Monatsarchiv für September 2005

RTelenovela

Zahnarzt (3)

Montag, den 19. September 2005
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Es wurde wieder ernst – für den zweiten Backenzahn hatte das letzte Stündlein geschlagen. Erstens, weil er nicht mehr “all zu doll” aussah und zweitens, weil so der Weisheitszahn an dieser Stelle nachwachsen kann.
Dabei war auch diesmal das Zahnziehen nicht das eigentliche Problem. Vielmehr die Betäubung. Nachdem die Spitze langsam wirkte, wurde mir, wie auch beim letzten Mal, ziemlich schummrig. Das war aber diesmal leider nicht alles: Irgendwie kam es mir vor, dass als ob durch die Betäubung der Gaumen anschwoll. Beim Liegen musste ich beim schlucken würgen, beim Sprechen nach 3 Wörtern das Gleiche. Meine Atemfrequenz stieg, mein Puls ging nach unten. Ich bekam diverse Mittelchen – irgendwas mit Calcium – und Cortison. Zwischenzeitlich war auch die Rede von der Schnellen Medizinischen Hilfe.
Die Mittelchen hielfen aber ganz gut, so dass es dem Zahn doch noch ans Leder ging – Schwerstarbeit für Frau Doktor und die Schwester.
Jetzt habe ich ganz rechts oben ein Loch – das hin und wieder nach einer Schmerztablette schreit…
Fortsetzung am 5. Oktober.

RTelenovela

Aspirin

Sonntag, den 18. September 2005
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Die Aspirin-Tabletten sind momentan meine besten Freunde. Nicht wegen Kopfschmerzen. Der Zahn macht ärger. Wahrscheinlich hat er mitbekommen, dass er morgen gezogen wird und macht vorher noch ein wenig Stress. Als Rache oder so.
Aber wozu gibt’s die Arznei? Die dämpft zumindest für etwa einen halben den Schmerz. Und morgen ist Schluss damit.
Aber vorher brauch ich noch ne Dosis. Denn: Es geht schon wieder los…

RTelenovela

Fast-Food-Bär

Samstag, den 17. September 2005
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An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich bei der Firma McDonald’s bedanken, die neuerdings vollkommen unaufgefordert, Essen ausliefert. Das Happy Meal, das ich auf dem Dach meines Autos fand, war zwar leider schon ein bisschen kalt – und das Getränk fehlte – dennoch sitzt mir hier gerade ein kleines, braunes Bärchen gegenüber, welches ich in der Tüte fand. Ganz süß!
Ein herzlicher Dank an die Lieferantinnen!

RTelenovela

Festung Hennigsdorf

Samstag, den 17. September 2005
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Hennigsdorf glich heute einer Festung. Alle Straßen in die Stadt wurden von der Polizei abgeriegelt. Denn im Zentrum stand die CDU-Abschlusskundgebung im brandenburgischen Wahlkampf statt. Jörg Schönbohm hielt eine Rede. Gleichzeitig kamen die Antifa und die Rechtsextremen in Hennigsdorf mit Bus, Bahn und Auto zu ihren jeweiligen Demos an.
Und, sicher, wir sahen aus, als ob wir Dreck am Stecken hatten. An der Polizeikontrolle am Hennigsdorfer Ortseingang wurden wir gleich mal rausgewunken. Ausweis, Fahrerlaubnis, Fahrzeugschein. “Was wollen Sie denn in Hennigsdorf?”, fragte uns die nette Polizistin. “Wir wollen die Linken aufklatschen!”, antworteten wir – natürlich nicht. Ich meinte: “Wir wollen was Essen, auf dem Havelplatz.” Nun gut, auch das war gelogen. In Wirklichkeit wollten wir natürlich gaffen, was denn so abgeht in der Partystadt. Man ließ uns jedenfalls passieren.
Auf dem Postplatz war die CDU-Kundgebung schon beendet. Nur noch ein paar klägliche Reste des Kindesfestes waren übrig.
Der Bahnhof war von der Bundespolizei abgeriegelt. Einige mit Kameras bewaffnet. Trotzdem wandelten wir durch den Tunnel auf die Rathausseite. Und wieder zurück – wieder durch die Polizistenmeute. Und wieder wurden wir gemustert – und angehalten. Wieder wurden wir gefragt, wo wir denn hinwollten. Und wieder wollten wir was Essen.
Was diesmal sogar stimmte.
Damit haben wir die CDU dann auch noch glücklich gemacht, indem wir eine Boulette und eine Erbsensuppe an einem ihrer Wahlkampfstände gekauft haben. Letztere war aber so gut wie kalt. Was aber meine Wahlentscheidung immens erleichtert…

