Monatsarchiv für Juli 2005

RTZapper

Verkehrsmeldungen

Mittwoch, den 27. Juli 2005
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„Auf der A24 Richtung Hamburg zwischen den Anschlussstellen Kremmen und Fehrbellin acht Kilometer Stau.“ Für mich klingt das relativ logisch. Hinter Kremmen kommt ein Stau. Aber angeblich soll ein Großteil der Radiohörer eine Meldung wie diese vom Verkehrsservice nicht kapieren. Zu viele Informationen. Richtig, das Hirn schalten viele Autofahrer sowieso auf Standby, wenn sie auf der Piste unterwegs sind. Da bleibt für solch schwierige Denkübungen natürlich kein Platz mehr. Richtung Hamburg? Fahre ich gerade Richtung Hamburg? Und überhaupt: Wo liegt Hamburg? Wo bin ich? Wo will ich hin? Wo komm ich her? Und was hat Kremmen damit zu tun? Und was ist da noch mal? Stau? Wieso gerade in Kremmen? Muss ich da bremsen? Kein Wunder, dass da manche Autofahrer überfordert sind.

aRTikel

Gelassen ins große Finale

Mittwoch, den 27. Juli 2005
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Am 11.August reisen die Jungs von Kimono zum Emergenza-Auftritt beim Taubertal-Festival


MAZ Oranienburg, 27.7.2005

ORANIENBURG

„Kimono ist eine Popband.“ Eine kurze und prägnante Ansage von Sänger Lukas Pizon auf die Frage, was die Band eigentlich für Musik mache.
Seit der 24-Jährige im März zur Band stieß, hat sich vieles getan. Neue Songs. Erster Platz beim Berlin-Band-Award, ebenso im Emergenza-Halbfinale. Der Höhepunkt steht in gut zwei Wochen an: Kimono spielt im internationalen Finale des Emergenza-Bandwettbewerbes. Dazu reisen die Jungs aus Oranienburg und Umgebung sowie Berlin zum Taubertal-Festival ins bayerische Rothenburg ob der Tauber.
Dem voran ging der Sieg beim Berlin-Finale von Emergenza (MAZ berichtete) am 25. Juni in der Columbiahalle. „Dort auf der großen Bühne zu stehen, das ist definitiv schon mal eine tolle Sache“, erzählt Bissist Benjamin Steinke. Nun also ins Taubertal. Einem Festival, auf dem nicht nur Emergenza-Bands aus den USA, Kanada, Dänemark oder Spanien spielen, sondern auch bekannte Gruppen wie die Sportfreunde Stiller, Juli, Silbermond, Bad Religion und Mando Diao. „Aber da muss man ganz locker rangehen“, meint Benjamin.
„Momentan wissen wir auch noch gar nicht, nach welchen Kriterien die Bands dort bewertet werden“, sagt Lukas. Hana Herrmann von Emergenza Germany gibt auf MAZ-Nachfrage Auskunft. „Beim Finale wird die beste Band, die beste musikalische Qualität und Bühnenshow prämiert. Außerdem unter anderem der beste Sänger, Gitarrist und Bassist.“ Eine Jury wird die Gruppen begutachten. In den Vorrunden zählte bisher die Wertung des Publikums.
Die Gewinner dürfen auf eine kleine Tournee durch die USA. Und das ist noch nicht alles. „Neben der USA-Tour bekommt der Sieger auch eine CD-Produktion in einem schwedischen Studio bezahlt“, erzählt Hana Herrmann. „Dass wir diese Tour gewinnen, ist aber eher unwahrscheinlich“, meint Kimono-Sänger Lukas. „So was bringt uns ja nicht wirklich was.“
Vielmehr erhofft sich die Band durch den Auftritt im Taubertal mehr Aufmerksamkeit. Als die Band, noch unter dem Namen Greensession, den Sonderpreis beim Schooljam-Finale in Frankfurt/Main gewann, „hat das eigentlich niemanden interessiert“, erzählt Benjamin. „Es gab kaum ein Feedback, es war auch wenig Publikum beim Finale in der Messehalle.“ Das war selbst nach dem Berlin-Finale von Emergenza anders. „Ich wurde noch nie so oft auf einen Auftritt angesprochen“, erinnert sich Benjamin.
Die Jungs von Kimono bleiben gelassen: Viel geprobt werden kann vor dem Finale nicht mehr: Job, Uni, Urlaub. Normalerweise proben sie zweimal pro Woche in der „Teestube“ in Berlin-Frohnau.
Am Donnerstag, 11. August, geht’s runter nach Bayern. Wann genau Kimono auf der Emergenza-Bühne spielen wird, steht erst Anfang August fest. Lukas: „Wir sind da vier Tage und machen uns ein schönes Wochenende.“ Und – mal sehen.

