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Christine Anlauff: Good Morning Lehnitz

Irgendwann im Frühjahr 1990. Es stand in der Märkischen Volksstimme: eine Annonce, die für einen Abiturkurs wirbt. In Lehnitz, bei Oranienburg. Bei der Armee. Tilli (19) ist zunächst nicht sehr begeistert. Die gelernte Buchhändlerin entschließt sich dennoch, den Schritt zu gehen. Weg aus Potsdam – nach Lehnitz.

„Good Morning Lehnitz“ heißt der im Kiepenheuer-Verlag erschienene Roman der Autorin Christine Anlauff. In ihrem Debüt stecke auch sehr viel von ihr selbst drin, erzählte die Potsdamerin kürzlich in einem Interview mit der MAZ. Tatsächlich war Christine Anlauff 1990/91 eine der Abiturientinnen in der Lehnitzer Kaserne, die im Laufe der Zeit von der NVA in die Bundeswehr überging.

Tilli kommt also nach Lehnitz. Sie überlegt, ob sie sich vielleicht als freie Mitarbeiterin bei der Oranienburger Lokalredaktion der Märkischen Volksstimme bewerben könnte.
Zunächst fühlt sich die junge Frau in der Kaserne nicht sehr wohl. Das soll sich aber recht schnell ändern. Christian, ein Mitschüler, hat es ihr angetan. Doch bis zu dem Punkt, dass aus Sympathie eine Annäherung, eine Liebe entsteht, ist es für Tilli und Christian noch ein sehr langer Weg.

Tatsächlich hat Christine Anlauff während ihrer Zeit in Lehnitz einen Jungen kennen gelernt: Falk. Allerdings ist die Figur des Christian im Roman nur an den wahren Falk angelehnt. Mit Falk ist sie noch heute zusammen. Sie haben vier Kinder.
Neben der Liebesgeschichte im ungewöhnlichen Umfeld bekommt der Leser des Buches auch einiges mit über das Lebensgefühl in den ersten Monaten nach der Wende. Als alles anders wird. Auch in Lehnitz: Unsicherheit. Tristess. Der Konsum schließt. Stattdessen kommt die Aldi-Baracke.

Christine Anlauff: Good Morning Lehnitz
Kiepenheuer

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