Tagesarchiv für 11. März 2006

RT im Kino

Brokeback Mountain

Samstag, den 11. März 2006

Sie sehen sich nur einmal im Jahr. Oder noch seltener. Und das über Jahrzehnte hinweg. Niemand darf wissen, dass sich Ennis (Heath Ledger) und Jack (Jake Gyllenhaal) lieben.
Vor allem nicht die eigenen Familien. Die eigenen Frauen. Die wahrscheinlich etwas ahnen, aber nichts sagen. Still vor sich hinleiden, wenn der Mann mal wieder zu einer Angeltour aufbricht und ohne Fische heimkehrt.
Aber es geht nicht anders. Die Liebe zwischen Ennis und Jack ist einfach größer als alles andere in ihrem Leben. Alles begann 1963. Die Männer arbeiten auf dem Brokeback Mountain, um Schafe zu hüten. In der stillen Einsamkeit entdecken sie, dass sie gar nicht so einsam sind. Dass sie sich lieben. Am Ende aber doch immer wieder allein sind. Doch einsam. Ohne den anderen. Monatelang, jahrelang. Jack ist es am Ende, der schließlich doch einen Versuch startet, in eine gemeinsame Zukunft zu gehen.

Ungewöhnlich, atemberaubend, ergreifend und unglaublich traurig: Das ist „Brokeback Mountain“, die Liebesgeschichte zweier Cowboys im US-amerikanischen Niemandsland. Regisseur Ang Lee hat für sein Meisterwerk nicht umsonst den „Oscar“ bekommen. Der Film lebt aber auch von zwei herausragenden Hauptdarstellern: Heath Ledger als zögernder Zweifler und Jake Gyllenhaal, der Mutigere der beiden. Dazu Michelle Williams als verzweifelte Ehefrau, die an ihrer Ehe mit Ennis kaputtzugehen droht.
„Brokeback Mountain“ – ein Film über eine unerschütterliche, andauernde Liebe, die dennoch ohne richtige Zukunft zu sein scheint. Ganz großes Kino.

10/10

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RTelenovela

“Ah, danke!”

Samstag, den 11. März 2006
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Das Fire ist eine der Top-Bars in der Innenstadt von Hannover. Hier trifft sich die Szene. Wer immer das hier auch sein soll. Jakob hat irgendwo gelesen, dass es am Freitag alle Cocktails für 4 Euro gibt. Na denn, nichts wie hin.
War eigentlich auch ganz nett dort, relativ gemütlich, recht überschaubar. Nur eine Cocktail-Karte hatten wir leider nicht auf dem Tisch zu liegen. Ach, egal, wir werden ja sicher gleich bedient.
Auf dem Tisch hinter uns standen noch die alten Gläser der Kunden von … vorhin. Sie mussten da schon eine Weile gestanden haben. Aber das hat hier niemanden interessiert. Das galt auch für uns. Niemand nahm von uns Notiz. Oder besser: Wir wurden ignoriert. Selbst intensivste Blicke mit der Bedienung, brachte die selbige nicht darauf, dass sie doch mal zu uns kommen könne. Kellner, die unseren Tisch ansteuerten, bogen kurz vorher scharf nach links oder rechts ab.
15 Minuten später beschlossen wir, die Top-Bar wieder zu verlassen. Als wir uns die Jacken anzogen, bin ich noch zu der einen Bedienung hingegangen und meinte: “Danke, für die nette Bedienung.” Sie muss das falsch (oder gar nicht?) verstanden haben, denn sie antwortete: “Ah, danke!”
Fazit: man kann eigentlich über das Fire nichts schlechtes sagen. Auch über die Getränke lässt sich nicht schlecht reden. Am besten redet man über das Fire gar nicht.

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RTelenovela

Bahnbekanntschaften (2): Kinder, spielt nicht auf den Gleisen!

Samstag, den 11. März 2006
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Dichter Schneefall in Berlin. Ich glaube, es war eine recht gute Entscheidung, mit dem Zug nach Hannover zu fahren.
Glanzleistung der Bahn: Als der IC nach Köln am Ostbahnhof eingesetzt wurde, war er bereits verspätet. Das muss man erstmal schaffen.
Sehr schnell habe ich meinen Platz gefunden, als von vorne immer noch die anderen Mitreisenden den Wagen betreten. Und auch er – Cherno Jobatey. Seit seiner Abmagerungskur sieht er noch schlimmer als vorher aus. Obwohl es immer heißt, er trüge jetzt auch keine Turnschuhe mehr zum schicken Anzug hatte er – Turnschuhe an. Er kam immer näher auf mich zu, immer auf der Suche nach seinem Sitz. Für einen Moment hatte ich echt Angst, dass der den Platz neben mir hatte. Aber Glück gehabt…
Etwa 90 Minuten später. Bei Lehrte wird bereits der Bahnhof Hannover angesagt. Dann stoppt der Zug auf freier Strecke.
Ansage: Es seien spielende Kinder auf den Gleisen. Na großartig. Hat denen denn niemand gesagt, dass das an einer Fernbahntrasse ziemlich gefährlich sein kann? Die Zugbegleiterin meint, sie melde sich wieder, wenn sie weitere Informationen habe. Richtig! Wir wollen alles wissen! Name der Kinder, der Eltern, Beruf, IQ usw.
Doch die Zugbegleiterin hat schlecht oder gar nicht recherchiert. Später meinte sie nur, dass die Polizei jetzt die Strecke absuche.
Mehr als 20 Minuten mussten wir warten. Auf dem Hauptbahnhof in Hannover brach unterdessen das Chaos aus. Unser Zug war mit 25 Minuten Verspätung noch gut in der zeit. Aber im Minutentakt wurden bereits die weiteren Verspätungen (30, 35, 45 Minuten) durchgegeben.
Da fahr ich schon mal bahn und schon bricht das Chaos aus…

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