Tagesarchiv für 17. September 2005

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Fast-Food-Bär

Samstag, den 17. September 2005
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An dieser Stelle möchte ich mich noch ganz herzlich bei der Firma McDonald’s bedanken, die neuerdings vollkommen unaufgefordert, Essen ausliefert. Das Happy Meal, das ich auf dem Dach meines Autos fand, war zwar leider schon ein bisschen kalt – und das Getränk fehlte – dennoch sitzt mir hier gerade ein kleines, braunes Bärchen gegenüber, welches ich in der Tüte fand. Ganz süß!
Ein herzlicher Dank an die Lieferantinnen!

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Festung Hennigsdorf

Samstag, den 17. September 2005
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Hennigsdorf glich heute einer Festung. Alle Straßen in die Stadt wurden von der Polizei abgeriegelt. Denn im Zentrum stand die CDU-Abschlusskundgebung im brandenburgischen Wahlkampf statt. Jörg Schönbohm hielt eine Rede. Gleichzeitig kamen die Antifa und die Rechtsextremen in Hennigsdorf mit Bus, Bahn und Auto zu ihren jeweiligen Demos an.
Und, sicher, wir sahen aus, als ob wir Dreck am Stecken hatten. An der Polizeikontrolle am Hennigsdorfer Ortseingang wurden wir gleich mal rausgewunken. Ausweis, Fahrerlaubnis, Fahrzeugschein. “Was wollen Sie denn in Hennigsdorf?”, fragte uns die nette Polizistin. “Wir wollen die Linken aufklatschen!”, antworteten wir – natürlich nicht. Ich meinte: “Wir wollen was Essen, auf dem Havelplatz.” Nun gut, auch das war gelogen. In Wirklichkeit wollten wir natürlich gaffen, was denn so abgeht in der Partystadt. Man ließ uns jedenfalls passieren.
Auf dem Postplatz war die CDU-Kundgebung schon beendet. Nur noch ein paar klägliche Reste des Kindesfestes waren übrig.
Der Bahnhof war von der Bundespolizei abgeriegelt. Einige mit Kameras bewaffnet. Trotzdem wandelten wir durch den Tunnel auf die Rathausseite. Und wieder zurück – wieder durch die Polizistenmeute. Und wieder wurden wir gemustert – und angehalten. Wieder wurden wir gefragt, wo wir denn hinwollten. Und wieder wollten wir was Essen.
Was diesmal sogar stimmte.
Damit haben wir die CDU dann auch noch glücklich gemacht, indem wir eine Boulette und eine Erbsensuppe an einem ihrer Wahlkampfstände gekauft haben. Letztere war aber so gut wie kalt. Was aber meine Wahlentscheidung immens erleichtert…

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Hütchenspiel

Samstag, den 17. September 2005
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Es gibt sie noch – die Hütchenspieler. Wir haben sie heute beobachten dürfen, am Kürfürstendamm in Berlin.
Ein wenig versteckt an einem Baum hockt ein Typ, vor sich eine Spielunterlage. Darauf: ein Kügelchen und drei Hütchen. Das Ganze wird hin -und hergeschoben und der “Mitspieler” muss raten: Unter welchem Hütchen ist die Kugel.
Wetteinsatz: 50 Euro.
Tatsächlich stehen um den Mann herum fünf Leute, die dem Treiben zusehen. Und munter mitspielen. Die Fuffis haben sie erstaunlich schnell griffbereit. “Ja, da muss sie sein!” Mal haben sie Glück, mal nicht. Dabei ist das doch alles total einfach! Denn der Hütchenspieler kommt mit seiner Hand ständig ans Hütchen, so dass die Kugel sichtbar ist.
Natürlich werden wir gefragt, ob wir mitspielen wollen. Nein. Erstens: Keine Lust. Und zweitens: Wir hatten gar keine 50 Euro bei.
Fakt ist: Bis auf uns beide, gehörten sämtliche Umstehenden zu dem Hütchenspieler. Eindeutig. Alle kannten sich. Zumal wir das ganze länger beobachtenen. So fingen einige Szenen an, sich zu wiederholen. Plötzlich sagte die eine Frau einen Satz, den sie haargenau zwei Minuten vorher schon mal sagte. Vor allem: Wenn schon so viele mitspielen, warum dann wir auch noch?
Wie auf ein Zeichen hin stand der Hütchenspieler plötzlich auf und verschwand ganz fix. Ebenso wie die Mitspieler. Weg war’n se. Von der andern Seite kam ein Typ, der ganz schnell das Spiel weggeräumt hat.
War es denen zu auffällig, dass wir da rumstanden, um sie zu beobachten? War Polizei in der Nähe?
Eine halbe Minute später sahen wir dann an einer Hausecke zwei Frauen, die sich angeregt miteinander unterhielten. Beide standen gerade noch am Hütchenspiel. Und beide kannten nicht da noch nicht. Angeblich.
Wir haben das Ganze durchschaut. Lasst die Finger davon!

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