Monatsarchiv für Februar 2006

RTelenovela

Heimreise

Dienstag, den 28. Februar 2006
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Montagabend, etwa 20.35 Uhr, Neulußheim. Nach einem einstündigen Zwischenstopp bei Marcel auf der Reise von Stuttgart nach Hause geht es zurück auf die Piste. Heimreise. Ich bin leicht müde, habe gerade noch eine Kopfschmerztablette genommen. Gut 6 Stunden sind es bis nach Hause. Vielleicht hätte ich lieber doch in “Neulusse” übernachten sollen, um dann ganz früh die Fahrt anzutreten.

Im Radio, auf hr1, wird über Seitensprünge diskutiert. Das ist doch mal ein handfestes Thema für den Rosenmontagabend.
Auf der A67 beginnt es, zu schneien. Das fängt ja gut an.
21.15 Uhr. Tanken in Gräfenhausen, irgendwo bei Darmstadt. Die Raststätte wirkt sehr verlassen. Ich fahre weiter.
Hinter Frankfurt wird der Schneefall heftiger. Der Verkehr wird langsamer, inzwischen fahren die Pkw und die Lkw das gleiche Tempo – zwischen 90 und 100 km/h. Das Überholen der Brummis wird zur Geduld- und Zitterpartie. Auf der Überholspur legt sich langsam, aber sicher, der Schnee nieder.
Ich überhole einen Schwertransport.
22.20 Uhr: Auf hr1 wird die Expertin zum Thema Seitensprünge verabschiedet. So was könne auch mal eine Beziehung kitten, hatte sie vorher erzählt. Kann, muss aber nicht. Und überhaupt müsse man doch auch mal an die Frauen denken, meint eine Psychologin am Telefon. Die Gesellschaft habe doch sowieso einen Überfluss an Sexualität.
Gegen 22.30 Uhr erreiche ich das Hattenbacher Dreieck, dort beginnt die A4. Es geht bergauf. Es schneit weiter. Stellenweise kommt der Verkehr nicht über die 70-km/h-Grenze hinaus. Das macht müde.

23.20 Uhr. Pause bei McDonald’s in Herrleshausen, an der Grenze von Hessen zu Thüringen. Im Gegensatz zur Autobahn, die noch recht frei ist, sind die Straßen abseits der A4 verschneit. Bei McDoof bin ich der letzte Gast des Abends. Bei einem Eis und ner Cola blättere ich die Thüringer Allgemeine durch – dort wird Thüringen im Olympia-Medaillenspiegel extra angegeben.

Mitternacht. Auf DeutschlandRadio Kultur beginnt ein merkwürdiges Feature zu irgendeiner seltsamen Klangkunst. Kann mich nicht so richtig darauf konzentrieren. Finde aber auch nichts Besseres – und lege eine CD ein.
Währenddessen überhole ich den Schwerlasttransport ein zweites Mal.
Inzwischen schneit es auch nicht mehr so wirklich, die Autobahn ist recht gut befahrbar. Einmal überhole ich den Räumdienst, der Salz streut.
Die CD ist zu Ende, ich kehre zum DeutschlandRadio Kultur zurück. In der Telefontalkshow “2254″ wird über den Karneval diskutiert. Was wir mögen und was nicht. Die Leute am Telefon erzählen irgendwelche doofen Witze. Einer fängt mit den Mohamed-Karikaturen an. Falsches Thema, auf Wiederhören.

1.45 Uhr, Rasthof Köckern. Zuletzt habe ich hier mit Felix Pause gemacht, als wir vom Taubertal-Festival kamen. Wir stießen auf lauter unfreundliche Damen. Und sie sind immer noch da. Ich war der einzige Gast. Der Parkplatz war voll mit Lkw, in denen die Fahrer wohl schliefen. In der Auslage stand ein Mandarinenkuchen. Ich fragte, ob ich ein Stück haben könne. Was mir die Bedienung geantwortet hat, kann ich nicht sagen. Sie sprach so leise und nuschelig, dass ich es beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte. Nur so viel: Ich würde wohl kein Stück bekommen. Vielleicht lieber was von den andern Kuchen? Der sah doof aus, ich wollte nicht. Und nur, weil sie den schönen Mandarinenkuchen nicht anschneiden wollte? Des Rätsels Lösung: Das Ding war noch tiefgefroren. Na toll. So lange kann ich nicht warten. War wieder mal schön in Köckern.

