Monatsarchiv für März 2005

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Ostern in Rom

Sonntag, den 27. März 2005
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SO 27.03.2005, 10.30 Uhr, Das Erste

Es war das Bild des Osterwochenendes: Sein eiserner Wille brachte den Papst dazu, am Sonntag doch noch in die Öffentlichkeit zu treten, um den Ostersegen zu sprechen. Auch wenn er ihn angesichts seiner schweren Krankheit nicht wirklich sprechen konnte. Die Mühe war ihm deutlich anzusehen. Eine Mischung aus Bestürzung und Respekt machte sich breit. Und natürlich die Frage: Macht das noch Sinn?

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Gottschalks großer Bibel-Text

Freitag, den 25. März 2005
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Do 24.03.2005, 20.15 Uhr, ZDF

Wen oder was erschuf Gott laut Bibel am siebten Schöpfungstag? a) Himmel und Erde, b) Fische und Vögel, c) Adam und Eva, d) gar nichts. Ich gebe es zu: Ich habe auf Adam und Eva getippt. Dass sich Gott am siebten Tag nur ausgeruht hat, konnte ich doch nun wirklich nicht ahnen. Dennoch: Ich habe versagt. „Gottschalks großer Bibel-Test“ am Donnerstagabend im ZDF führte mir sehr deutlich vor Augen, wie wenig ich über die Bibel weiß. Deprimierend: Am Ende habe ich nur 13 der 28 Fragen richtig beantwortet. Was laut ZDF-Auswertung einer knappen „4“ entsprach, also nicht gerade das leuchtende Vorbild. Und viele der 13 richtigen Antworten habe ich auch nur geraten oder erahnt. Vielleicht hätte ich mich doch mal von diversen Freunden zum Bibellesen bekehren lassen sollen. Dann wäre zumindest dieser Abend nicht so niederschmetternd gewesen…

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Die Superfans

Montag, den 21. März 2005
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SO 20.03.2005, 20.15 Uhr, Sat.1

Ich kann es nicht mehr hören: „Schni-schna-Schnappi“. Glücklicherweise wurde das Krokodil samt Nervkind Joy vor zwei Wochen vom Chartthron geschubst. Anna-Lisa dagegen ist Schnappi-Fan. Das Mädchen durfte Sonntagabend auf die Bühne der Sat.1-Show „Die Superfans“, um Joy zu treffen. Die spielte „Mini Playback Show“: Zum Schnappi-Song vom Band zeigte Joy eine ekelhaft perfekte Tanzchoreografie. Alles Routine, bestimmt schon 276-mal gezeigt. Joy ist Profi. Mit ihren neun Jahren. Die „Superfanin“ machte am Bühnenrand ein eher ängstliches Gesicht, nach dem Motto: Wann ist die nur fertig mit dem Lied? Wann darf ich wieder zu Mama? Ihr Lohn fürs Warten: eine Glückskette aus Joys Hosentasche. Joy verschenkte sie gönnerhaft. Bleibt für Joy zu hoffen, dass aus Schnappi mal keine Eintagsfliege wird.

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Natürliche Empfängnisregelung

Mittwoch, den 16. März 2005
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MI 16.03.2005, 7.30 Uhr, K-TV

Das Regelmäßige am Zyklus der Frau ist das Unregelmäßige. Mit diesem Satz schockt der österreichische Kirchensender K-TV am Mittwochmorgen um 7.30 Uhr seine frommen Zuschauer. Denn dann erscheint Maria Prügl auf dem Bildschirm und erzählt ihren frommen Zusehern etwas über die natürliche Empfängnisregelung, natürlich ganz den Regeln der Schöpfungsordnung entsprechend. 55 Minuten lang sitzt sie an einem Tisch und redet und redet und redet. Wann zum Beispiel Samenzellen offene Türen vorfinden. Neben ihr steht ein Overhead-Projektor, der diverse Schaubilder mit Wellenlinien, Kreisen und Strichen hinter der Prügl-Frau auf die Wand wirft. Informationen pur für Jugendliche, deren Eltern und Priester. Letztere kennen diese heißen Infos aber wohl auch nur vom Hörensagen. Gestern lief Folge 1, heute um 7.30Uhr Folge 2. Und wenn auch nur eine davon verpasst wird, könnte Frau TV-Lehrerin böse werden. Schließlich bauen die Prügl-Kurse alle aufeinander auf. Später einsteigen gilt also nicht. Und einfach nur zusehen auch nicht: Das begleitende Fachbuch eines gewissen Josef Rötzer ist gefälligst zu kaufen! Und wenn alle K-TV-Zuschauer schön brav waren und gut aufgepasst haben, darf direkt nach Sendeschluss fleißig geübt werden!

