Monatsarchiv für Dezember 2005

RTZapper

Das war 2005!

Samstag, den 31. Dezember 2005
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Es heißt, 2005 sei das schlechteste Fernsehjahr überhaupt gewesen. So schwarz würde ich das nicht sehen, wenn man mal von 9live und den anderen Telefonquizshows absieht. Und von den Astroshows. Und den Servicedokus.

Ein ganz klarer Tiefpunkt wurde allerdings erreicht, als auf RTL und Sat.1 während der Live-Übertragung der Trauerfeier für den ermordeten Rudolph Moshammer über die Umstände des Mordes geklatscht wurde. Geradezu ekelhaft.
Genauso wie „Die Burg“ von ProSieben, bei der sich D- und E-Promis prügelten, weil einer von ihnen in die Badewanne gepinkelt hat. Na, geht’s denn noch?

Als Papst Johannes Paul II. noch gar nicht tot war, gab es ewige Sondersendungen, die vermeldeten, dass der Paul noch nicht tot sei. So öffentlich starb noch niemand.

Weil diverse Firmen ganze Handlungsstränge bei „Marienhof“ und Co. gekauft haben, um ihre Werbebotschaften unauffällig unterzukriegen, kommt nicht nur die ARD in große Bedrängnis. Schleichwerbeskandal.

Ganz hinten: Weit abgeschlagen, aber nicht unverdient, auf dem allerletzten Platz beim Eurovision Song Contest landete… na, wie hieß sie noch gleich? Gracia. Kein Wunder: Ihr Lied war bescheiden. Die Umstände, wie ihr Manager Platten (ver)kaufte, auch.

Es galt Abschied zu nehmen: 2005 gingen unter anderen Harald Juhnke, Max Schmeling, Brigitte Mira, Pumuckls Stimme Hans Clarin und Maria Schell von uns.

Schock für Premiere: Wie es momentan aussieht, darf der Pay-TV-Sender ab Sommer 2006 keine Live-Bilder der Fußball-Bundesliga mehr zeigen. Auf Premiere kommen harte Zeiten zu.

Nein, nein, so schlecht war das Fernsehjahr 2005 nicht. So toll aber auch nicht. Guten Rutsch!

RTelenovela

2005

Samstag, den 31. Dezember 2005
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1. BESTE PARTY
Die Neujahrsparty bei Benny
Toll war aber auch der 70. von meinem Onkel in Hannover, als alte Familiengeschichten ausgepackt wurden.

2. BESTES KONZERT
Sportfreunde Stiller beim Taubertal-Festival
Toll war auch ´das Pitch Pipe Project, Moby, Wir sind Helden, Jazzkomplott, natürlich einige der Greensession/Kimono-Konzerte und – natürlich – Mary Roos.
Flops: Gerhard Schöne, Laith Al-Deen, McLemon

3. BESTER SONG
Gabs viele, vielleicht: Nena – Willst du mit mir gehn
oder: Xavier Naidoo – Dieser Weg, Madonna – Hung Up, Robbie Williams – Tripping, Fettes Brot – An Tagen wie diesen u.v.a.

4. BESTES ALBUM
Moby – Hotel

5. BESTER FILM
Mean Creek
und: Kammerflimmern, Aviator, Die Bluthochzeit, Madagascar, In den Schuhen meiner Schwester, Harry Potter und der Feuerkelch, Kismet – Würfel dein Leben

6. SCHLECHTESTER FILM
Alone In The Dark
und: Basta. Rotwein oder Totsein, Heidi, 2246, Final Call, Robots, My Summer Of Love, Red Eye, Jesus du weißt

7. BESTE TV-SENDUNG
Six Feet Under
und: Zapping, Harald Schmidt, Lindenstraße, Kalkofes Mattscheibe, Rent A Pocher, Die Patricharchin, OC California, Pastewka