Weiterfahrt um 2.10 Uhr. Die Müdigkeit schlägt um sich. Ich lege meine Schlager-CD ein, die ich von Sabi und Bär zum 10000.Tag bekommen habe. Beschwingt passiere ich Brandenburg.
Auf dem Berliner Ring angekommen gehe ich zu 104.6 RTL über. Dort kündigen sie den brandneuen Song von Melanie C. an. Seltsam: am Nachmittag auf SWR3 wurde auch ein neuer Song von ihr gespielt, aber ein anderer – der wirklich brandneue Song. Nun ja, RTL spielt ihn dann, wenn er auch in den Charts ist und verkauft ihn eben dann als neu. Merkt ja keiner.
3.30 Uhr. Oranienburg. Endlich zu Hause. Ein wenig länger gefahren als sonst. mein bett ruft. Gute Nacht.

RTZapper

Silent Cooking

Montag, den 27. Februar 2006
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DO 23.02.2006, 0.20 Uhr (Fr.), 3sat

Kochshows gibt es im Überfluss. Jetzt hat auch 3sat eine. Doch während Alfred Biolek beim Brutzeln viel redet und „Mhmms“ verteilt, bei Kerner freitags mehrere Köche den Brei verderben, herrscht auf 3sat Stille. Es wird gekocht. Niemand quatscht blödes Zeug. Bei „Silent Cooking“ (donnerstags nach Mitternacht) beobachten wir Patrick Müller beim Kochen. Im Hintergrund läuft Musik. Zutaten und Kochanleitungen („In grobe Stücke schneiden.“) werden eingeblendet. Ein einfaches Konzept. Man stelle irgendeinen maulfaulen Typen in die Küche und filmt ihn beim Kochen. Einmal fiel ihm die Eierschale in seine angerührte Pampe. Mehr als ein Grinsen gibt es trotzdem nicht. Patrick schweigt eisern. Aber irgendwie ist das auf die Dauer auch öde. Dann doch lieber die Plauderer bei „Kerners Köchen“.

RTelenovela

Schneefallgrenze

Sonntag, den 26. Februar 2006
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Wir wohnen hier oberhalb der Schneefallgrenze. Der Stuttgarter Stadtteil Kaltental liegt auf einer Erhebung, auf der es heute (und immer noch) schneit. Das Zentrum von Stuttgart liegt dagegen in einem Kessel. Als wir vorhin Marcel vom Hauptbahnhof abgeholt haben, lag das Zentrum grau in grau – ohne Schnee – da.
Bis zu Nico nach Kaltental sind einige mächtige Steigungen zu bewältigen. Teilweise bis zu 15 Prozent. Ich will nicht wissen, was hier bei heftigem Schneefall und Glätte passiert. Mehr Schnee sollte jednfalls bis morgen nicht fallen, sonst sehe ich mit meinen M+S-Reifen ein wenig alt aus…
Jetzt ist Sonntagnachmittag. Gerade ist das Olympische Eishockey-Finale zu Ende gegangen – leider hat Finnland verloren. Jetzt läuft auf dem DSF Fußball. Nico und Marcel finden es toll. Glücklicherweise gibt es hier kein Premiere – und damit keine Bundesliga…

RTelenovela

Waiblingen Helau!

