mix aus Kultur und Sportgeschichte, über die heute oftmals sicher geschmunzelt oder den Kopf geschüttelt wird – lang’, lang’ ist’s her. Hoffentlich gibt es mal eine Fortsetzung, die über das Jahr 1974 hinausreicht!

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