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Germany 12 Points

Sonntag, den 13. März 2005
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SA 12.03.2005, 20.15 Uhr, Das Erste

Den Höhepunkt des ganzen Abends, Gracias geplatzter BH, hat am Sonnabend keine Kamera eingefangen. Es hätte die verschnarchte ARD-Show „Germany 12 Points“ wenigstens eine Spur interessanter gemacht. Langweilige Songs und Interpreten, ätzende, komplett einfallslose Einspieler stellten die Künstler vor. Dazu ein schleimiger Reinhold Beckmann. Selten wurde eine Show, die angeblich jugendlich-frisch sein soll, so gegen den Baum gesetzt. Während Ellen ten Damme weniger singt und dafür mehr akrobatische Übungen auf der Bühne zeigt, redet Stefan Gwildis im Interview mit Milka im Greenroom nur Mist und macht so den Eindruck eines aufgeputschten Alkoholikers. Den Song der Band Allee der Kosmonauten hat Gott höchstpersönlich geschrieben, wie der Sänger der Gruppe meinte. Da stellen sich mir folgende Fragen. Erstens: Warum heißt „Sein Lied“ nicht „Mein Lied“, wenn Gott es geschrieben haben soll. Zweitens: Bekommt Gott als Songschreiber auch die Gebühren von der GEMA? Und hat die GEMA Gotts Adresse? Wie schlimm es tatsächlich um die Show steht, zeigt, dass sogar Grand-Prix-Greis Ralph Siegel wieder mitmachen durfte. Das heißt, in Wirklichkeit schlich er sich mit falschem Namen ein. Seinen Song „Miracle Of Love“ musste er zwei Jahre verstecken, sagt er. Weil er ja nicht mitmachen durfte. Gut so, es war schön ohne ihn. „Miracle Of Love“ hat Siegel geschrieben, weil er seine Schützlinge Nicole Süßmilch und Marco Matias (bitte, lass es Künstlernamen sein!!) „so toll“ fand. Ach, er kannte die beiden vor zwei Jahren also schon? Warum hat er sie dann nicht noch länger versteckt? „Verstecken“ ist ein gutes Stichwort, denn Gracia ist bei dem ARD-Show-Gerümpel als Siegerin hervorgegangen. Mit einem Song, bei dem beim Contest-Finale im Mai ein Ruck durch das Publikum in Kiew gehen wird. Wegen des durch ihren Gesang ausgelösten Feueralarms. Unklar ist, warum die ARD mit dieser Show ein Festival der Langeweile bot. Vor allem nach Raabs gelungenem „Bundesvision Song Contest“ im Februar.

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Shai geht – Lukas kommt

Mittwoch, den 9. März 2005
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Am Sonnabend verkündet: Mit dem neuen Sänger wird aus Greensession ab sofort Kimono