Samstag, den 25. Februar 2006
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Wenn ich am Faschingswochenende schon mal in einer der Partyhochburgen bin, habe ich heute darauf bestanden, dass wir mal nachsehen, wo in Stuttgart oder Umgebung in Faschingsumzug stattfindet. Wir stießen auf:
Waiblingen Helau!!
Waiblingen liegt nur ein paar Kilometer von Stuttgart entfernt. Eine Stadt mit vielen kleinen Gassen. Ganz nett eigentlich.
Und in Waiblingen steppte heute der Bär. Lauter verkleidete Narren. Hexen. Möchtegern-Goleos. Noch mehr Hexen. Musiker. Ein paar Hexen. Fanfarenzüge. Und die eine oder andere Hexe. Mit Besen, Schokolade oder Bonbons (ich habe leider nicht mitbekommen, wie man die hier nennt – Kamelle wie in Köln wohl aber nicht) und viel Konfetti.
Fasching ist hier eine ernstzunehmende Sache. Das sieht man auf den ersten Blick. Jeder macht sich hier schon Monate vorher Gedanken, wie der Zug bereichert werden könnte.
Ich glaube aber auch, dass, wenn man hier wohnen würde, würde man ganz automatsch vom Faschingfieber angesteckt werden. Ich glaube sogar, das würde Spaß machen, wenn man hier in so nem Verein wäre. Glaube ich. Wer weiß. Ich wohne ja hier nicht.
Allerdings habe ich gedacht, dass die Stimmung insgesamt bei so einem Umzug besser ist. Wenn man sich mal den Berliner Karnevalsumzug ansieht (morgen wieder), dann sieht man ja, dass die Leute am Straßenrand eher nur doof rumstehen. Ist in Waiblingen ähnlich gewesen. Alle stehen am Straßenrand und sehen sich diesen Umzug an. Manchmal ein wenig bizarr. Nur die Kinder sind ganz heiß drauf, alle geworfenen Bonbons einzusammeln. Das ist übrigens durchaus eine Gefahr bei so einem Umzug – nicht von einem Wurfgeschoss getroffen zu werden.
Im Großen und ganzen habe ich mich aber durchaus amüsiert. Das Konfetti finde ich allerdings jetzt noch vereinzelt in meinen Klamotten.
Spannend war auch der Moment, als der Zug endete. Binnen Minuten wurden in Waiblingen die Bürgersteige wieder hochgeklappt. Es verging keine halbe Stunde und die Stadt verfiel wieder in den Wochenendschlaf. Gute Stimmung herrscht nur, wenn der zug läuft. Dann ist wieder Schluss. Der erste Häuslebesitzer begann bereits, seinen Weg zu kehren. Vielleicht hatte er Kehrwoche (die hier traditionell ist)?
Das war also mein erster Faschingsumzug.

Waiblingen – Helau!
Waiblingen – Helau!!
Waiblingen – Helau!!!

Hier in Stuttgart gibt es den Fasnetumzug erst Dienstag – an Fastnacht. Aber da bin ich ja schon wieder zu Hause…

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Fasching in Waiblingen

Samstag, den 25. Februar 2006
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SA 25.02.2006, Waiblingen

Waiblingen Helau!! Geh dahin, wo es richtig weh tut. Zum Beispiel zu einem Faschingsumzug. Ich, der Faschingsmuffel. Waiblingen liegt ein paar Kilometer von Stuttgart entfernt. Eine Stadt mit vielen kleinen Gassen. Ganz niedlich.
Und dort steppte Sonnabendnachmittag der Bär. Lauter verkleidete Narren auf und an der Straße. Hexen. Möchtegern-WM-Goleos. Noch mehr Hexen. Musiker. Ein paar Hexen. Fanfarenzüge. Und die eine oder andere Hexe. Mit Besen, Schokolade oder Bonbons und noch viel mehr Konfetti. Fasching ist eine ernst zu nehmende Sache. Das sieht man auf den ersten Blick. Jeder macht sich hier schon Monate vorher Gedanken, wie der Zug bereichert werden könnte. Relativ unbeteiligt – und vor allem unverkleidet – schlenderten wir die Straßen entlang. Durch eine für uns vollkommen fremde Welt. Zeitweise marschierten wir einfach im Zug mit. Hätte ich doch vorher bloß ein großes Oranienburg-Schild gebastelt – und Bonbons und Konfetti mitgenommen!
Allerdings habe ich gedacht, dass die Stimmung besser ist. Wenn man sich mal den Berliner Karnevalsumzug ansieht, dann sieht man, dass die Leute am Straßenrand eher nur doof rumstehen. Das ist in Waiblingen ähnlich gewesen. Alle stehen am Rand und sehen sich den Umzug an. Sehr bizarr. Nur die Kinder sind ganz heiß drauf, alle geworfenen Bonbons einzusammeln. Das ist übrigens eine echte Gefahr beim Umzug: von einem Wurfgeschoss getroffen zu werden.
Spannend war der Moment, als der Zug endete. Binnen Minuten wurden die Bürgersteige wieder hochgeklappt. Es verging keine halbe Stunde und die Stadt verfiel zurück in den Wochenendschlaf. Das Konfetti wurde weggekehrt – der Fasching war Geschichte. Helau!!