RTelenovela

Hütchenspiel

Samstag, den 17. September 2005
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Es gibt sie noch – die Hütchenspieler. Wir haben sie heute beobachten dürfen, am Kürfürstendamm in Berlin.
Ein wenig versteckt an einem Baum hockt ein Typ, vor sich eine Spielunterlage. Darauf: ein Kügelchen und drei Hütchen. Das Ganze wird hin -und hergeschoben und der “Mitspieler” muss raten: Unter welchem Hütchen ist die Kugel.
Wetteinsatz: 50 Euro.
Tatsächlich stehen um den Mann herum fünf Leute, die dem Treiben zusehen. Und munter mitspielen. Die Fuffis haben sie erstaunlich schnell griffbereit. “Ja, da muss sie sein!” Mal haben sie Glück, mal nicht. Dabei ist das doch alles total einfach! Denn der Hütchenspieler kommt mit seiner Hand ständig ans Hütchen, so dass die Kugel sichtbar ist.
Natürlich werden wir gefragt, ob wir mitspielen wollen. Nein. Erstens: Keine Lust. Und zweitens: Wir hatten gar keine 50 Euro bei.
Fakt ist: Bis auf uns beide, gehörten sämtliche Umstehenden zu dem Hütchenspieler. Eindeutig. Alle kannten sich. Zumal wir das ganze länger beobachtenen. So fingen einige Szenen an, sich zu wiederholen. Plötzlich sagte die eine Frau einen Satz, den sie haargenau zwei Minuten vorher schon mal sagte. Vor allem: Wenn schon so viele mitspielen, warum dann wir auch noch?
Wie auf ein Zeichen hin stand der Hütchenspieler plötzlich auf und verschwand ganz fix. Ebenso wie die Mitspieler. Weg war’n se. Von der andern Seite kam ein Typ, der ganz schnell das Spiel weggeräumt hat.
War es denen zu auffällig, dass wir da rumstanden, um sie zu beobachten? War Polizei in der Nähe?
Eine halbe Minute später sahen wir dann an einer Hausecke zwei Frauen, die sich angeregt miteinander unterhielten. Beide standen gerade noch am Hütchenspiel. Und beide kannten nicht da noch nicht. Angeblich.
Wir haben das Ganze durchschaut. Lasst die Finger davon!

RTelenovela

Badminton (2)

Donnerstag, den 15. September 2005
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Ich bin heute sehr, sehr glücklich.
Mit meinen Arbeitskollegen treffe ich mich ziemlich regelmäßig morgens in der Oranienburger Turm-Erlebniscity zum Badminton. Damit das Ganze auch einen Reiz hat, spielen wir mit Punkten und Tabelle usw. In der vergangenen Saison war meine Punkteausbeute bei diesem sportlichen Event allerdings nicht all zu sehr herausragend. Um nicht zu sagen: niederschmetternd. Null Punkte.
Umso besser nun mein Start in Saison 2. Gewonnen! Zwei Punkte!! 15:10 und 15:10.
Ich stehe nun auf Platz 2 der aktuellen Tabelle. Danke für den Applaus.

RTZapper

Parteien zur Bundestagswahl

Mittwoch, den 14. September 2005
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Das Erste/ZDF

Meinen die das wirklich ernst? Die Wahlwerbespots der kleinen Parteien auf den diversen Sendern versprechen uns das Blaue vom Himmel. Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität (Büso) zum Beispiel sieht die Schuld für die hohe Arbeitslosigkeit einzig und allein beim Euro. Weg damit, fordert Kanzlerkandidatin (!) Helga Zepp-LaRouche. Mit der D-Mark würde wieder alles besser. Wäre zumindest mal spannend gewesen. Wie sie sich das vorstellt, erzählt sie im Wahlspot nicht. Die Bayernpartei würde es sehr gern sehen, wenn sich Bayern von Deutschland abspalten würde. Gerade viele Ossis werden nach den Stoiber-Attacken da sicher auch applaudieren. Weiter fordert die Partei, den Güterverkehr wieder auf die Schiene zu bringen. Warum an der Stelle aber ein Regionalexpress durchs Bild fährt, bleibt das Geheimnis der Bayernpartei. Dann gibt es noch die Partei, die sich schlicht „Die Partei“ nennt und den Wiederaufbau der Mauer fordert. Ernsthaft? Gegründet wurde „Die Partei“ von der Satirezeitschrift „Titanic“. Aber was passiert, wenn die tatsächlich jemand wählt? Wird Westdeutschland dann wirklich von der Welt isoliert? Das wäre doch nun wirklich sehr, sehr schade, oder?