MAZ Oranienburg, 9.3.2005

BERLIN
Am meisten wird Shai Hoffmann „die ewigen Banddiskussionen“ vermissen. „Wenn jeder jedem das Wort im Mund rumdreht“, grinst er. Am vergangenen Mittwochabend kam Shai zu seiner letzten Probe mit Greensession in die „Teestube“ nach Berlin-Frohnau. Es hieß Abschied nehmen, nach 14 Monaten als Sänger der Band. Vor etwa 700 Zuschauern übergab er am Sonnabend beim „Rock am Platz 2“ in Frohnau sein Mikrofon an seinen Nachfolger Lukas Pizon.
„Mir fehlt einfach die Zeit“, meint Shai über seinen Ausstieg aus der Band, deren Mitglieder aus Oberhavel und Berlin kommen. Nach seinen Auftritten in der Sat.1-Show „Star Search 2“ hatte er noch ein paar Fototermine und diverse Soloauftritte. Ab Ende März wird er in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen sein. Shai: „Ich werde ein Mitglied einer Schülergang spielen.“ Außerdem geht er auch in Zukunft seinem gelernten Beruf nach und arbeitet im Service eines Berliner Hotels.
Die schönsten Momente bei Greensession waren für Shai der Gewinn des Auftakt-Bandwettbewerbes in Berlin-Tempelhof sowie der zweite Platz beim Schooljam-Finale in Frankfurt/Main. „Die Reise nach Frankreich, die wir dort gewonnen haben, war auch der Hammer!“ Die Zeit bei der Band hat aber auch seinen eigenen Musikhorizont erweitert. „Sie hat mir zum Beispiel die Tür zum Rock geöffnet.“
Den Platz von Shai Hoffmann übernimmt in Zukunft Lukas Pizon, bisher Sänger der Berliner Band Fuzzy Casino. „Die Band pausiert momentan“, erzählt er. Einen Auftritt soll es erst wieder zum Birkenwerder Open Air im August geben. „Und dann werden wir sehen, was kommt.“ Unabhängig davon will er bei seiner neuen Band bleiben.
Den Kontakt zu Greensession bekam er über Rafael Triebel, dem Gitarristen der Gruppe. Im vergangenen Herbst waren Rafi und Schlagzeuger Christoph Hengelhaupt mit Fuzzy Casino vertretungsweise auf einer kleinen Österreich-Tour dabei. „Da haben wir festgestellt, dass wir musikalisch viele Gemeinsamkeiten haben“, erzählt Lukas. „Als Shai meinte, dass er weg geht, haben sie mich dann gefragt, ob ich bei Greensession einsteigen möchte.“ An Shai schätzt Lukas „seine Rolle als Entertainer auf der Bühne. Er kann sehr gut mit dem Publikum umgehen. Ich muss mich da erst mal ein bisschen einfinden.“ Und Shai meint: „Ich musste bei meinem ersten Auftritt aber auch erst mal gucken, wie die alle reagieren.“
Seit etwa einem Monat probt Lukas bereits mit der Band. „,Immer wenn wir träumen’ ist mein Lieblingslied“, meint er. „,Stillstand’ ist aber auch ganz schön“, ergänzt Shai. Und: „Was mich am meisten freut, ist, dass wir nicht im Streit auseinandergegangen sind.“
Den Sängerwechsel nahm die Band am Sonnabendabend gleich zum Anlass für eine weitere Neuerung: Seit Sonnabendabend trägt Greensession einen neuen Namen: Kimono. Am 23.März wird Kimono im Knaack in Berlin spielen.

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Reise nach Jerusalem

Dienstag, den 8. März 2005
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MO 07.03.2005, 0.30 Uhr (Di.), RTL II

Stuhltanz – kennt ihr doch sicher auch noch. Sechs Leute rennen zur Musik um fünf Stühle herum. Und wenn plötzlich die Musik verstummt, muss sich jeder fix einen Stuhl suchen. Einer geht leer aus. Ein schnelles, mitunter witziges Spiel. Das Ganze ist auch bekannt unter dem Namen „Reise nach Jerusalem“. Genauso heißt auch die nächtliche Liveshow auf RTLII. Und jetzt werdet ihr überrascht sein: Da rennen doch tatsächlich diverse Leute um Stühle herum. Dummerweise vergeht aber einige Zeit, bis die Musik endlich mal verstummt. Denn in der Zwischenzeit sollen die Zuschauer nur einmal 49 Cent ausgeben, um bei RTLII anzurufen und zu raten, wer als nächstes rausfliegt. Da dauert es schon mal zehn Minuten, bis die Leutchen im Studio endlich mal wieder Platz nehmen können. Wobei sich natürlich die Frage stellt, wer bereit ist, nachts um 0.30Uhr an so einem dämlichen Spiel aktiv teilzunehmen. Oder ist das der Beitrag von RTLII für das Hartz-IV-Programm? TV-Stuhltanz: macht schlank und bringt Geld.