8. SCHLECHTESTE TV-SENDUNG
Live-Übertragungen von der Moshammer-Beerdigung
und natürlich alles 9live- und Astromäßige

9. BESTER RADIOSENDER
RadioEins
und neuerdings am Abend Klassikradio, MDR Info

10. BESTES BUCH
Jürgen Alberts: Familienfoto
und ein Buch, das hieß: “Radio Gaga”, weiß den Autor nicht mehr

11. DER BESTE AUGENBLICK
Das Wochenende auf Rügen

12. DER SCHLIMMSTE AUGENBLICK
diverse beim Zahnarzt

RTelenovela

Vanillemilchsee

Samstag, den 31. Dezember 2005
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Tatort: die Tankstelle am südlichen Ortseingang von Nassenheide. Ich wollte mir noch eine Flasche Kakao kaufen und ging dazu ans Kühlfach. Ich machte die Tür auf und nahm die Flasche. Dabei fiel mir auf, dass die Halterung an einer Seite kaputt war und drückte sie ein wenig nach innen, weil sie ganz runterzufallen drohte.
Plötzlich machte es Peng, Knall, Peng, Knall, Peng. Fünf Flaschen Vanillemilch donnerten auf die Erde, drei gingen kaputt. Ich stand in einem Vanillemilchsee. Der Verkäufer kam gleich angerannt und fragte, ob ich mich verletzt hätte. Hatte ich mich nicht. Nur… na ja… erschrocken. Ich verließ den See, zahlte und ging.
Ich hoffe, der See ist inzwischen nicht mehr da.
Ach ja: Es tut mir Leid.

RTZapper

Die schöne Woche

Freitag, den 30. Dezember 2005
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FR 30.12.2005, 13.05 Uhr, Radioeins

Wahrsager wissen ja so einiges. Wenn es am Ende auch nicht das ist, was wirklich eingetroffen ist. Am Freitag war ich jedoch überrascht. In der „schönen Woche“ auf RadioEins wurde erzählt, was für 2006 alles prophezeit wird. Eine Wahrsagerin sieht einen völlig neuen Musiktrend auf uns zukommen. Was völlig Neues, aber relativ Simples. Es hätte etwas mit der Melodie von „Alle meine Entchen“ zu tun. Was die Moderatoren Volker Wieprecht und Robert Skupin sehr lustig fanden. Wenn ich jetzt aber sage, dass in unserer Redaktion eine CD mit dem Titel „Alle meine Männchen“ rumliegt – mit besagter Melodie – werden sie nicht mehr lachen. Das Werk einer gewissen Lili stammt nämlich von einem Kremmener Produzenten und soll 2006 veröffentlicht werden. Hat er das etwa eben jener „Wahrsagerin“ zugeflüstert? Wir können nur hoffen, dass sie trotzdem Unrecht hat: Denn diesen Song braucht nun wirklich niemand.

RTelenovela

Schnee

Freitag, den 30. Dezember 2005
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17 Zentimeter Schnee sind bis zum Nachmittag in Oranienburg gefallen. So viel, wie seit Jahren nicht mehr. So viel, dass ich schon Angst hatte, gar nicht mehr aus meiner Garage zu kommen. Aber meine M+S-Reifen haben sich heute als wintertauglich herausgestellt. In die Berge fahren kann ich damit zwar nicht, aber für Berlin und Brandenburg reichts.
Von den Sommerreifen meiner Eltern kann man das natürlich nicht behaupten. Die mussten mit ihrem Autochen im Laufe des Tages mehrmals angeschoben werden, sonst wäre es auch bei ihnen zum Stillstand gekommen. Aber, nein, es gibt doch sowieso keinen Winter mehr…
Die S-Bahn fuhr auch ordentlich, wenn auch nicht immer pünktlich. Stadtauswärts hat es Probleme gegeben. In Gesundbrunnen hieß es, dass die Züge unregelmäßig fahren. Letzlich hatte die Bahn bis Oranienburg tatsächlich 17 Minuten Verspätung.
Am Abend musste ich dann mein Auto erstmal wieder vom Schnee befreien. Durch den tiefen Schnee ging es dann erst nach Hause und dann bis Birkenwerder. Von dort mit Jakob in der Bahn zur Eberswalder Straße zum “Bastard”. Zwischen Mühlenbeck-Mönchmühle und Blankenburg ist die Strecke verdammt lang und liegt völlig im Freien. Als da der Wind um die Waggons pfiff und es im Zug auch merklich kühl durchzog … ja, das war ein wening… unangenehm.
Überraschend war auch, dass die Gehwege rund um die Schönhauser Allee komplett nicht geräumt sind. Das läuft in Oranienburg aber besser…