RTelenovela

A 71

Freitag, den 24. Februar 2006
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Ich fahre seit Ende 2002 mehrmals im Jahr nach Baden-Württemberg, seit Marcel in die Nähe von Heidelberg gezogen ist.
Gestern war es mal wieder so weit. Allerdings dachte ich mir, mal von der Routine abzuweichen. Meine Autobahnroute führt mich eigentlich immer über die A10 – A9 – A4 – A5 – A66 – A6. Immer gute Erfahrungen gemacht. Stau gab es auf den vielen Jahren von und nach dorthin selten bis nie.
Aber dennoch: Abwechslung muss sein. Am Autobahnkreuz Erfurt (A4) bog ich diesmal aber auf die A71 ab – die Thüringer-Wald-Autobahn. Die ist noch ziemlich neu. So neu, dass die Ausschlderung noch nicht 100%ig stimmt. Sie erweckt den Eindruck, dass die Autobahn bei Oberhof endet und nicht weiter über Schweinfurt auf die A70 führt. Doch die Autobahn ist tatsächlich vollendet – seit einigen Wochen.
Höhepunkte sind die diversen tunnel durch den Thüringer Wald. Der Rennsteig-Tunnel ist 8 Kilometer lang. Eine kleine enge Röhre mit zwei Fahrspuren. Sehr bedrückend. Ein komisches Gefühl. Aufatmen, wenn man den Tunnel verlässt – und Blindheit. 8 Kilometer Tunnel und dann den Blick in die pralle Sonne. Meine Augen tränten – ich sah nichts. Rein gar nichts.
Was aber auch nicht so dramatisch ist, denn nach etwa einem Kilometer gehts auch schon in den nächsten 3-Kilometer-Tunnel. Und überhaupt – es ist sehr wenig Verkehr auf der Strecke.
Und keine Tankstelle. Auf der gesamten A71 gibt es (noch?) keine Raststätte und keine Tankstelle. Das ist besonders lustig, wenn die Tankanzeige schon rot leuchte. Nun könnte man meinen, man fährt einfach ein Abfahrt ab. Aber was nützt das, wenn die Abfahrt ins Nichts führt? Die A71 führt durch tote Landschaften.
Fazit: Landschaftlich reizvoll – aber nur mit mindestens halbvollem Tank sollte man die Strecke fahren.
Erst auf der A70 bei Waldeck konnte ich meinen fast leeren Tank wieder füllen. Weiter gings dann über die A3 – A81 – A6. Das gab dann einen netten Stau.
Ich bleibe in Zukunft bei meiner Stammstrecke. Gute Erfahrungen sind eben alles.
Montagabend gehts zurück.

aRTikel

Freiluftsex im Briesetal

Donnerstag, den 23. Februar 2006
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In „Die Liebesprüfung“ ist die S-Bahn-Linie 1 das Zünglein an der Waage


