Monatsarchiv für Mai 2005

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Wer wird Millionär? – Promentenspecial

Freitag, den 27. Mai 2005
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DO 26.05.2005, 20.15 Uhr, RTL

Günther Jauch war am Montag schwer genervt. Möchtegern-Comedian Mario Barth saß beim „Wer wird Millionär? – Prominenten-Special“ vor ihm. Dabei stellte sich heraus, dass Barth nicht nur nicht komisch, nicht sympathisch, sondern auch noch nicht klug ist. Ein geistiger Tiefflieger, wie Jauch scheinbar scherzhaft anmerkte. Obwohl er es sicherlich genau so auch meinte. Als später Verona Pooth (Feldbusch) auf dem Stuhl vor Jauch saß, schüttete sich Mario Barth im Hintergrund aus vor Lachen, wenn Verönchen mal was nicht wusste. Dabei muss an dieser Stelle mal ganz klar gesagt werden: Verona war immer noch um Längen klüger als Dumpfbacke Mario. Der hätte ohne die Vorsager aus dem Hintergrund so gut wie nichts gewusst. Und das Schlimme dabei: Er merkt noch nicht einmal, wie blöd er ist. Hält sich selbst für schrecklich lustig. Während Veronas Dummheit an vielen Stellen nur eine Masche zu sein scheint, ist sie bei Barth erschreckend wahrhaftig.

RT liest

Christine Anlauff: Good Morning Lehnitz

Mittwoch, den 25. Mai 2005
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Irgendwann im Frühjahr 1990. Es stand in der Märkischen Volksstimme: eine Annonce, die für einen Abiturkurs wirbt. In Lehnitz, bei Oranienburg. Bei der Armee. Tilli (19) ist zunächst nicht sehr begeistert. Die gelernte Buchhändlerin entschließt sich dennoch, den Schritt zu gehen. Weg aus Potsdam – nach Lehnitz.

„Good Morning Lehnitz“ heißt der im Kiepenheuer-Verlag erschienene Roman der Autorin Christine Anlauff. In ihrem Debüt stecke auch sehr viel von ihr selbst drin, erzählte die Potsdamerin kürzlich in einem Interview mit der MAZ. Tatsächlich war Christine Anlauff 1990/91 eine der Abiturientinnen in der Lehnitzer Kaserne, die im Laufe der Zeit von der NVA in die Bundeswehr überging.

Tilli kommt also nach Lehnitz. Sie überlegt, ob sie sich vielleicht als freie Mitarbeiterin bei der Oranienburger Lokalredaktion der Märkischen Volksstimme bewerben könnte.
Zunächst fühlt sich die junge Frau in der Kaserne nicht sehr wohl. Das soll sich aber recht schnell ändern. Christian, ein Mitschüler, hat es ihr angetan. Doch bis zu dem Punkt, dass aus Sympathie eine Annäherung, eine Liebe entsteht, ist es für Tilli und Christian noch ein sehr langer Weg.

Tatsächlich hat Christine Anlauff während ihrer Zeit in Lehnitz einen Jungen kennen gelernt: Falk. Allerdings ist die Figur des Christian im Roman nur an den wahren Falk angelehnt. Mit Falk ist sie noch heute zusammen. Sie haben vier Kinder.
Neben der Liebesgeschichte im ungewöhnlichen Umfeld bekommt der Leser des Buches auch einiges mit über das Lebensgefühl in den ersten Monaten nach der Wende. Als alles anders wird. Auch in Lehnitz: Unsicherheit. Tristess. Der Konsum schließt. Stattdessen kommt die Aldi-Baracke.

Christine Anlauff: Good Morning Lehnitz
Kiepenheuer

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Eurovision Song Contest 2005

Sonntag, den 22. Mai 2005
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SA 21.05.2005, 21.00 Uhr, Das Erste

Der letzte Platz. Ganze vier Punkte. Wie peinlich! Na, herzlichen Glückwunsch, Gracia! Nachdem sie schon bei „Deutschland sucht den Superstar“ niemand gefunden hat, jetzt auch noch diese Schmach beim Eurovision Song Contest. Da hilft nur noch rennen und verstecken. Genau so hieß nämlich der von ihr gejaulte Song: „Run And Hide“. Sängerin Joy Fleming (sie nahm auch einmal an diesem Wettbewerb teil und wurde – na? Letzte!) faselte im Anschluss an die Show etwas von Verschwörung. Nein, Joy, keine Verschwörung. Einfach nur ein schlechter Titel, den so gut wie niemand gut fand. Es hört sich ja auch keiner freiwillig drei Minuten lang eine kaputte Sirene an. Insofern wäre der Song auch sehr gut als Tonstörung durchgegangen. Das Drama hat eigentlich nur einen einzigen positiven Aspekt: Schlimmer kann es nicht kommen.