RTelenovela

Stillstand

Donnerstag, den 29. Dezember 2005
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Meine Autofahrt zur Arbeit endete heute Vormittag an der Gartentür. Vor unserem Tor gibt es eine kleine Rinne, in der das Regenwasser ablaufen soll. Aber zurzeit gibt’s ja eher weniger Regen. Sondern Schnee in Massen. Unsere Straße ist glatt.
Um das Gartentor zuzumachen, musste ich nochmal aussteigen. Dummerweise stand ich aber gerade in dieser Rinne, mit beiden Vorderrädern. Ergebnis: Ich kam weder vor noch zurück. Nichts ging mehr – Stillstand. Die Allwetterreifen versagten.
Erst als mich mein Vater anschob kam ich aus der misslichen Lage wieder raus.

PS: Im Rahmen unserer Archivarbeit für die diversen Jahresrückblicke haben wir festgestellt, dass Tokio Hotel Ende Juli in Oranienburg aufgetreten sind. Damals kannte sie noch kaum jemand. Alle haben sich nur ämusiert, dass diese kleine Popelband eine ganze Wagenladung Merchandising-Kram mitbrachte. Hätten wir das geahnt…

RTelenovela

Heiligabend

Sonntag, den 25. Dezember 2005
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Heiligabend beginnt bei mir immer gegen 15 Uhr. Christvesper in der Dorfkirche in Schmachtenhagen. Tradition seit 1998. Damals fragte mich die Mutter von Marcel, ob ich nicht Lust hätte, mit in die Kirche zu kommen. Hatte ich. Und so läuft das noch heute.
In der Christvesper singt der Männerchor aus Sachenhausen u.a. “Stille Nacht” in einer echten Gänsehautversion. Nun gut, die kann auch dadurch kommen, dass es in der Kirche nicht gerade warm ist. Natürlich wird die Weihnachtsgeschichte verlesen. Und natürlich singen wir auch.
Nicht ganz so schön wie immer war es heute trotzdem. Hinter uns saß eine junge Familie. Ich glaube, es hat auch etwas mit Erziehung zu tun, wenn es Kinder von gut 10 Jahren nicht schaffen, mal längere Zeit den Mund zu halten. Und nicht ständig fragen, wann es denn endlich die Geschenke gäbe. Papi machte unterdessen ständig doofe Witze. Ich frage mich ernsthaft, warum die in dir Kirche gehen? Nur aus reinem Entertainment? Was gesagt und gesungen wurde – dafür haben sie ich jedenfalls nicht interessiert.

Für mich ist Weihnachten auch immer ein Stück Nostalgie. Weihnachten ist für mich mit bestimmten Gerüchen im Haus verbunden. Gerüche, die es nicht mehr gibt. Weil zum Beispiel meine Oma tot ist, und dementsprechend niemand mehr bei uns in der Veranda raucht…
Ich habe zum Beispiel eine von meinem Vater aufgenommene Kassette, auf der die Bescherung 1981 drauf ist. Mit Weihnachtsmann (ich hab erst Jahre später rausgefunden, dass unser Nachbar Herr Zimmermann der Weihnachtsmann war) und Geschenkeinferno. Mit allen Omas und Opas drauf. Nostalgie pur.
Jetzt ist natürlich einiges anders. Mein Bruder und ich sind erwachsen geworden. Natürlich kommt mein Weihnachtsmann mehr. Die Aufregung ist nicht mehr da.
Ich sehe heute dem Weihnachtsfest recht gelassen entgegen. Wenn ich wenig erwarte, werd ich auch nicht enttäuscht. Ein paar feste Säulen gibt es ja. Der Vorweihnachtsvideoabend. Das Abendessen zu Heiligabend – Frikassee und Obstsalat. Danach wird meist Mau-Mau gespielt. Zwischendurch werden die Geschenke ausgepackt. Und – doch, ja, eigentlich ist das immer noch ganz nett. Nicht mehr so wie früher, aber nichts lässt sich zurückholen.