Tagesarchiv für 11. Februar 2006

aRTikel

Willi macht den Pizzatest

Samstag, den 11. Februar 2006
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Fünf Oranienburger Bringdienste wurden auf die Probe gestellt / „La Villa“ gewinnt

MAZ Oranienburg, 11.2.2006

ORANIENBURG
Das hätten wir gar nicht erwartet: Für unseren Test fanden wir im Oranienburger Stadtgebiet fünf Pizzadienste. Für eine Kleinstadt ist das recht ordentlich.
Was natürlich nicht heißt, dass diese fünf auch ordentliche Pizzen backen und bringen. Dabei zählten natürlich nicht nur Geschmack und Aussehen der Pizzen, sondern auch, wie lange es dauert, bis sie auf unserem Tisch landen.
Wir machten an einem Freitagabend den Test. Robert Tiesler, Florian Büttner, Thomas Mewes und Rico Scholz von der Jugendredaktion luden sich sechs weitere begeisterte Pizzafreunde ein.
Die Aufgabe der fünf Oranienburger Pizzadienste: eine Pizza Hawaii und eine Pizza Salami plus extra Peperoni. Alle hatten die gleichen Voraussetzungen: Die Wege zu unserem Testlabor waren in etwa gleich lang. Alle Zeiten wurden gestoppt.
Wir hatten Spaß? Nicht ausschließlich: Erst alle Bestellungen durchgeben. Warten. Pizza empfangen. Fotos machen. Kosten. Bewerten. Notieren. Was für ein Stress!

Ital. Snack
Der „Ital. Snack“ gehört zu den preiswertesten, spart aber gleichzeitig an seinem Namen. Und hat den höchsten Mindestbestellwert, der uns dazu zwang, zusätzlich eine Pizza Funghi zu bestellen. Die Pizzen hatten ein sehr industrielles Aussehen. Die Verteilung der Ananas und der Salami machte einen maschinell gefertigten Eindruck. Kamen die etwa aus der Tiefkühltruhe?
Auf der Hawaiipizza schmeckte die Ananas recht frisch, der Schinken weniger. Der chemische Geschmack der Salami ist bei uns aber ganz gut angekommen. Eine Bitte an den Telefonisten: weniger nuscheln!
Berliner Straße 8
Tel. 53 05 94

Mindestbestellwert: 10,50 Euro.

Lieferzeit:
angegeben: 30 bis 45 Minuten, geliefert in 29 Minuten

Größe:
angegeben: 26 cm,
tatsächlich: 24 cm

Preise:
Hawaii: 3,50 Euro
Salami: 3,50 Euro
Peperoni extra:
0,60 Euro

Noten: Hawaii: 4 +
Salami: 4

*

Call a Pizza
Bei dieser Kette waren unsere Erwartungen am größten. Die Oranienburger Filiale muss bei uns aber einen schlechten Tag gehabt haben. Stichwort: Fett. Die Salami badete im Fett. Das alles schmeckte insgesamt sehr fad, obwohl beide Pizzen durch ihren fettigen Glanz einen ansehnlichen Eindruck hinterließen. So sah der Rand zwar ganz gut aus, schmeckte aber pappig. Selbst die Ananas auf der Hawaii-Pizza war nicht sehr fruchtig. An der Tomatensauce wurde gespart. Zu Gunsten von Fett. Insgesamt eine enttäuschende Leistung. Da haben wir schon deutlich Besseres erlebt.
Bernauer Straße 122
Tel. 57 95 72

Mindestbestellwert: 6 Euro

Lieferzeit:
angegeben: 30 bis 45 Minuten, geliefert in 28 Minuten

Größe:
angegeben: 26 cm,
tatsächlich: 26 cm

Preise:
Hawaii: 5,50 Euro
Salami: 4,50 Euro
Peperoni extra:
0,80 Euro

Noten: Hawaii: 4
Salami: 4 –

*

Zum Barnim
Beide Pizzen kamen frisch und heiß bei uns an. Dass im Flyer keine Größenangaben gemacht werden, scheint seinen Grund zu haben: nur 21 Zentimeter Durchmesser. Beide Pizzen sehen sehr handgemacht aus. Der Teig hatte einen deutlichen Hefegeschmack und erinnerte dadurch an frische Brötchen.
Die relativ fettige Salamipizza war reich belegt, wenn die Salami auch über recht wenig Geschmack verfügte.
Auf der Hawaiipizza wurde an Ananas gespart. Die wenigen Stücken schmeckten zudem nur wässrig. Der Käse hinterließ einen bitteren Nachgeschmack.
Lehnitzstraße 18
Tel. 702209