MAZ Oranienburg, 23.2.2006

OBERHAVEL

Alle 20 Minuten fährt die S-Bahn auf der Linie 1 von Oranienburg in die Berliner Innenstadt. Viele Menschen aus Oberhavel benutzen die S1 jeden Tag, sie gehört fast schon zu ihrem Leben. Bis Wannsee sind es 34 Stationen. Haben Sie sich auch schon mal überlegt, was Sie eigentlich mit den einzelnen Bahnhöfen an der S1 verbinden? Mit Birkenwerder? Waidmannslust? Nordbahnhof?
Diese Frage stellt sich das Paar Johannes Raschauer und Hanna Finkbeiner in dem Roman „Die Liebesprüfung“, erschienen im dtv. Die beiden haben Krach. Die Beziehung droht auseinanderzubrechen. Oder besser: Sie haben keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Trennung? Oder wieder versöhnen – und heiraten?
Johannes und Hanna treffen eine Verabredung. Johannes setzt sich in Wannsee in die S1, Hanna in Oranienburg. Wenn sie völlig unabhängig voneinander auf derselben Station aussteigen, dann wendet sich alles zum Guten. Beide treffen sich mit ihren besten Freunden und beraten, gehen jede einzelne S-Bahn-Station durch. Überlegen, was sie dort erlebt haben, was sie mit diesem Ort verbindet – oder nicht.
Oranienburg zum Beispiel. Hierher führte sie ihr erster gemeinsamer Ausflug im Frühjahr 1990. Für Johannes nicht einfach: Sein Opa war SS-Obersturmbannführer im KZ Sachsenhausen. Eigentlich wollte er deshalb nie nach Oranienburg. Doch Hanna kann ihn überreden. Sehr unsauber war 1990 noch der Oranienburger Bahnhof. Zitat aus dem Buch: „Sie durchquerten das Empfangsgebäude (…), das eine einzige Bedürfnisanstalt zu sein schien.“ In einem Eiscafé am Lehnitzsee gehen sie schließlich ein Eis essen.
In Lehnitz erinnern sich sich an den kahlen S-Bahnsteig. Hergekommen sind sie damals, um einmal um den See herumzulaufen. Unbedingt ansehen wollten sie sich das Haus von Friedrich Wolf. Im Lehnitzsee musste Johannes schließlich noch einen Ertrinkenden retten.
In Borgsdorf, in der Breitscheidstraße, wohnt Johannes’ „Ostverwandtschaft“. Und Hanna bestand darauf, sie mit der S-Bahn zu besuchen. Gemischte Gefühle bekommen beide, wenn es um Birkenwerder geht. Vom Bahnhof aus wollten sie an einem Sonnabend im Juni 1991 zur Clara-Zetkin-Gedenkstätte und danach durch das Briesetal nach Wandlitz laufen. Leider haben sie sich dort getrennt voneinander verlaufen. Erst in Wandlitz fanden sie sich wieder – und hatten dann den bis dahin besten Freiluftsex ihres Lebens. Wenn das keine gute Erinnerung ist…
Ähnlich sieht es in Hohen Neuendorf aus. Dort besuchten sie Mitte Mai 1992, sie mussten mit der S-Bahn noch den Umweg über Mühlenbeck-Mönchmühle fahren, ihren Freund Martin. Dort übernachteten sie auch – und zeugten ihren Sohn Raffael.
So geht das Spiel munter weiter über Frohnau, Hermsdorf bis hin nach Wannsee. Überall gibt es Geschichten, Erinnerungen. Am Ende überlegen Johannes und Hanna, ob diese Station für ein Treffen in Frage käme.
Autor Horst Bosetzky, bekannt für seine in Berlin spielenden Geschichten, hat sehr geschickt Geschichten rund um die S-Bahn-Linie 1, ihre Historie, die Orte und ihre Sehenswürdigkeiten sowie die Story um das junge Paar zusammengemixt.
Hin und wieder ist es zwar sehr verkrampft und aufgesetzt, dass Johannes und Hanna zufälligerweise überall da hinwollen oder waren, wo es tatsächlich etwas zu sehen gibt. Dennoch lernt der Leser etwas über die S-Bahn und die Orte, die sie anfährt. Ziemlich langweilig ist allerdings der Titel des Buches, „Die Liebesprüfung“, sowie das Cover – nichts sagend. Ein ideales Buch für eine Fahrt mit der S1.
Wie sich Johannes und Hanna entscheiden. Das bleibt an dieser Stelle offen…

Horst Bosetzky: Die Liebesprüfung, dtv premium, 295 Seiten, 14,50 Euro.