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Michi und die Models

Donnerstag, den 12. Mai 2005
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MI 11.05.2005, 0.35 Uhr (Do.), Südwest-Fernsehen

Ich habe einen neuen Berufswunsch. Ich möchte Partykönig werden. So wie Michael Ammer. Der macht nichts anderes, als Partys zu organisieren. Dort fläzt er sich auf seine Couch und säuft sich die Hucke voll. Von seiner eigenen Party bekommt er das Ende eher selten mit. So gesehen in dem Film „Michi und die Models“ am vergangenen Mittwoch im Südwest-Fernsehen. Bei seinem Saufgelage lässt er sich von C-Promis und jungen Mädchen anhimmeln. Ammer ist zwar nur ein primitiver Prolo und sieht auch so aus, trotzdem scheinen sich die jungen Dinger die Finger nach ihm zu lecken. Sie wollen interessante Leute kennen lernen, sagen sie. Wie nett, und was machen sie dann auf einer Ammer-Party? Was für ein Leben. Nichts können, außer: wichtig tun, Partys feiern und die Klatschpresse beherrschen. Ich glaube, Partykönig ist wohl doch nichts für mich.

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Dauerwerbesendung

Dienstag, den 10. Mai 2005
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MO 09.05.2005, 1.00 Uhr (Di.), Sonnenklar TV

Hallo, Partypeople! Wollt ihr mit eurem Handy in kürzester Zeit verdammt viel Kohle ausgeben? Dann hab ich was für euch: coole Flirts und aufregende Chats per SMS. Alles total einfach. Bloß eine SMS mit dem Kennwort „Date“ schicken. Jede Nacht nervt Sonnenklar TV seine wenigen Zuschauer mit dieser Dauerwerbedröhnung. Sie soll suggerieren, dass die in der Disco tanzenden Leute, die im etwa 15 Minuten langen Spot zu sehen sind, ganz heiß darauf sind, andere Schnarchnasen per SMS kennenzulernen. Dass niemand dieser Partypeople ein Handy in der Hand hat, und bestimmt nicht auf so eine blöde SMS wartet, ist zweitrangig. Im Spot kommen Leute zu Wort, die schon zur Fun-Community gehören. Und natürlich voll begeistert sind. Im Zug, im Bus, im Bett, auf der Arbeit. Überall lässt es sich wunderbar simsen. Hemmungen? Ach was, braucht man nicht zu haben. Außerdem braucht man den PC nicht extra anzuschmeißen. Richtig, obwohl das billiger wäre. Eine SMS kostet schließlich 1,99 Euro. Aber darüber redet keiner der Partypeople. Lasst euch bloß nicht auf diese Abzocke ein!

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Mo’s grüne Welt

Dienstag, den 3. Mai 2005
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DI 03.05.2005, Oberhavel TV

Den knuddeligen Mo in seiner grünen Welt haben die Oberhavel-TV-Zuschauer ganz besonders lieb. Vergangene Woche präsentierte Mo in seiner Show den jungen Zuschauern den Beruf der Zukunft: Garten- und Landschaftsbauer. Das scheint keiner werden zu wollen, denn es soll haufenweise freie Stellen geben. In „Mos grüner Welt“ lief dazu ein Beitrag, der den Eindruck einer in den „GZSZ“-Studios verfilmten Bravo-Foto-Love-Story machte. Zwei Jungs stehen im Umkleideraum. Halbnackt – die Mädels sollen ja auch was davon haben. Einer erzählt von seinem Powerjob als Garten- und Landschaftsbauer. Das findet sein Kumpel so toll, dass er es ihm am Ende nachmacht. Schließlich werde sein cooles Image dadurch nicht beschädigt, wie der Film versichert. Na dann ist ja alles gut. Nicht unclever diese Masche.

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500-mal “San Francisco”

Sonntag, den 1. Mai 2005
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SO 01.05.2005, 104|9 Oldiestar Radio

24 Stunden nur ein Song. Mit dieser Aktion versucht sich heute 104,9 Oldiestar Radio einen Namen zu machen. Rund 500-mal wird Scott Mc Kenzies „San Francisco“ rauf und runter gedudelt. Warum? Das weiß niemand so genau. Die Mitarbeiter des Berliner Radiosenders mit Mini-Studio in der Oranienburger Turm-Erlebniscity haben heute, am Tag der Arbeit, frei. „Dazu kam die Idee, am 1.Mai etwas Einmaliges zu machen“, meint Sebastian Strenger von der Oldiestar-PR-Abteilung.
Also anstatt die Chance zu nutzen, Live-Reportagen vom Sachsenhausen-Gedenklauf, der am Turm startete, zu senden, und sich so in Oberhavel einen Namen zu machen, bot das Oldiestar Radio einfach mal einen Tag lang – nichts.
So schön „San Francisco“ auch ist. Spätestens beim dritten Hören nervt der Song. Ein Radiosender, der an so einem ereignisreichen Tag wie heute nichts zu bieten hat, zeugt nicht gerade von Einfallsreichtum. Und diese Sache als großes Ding zu offerieren, ist nicht sensationell, sondern eher peinlich.