Mindestbestellwert: keiner

Lieferzeit:
angegeben: keine,
geliefert in 45 Minuten

Größe:
angegeben: keine,
tatsächlich: 21 cm

Preise:
Hawaii: 4,50 Euro
Salami: 4,50 Euro
Peperoni extra:
0,50 Euro

Noten: Hawaii: 3 –
Salami: 3+

*

La Villa
Nur 22 Minuten nach unserem Anruf stand schon der Bote vor der Tür. Auch die Pizzen machten einen guten Eindruck. Die dicke, saftige Ananas auf der Hawaiipizza harmonierte prächtig mit dem reichlichen Käse und dem würzigen Schinken. Dazu kam ein angenehmes Oregano-Aroma. Auch die Salamipizza konnte überzeugen. Zwar war der Salamigeschmack nicht im Vordergrund, trotzdem schmeckte sie frisch und aromatisch. Der Teig war dick und knusprig.
Unser Testsieger gönnt sich auf seinen Flyern sogar eine eigene Postleitzahl: 16516 Oranienburg.
Kanalstraße 5
Tel. 53 50 25

Mindestbestellwert: 8 Euro

Lieferzeit:
angegeben: 30 bis 45 Minuten, geliefert in 22 Minuten

Größe:
angegeben: keine,
tatsächlich: 24 cm

Preise:
Hawaii: 5 Euro
Salami: 4 Euro
Peperoni extra:
1 Euro

Noten: Hawaii: 1 –
Salami: 2 

Testsieger!

*

Á la Milano
Hätten wir nur Á la Milano getestet, wären wir bis zur Ankunft unseres Essens wohl verhungert. Ganze 78 Minuten brauchte der Pizzadienst. Inakzeptabel. Fast hätten wir uns bei Á la Milano noch einmal telefonisch erkundigt, ob man uns denn vielleicht vergessen hat.
Doch beim Anblick der Pizzen verbesserte sich unsere Laune. Auch wenn der Käse nicht mehr ganz so nach „frisch aus dem Ofen“ aussah. Doch der Geschmack war zufrieden stellend. Die Pizzen waren nicht so fettig wie die ihrer Kollegen. Das Gewürz auf der Hawaiipizza passte für unsere Gaumen aber nicht so ganz.
Bernauer Straße 90
Tel. 53 07 50

Mindestbestellwert: 5 Euro

Lieferzeit:
angegeben: 45 bis 60 Minuten, geliefert in 78 Minuten

Größe:
angegeben: 24 cm,
tatsächlich: 24 cm

Preise:
Hawaii: 3,50 Euro
Salami: 3,50 Euro
Peperoni extra:
1 Euro

Noten: Hawaii: 2 –
Salami: 1 –

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Was sonst noch zu sagen ist
Es gibt ja das Vorurteil, dass die Leute vom Pizzabringdienst immer mit klapprigen Autos herumfahren. Das Vorurteil stimmt. Alle Fahrzeuge waren schon eher älterer Bauart. Bei zweien funktionierte ein Scheinwerfer nicht.
Natürlich hatten alle Pizzaboten mit der Glätte in den Oranienburger Nebenstraßen zu kämpfen. Einer von ihnen wäre fast gegen einen Grundstückspfeiler geknallt. Aber nur fast.
Im Vorfeld hatten wir befürchtet, dass plötzlich alle fünf Pizzadienste gleichzeitig vor unserer Tür stehen. Das wäre ein wenig peinlich geworden. Ist aber glücklicherweise nicht geschehen.
Wie bringt man am besten die Zeit des Wartens herum? Bei „Call a Pizza“ bekommt jeder Käufer eine Boulevardzeitung gratis dazu. Bis die nächste Pizza angeliefert wurde, studierten wir die Anzeigen auf der „Berlin intim“-Seite. Nicht, dass wir das nötig hätten…
Pizzatest mit Folgen: Einer unserer Pizzaesser hatte zwischenzeitlich mit Durchfall zu kämpfen. Einem anderen wurde schlecht. Wir sagen aber nicht, an welcher Stelle.
Um auf den Mindestbestellwert beim „Ital. Snack“ zu kommen, mussten wir zusätzlich eine Pizza Funghi bestellen. Drei Viertel davon landeten im Müll. Da ging bei uns nichts mehr.
Zehn Pizzen an einem Abend. Vorerst wollen wir die Dinger nicht mehr sehen.

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Eiskalte Engel 2

Samstag, den 11. Februar 2006
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FR 10.02.2006, 22.15 Uhr, ProSieben

Ryan Phillippe wird sich was dabei gedacht haben, als er es ablehnte, auch im zweiten Teil von „Eiskalte Engel“ als Sebastian (sprich: Sibäästschn) mitzuwirken. Seit Freitag wissen wir warum. ProSieben zeigte „Eiskalte Engel 2“. Die Geschichte aus Teil 1 wurde praktisch nochmal erzählt. Nur mit anderen Schauspielern. Nur, dass Sibä…, na ihr wisst schon, diesmal nicht so gut wegkommt. „Dann habe ich diesmal wohl verloren“, meint er am Ende, als er von den Mädels aufs Kreuz gelegt wurde. Und das war’s. Film zu Ende. Eine Pointe oder irgendwas, was für ein vernünftiges Filmende taugt: Fehlanzeige. Nur ein „We Love To Entertain You“ von ProSieben und ab in die Werbung. Wie billig ist das denn?

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