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Ansprache von Bundespräsident Horst Köhler

Freitag, den 22. Juli 2005
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DO 21.07.2005, 20.15 Uhr

Um die Rede von Bundespräsident Horst Köhler am Donnerstagabend wurde ein riesiger Aufriss gemacht. Was er zu sagen hatte, war ja auch nicht ganz unwichtig. ARD, ZDF, Sat.1, RTL und die Nachrichtensender schmissen ihr Programm um. 20.15Uhr sollten die wichtigen Worte gesprochen werden. Live aus Berlin. „Jeden Moment muss es losgehen“, meinte ARD-Moderator Thomas Roth mit Blick auf seinen Monitor. Während Köhlers Ansprache wurde auf den meisten Sendern der Hinweis „live“ eingeblendet. Was wenige wussten: Köhlers Rede war in Wirklichkeit aufgezeichnet, einige Minuten vorher schon. Verraten wurde das auf den Medienseiten im Videotext der ARD. In einem kleinen Nebensatz. Warum aber sollte den Zuschauern vorgegaukelt werden, Horst Köhler spreche live zu uns? Wäre sonst der Event-Charakter der ganzen Veranstaltung flöten gegangen? Werden wir vom Fernsehen nur noch verarscht?

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Hier lebt die DDR weiter

Freitag, den 22. Juli 2005
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Der alte Schulatlas leistet noch immer treue Dienste


MAZ Oranienburg, 22.7.2005

ORANIENBURG

Ich benutze ihn heute noch, meinen alten Schulatlas aus DDR-Zeiten. Herausgegeben vom Ministerium für Volksbildung der Deutschen Demokratischen Republik. Die 15.Auflage, gekauft im Jahre 1990. Redaktionsschluss im Juni 1989. Dazwischen ist einiges passiert, wie wir jetzt wissen.
Ich habe mir immer noch keinen neuen Atlas zugelegt. Aber um mal fix nachzublättern, wo genau denn nun eigentlich Palermo liegt, dazu taugt das alte Teil allemal. Schließlich hat sich die Lage der Orte nicht verändert – nur die eine oder andere Grenze.
Schon zu der Zeit, als ich ihn in der Schule benutzte, war er schon komplett unaktuell. Im September 1990, als ich die 6.Klasse der inzwischen abgewickelten Oranienburger Pablo-Neruda-Oberschule besuchte, war das Ende der DDR schon deutlich abzusehen. Nicht so in meinem Atlas. Dort lebt die DDR weiter. West-Berlin ist dort nach wie vor nur ein grauer Fleck. Die ersten beiden Seiten zeigen politische Gliederung der Erde im Jahre 1922 und 1949. Der Anteil der sozialistischen Länder ist in diesen 27 Jahren angewachsen. Wenn auch flächenmäßig nicht all zu viel, bei näherer Betrachtung.
Ich bleibe meinem Atlas treu. So lange er nicht auseinander fällt…

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Sarah und Marc in Love – Die Hochzeit des Jahres

Dienstag, den 19. Juli 2005
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MO 18.07.2005, 20.15 Uhr, ProSieben

„Ich glaube, ich bekomme meine Tage.“ Na, das ist doch mal eine Information, die wir schon immer mal gerne exklusiv von Sarah Connor bekommen wollten. Ob Charles und Camilla das eigentlich schon wissen? Nicht sie feierten die Hochzeit des Jahres. Sondern Sarah und ihr derzeitiger Verlobter Marc Terenzi werden das tun. Und weil die beiden es ziemlich öde finden, ein Privatleben zu haben, lassen sie das ProSieben-Publikum eben an ihrem wahnsinnig spannenden Leben teilhaben. Aber ob das wirklich die pure Realität ist, daran sollte gezweifelt werden. Inszenierte Diskussionen mit Sarahs Mama wirken verkrampft und gestellt.Und spannend ist Sarahs „Privatleben“ schon mal gar nicht.

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Jette: Teschendorf? Unbekannt.

Samstag, den 16. Juli 2005
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MAZ Oranienburg, 16.7.2005

 

Also nee, wissense nee, die Sache mit den Änderungen der Straßennamen, Ortsbezeichnungen und Postleitzahlen macht mich ganz wuschig. So schrieb ich vergangene Woche einen Brief nach „16515 Teschendorf“. Zwei Tage später hatte ich ihn wieder im Briefkasten. Mit Stempel: Adresse unbekannt. Was hatte ich falsch gemacht? Ach ja, natürlich: Es heißt ja nun „16775 Löwenberger Land/OT Teschendorf“. Was ja eigentlich vollkommener Blödsinn ist. Wozu wurden schließlich die Postleitzahlen erfunden? Wenn die „16775“ sowieso schon für das Löwenberger Land gilt, warum muss man das dann auch noch extra hinschreiben? Doch damit nicht genug. Ich schickte den Brief ein zweites Mal los. In die Dorfstraße. Und wieder kriegte ich meine Post zurück. Mit dem gleichen Stempel: Adresse unbekannt. Ach, stimmt ja: Auch die Dorfstraße gibt es nicht mehr. Heißt jetzt anders. Wobei „Adresse unbekannt“ eine glatte Lüge der Post ist. Besser wäre ein Stempel: „Wollen wir nicht mehr kennen.“ Die Post als Erziehungsanstalt. Das verbittet sich eure
Jette

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Die lange Fritz-Sommernacht der Tankstelle

Samstag, den 16. Juli 2005
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FR 15.07.2005, 22.00 Uhr, Fritz

Lange angekündigt, ging bei Fritz am Freitagabend die „Lange Fritz-Sommernacht der Tankstelle“ über den Äther. Von 22 bis 6Uhr sollte das Treiben an einer Tankstelle in Prenzlauer Berg beleuchtet werden. Doch leider schien es für die achtstündige Sendung weder ein Konzept noch irgendwelche guten Ideen gegeben zu haben. Spätestens nach 3Uhr war tote Hose. An der Tankstelle und bei Fritz. Ja, wir Hörer müssten doch Verständnis haben, dass nun weniger, um nicht zu sagen: nichts mehr los ist. Jetzt wird eben mehr Musik gespielt. Aber: Dafür haben wir kein Verständnis. Wer eine Live-Sendung bis 6Uhr ankündigt, sollte sich auch etwas für die Zeit einfallen lassen, in der weniger los ist. Warum wurde die gesamte Sendung nicht von der Tanke aus produziert? Und nicht nur mit einem Außenreporter, der wenig zu erzählen hatte. Der Rest kam aus dem Studio in Potsdam. Ganz schwache Nummer. Stattdessen hätten innerhalb der acht Stunden Gäste eingeladen werden können. Oder Gewinnspiele – schließlich wurde der Name der Tankstelle oft genug gesagt, die hätten ruhig was springen lassen können. So wurde aus einer tollen Idee eine vor sich hindümpelnde Labersendung.