Monatsarchiv für Oktober 2004

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Was erlauben Strunz?

Dienstag, den 12. Oktober 2004
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MO 11.10.2004, N 24

Nach den Wahlergebnissen der NPD in Sachsen und der DVU in Brandenburg müssen sich die Medien überlegen, wie sie mit diesen Parteien umgehen. Und spätestens, wenn diese beiden Parteien wirklich gemeinsam zur Bundestagswahl 2006 antreten, kann niemand die Problematik mehr runterspielen. Den NPD-/DVU-Parteivertretern bei Interviews das Mikrofon zu entreißen und hysterisch rumzuplärren, wie bei der Wahlberichterstattung von ARD und ZDF geschehen, bringt da allerdings überhaupt nichts. Auch nicht, einfach abzuhauen, wie es Politiker anderer Parteien taten. So war das Anliegen von Claus Strunz und dem Nachrichtensender N24 sicher ein Gutes, in die Talkshow „Was erlauben Strunz“ den NPD-Vorsitzenden Udo Voigt einzuladen. Dem Publikum sollte das „wahre“ Gesicht der NPD gezeigt werden. Doch offensichtlich war Moderator und „BamS“-Chefredakteur Strunz diesem Thema nicht gewachsen. Harte Fragen waren Mangelware. Fakten, mit denen der NPD-Chef konfrontiert wurde, wurdem von ihm gekonnt widerlegt oder in einen anderen Zusammenhang gebracht. Strunz konnte nicht den falschen Eindruck widerlegen, dass die NPD „doch gar nicht so übel ist“. So funktioniert die Demaskierung der NPD jedenfalls nicht – beziehungsweise nicht mit Claus Strunz als Moderator.

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US-Militär will Oranienburger einziehen

Freitag, den 8. Oktober 2004
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Der 18-jährige Marcus Jahn bekam merkwürdige Post von der Rekrutierungsbehörde

MAZ Oranienburg, 8.10.2004

ORANIENBURG
Der lange Arm des US-amerikanischen Militärs reicht jetzt auch bis nach Oranienburg. Der 18-jährige Marcus Jahn hat eine Aufforderung der Rekrutierungsbehörde der USA bekommen, sich zum dortigen Militärdienst zu melden. Schließlich werden auch weiterhin junge Leute gesucht, die für den Dienst in den Irak gehen.
Bis Juli 2003 lebte Marcus Jahn als Austauschschüler in Michigan City, im US-Bundesstaat Indiana, ganz in der Nähe von Chicago. Noch heute hält er einen lockeren E-Mail-Kontakt zu seinen damaligen Gasteltern. Doch nun hatten diese ein ziemlich merkwürdiges Anliegen, mit dem er wohl niemals gerechnet hätte. „Meine Gasteltern haben schon mehrmals Post von der Rekrutierungsbehörde bekommen“, erzählt Marcus. „Der Selected Service sucht nach mir. Obwohl es gar keine Registrierungspflicht gibt, soll ich mich für den Militärdienst melden.“ Bei Zuwiderhandlung wurden dem jungen Oranienburger Schüler eine Haftstrafe, sowie hohe Geldstrafen angedroht.
Marcus muss nun einige Formulare ausfüllen und den US-Behörden klarmachen, dass er gar kein Staatsbürger der USA ist. „Wahrscheinlich bin ich auf irgendeiner Liste aufgetaucht, weil ich ja dort auch zur Schule gegangen bin“, mutmaßt er.
Bleibt zu hoffen, dass die US-Behörden Marcus Jahn Glauben schenken und er nicht in den Irak muss…

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Sportschau

Samstag, den 2. Oktober 2004
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SA 02.10.2004, 18.10 Uhr, Das Erste

Ach, der Olli! Hat er also am Sonnabend mal wieder einen kleinen Ausraster gehabt. Nach einem kleinen Rempler mit Miroslav Klose blökte Kahn ihn mit wutverzerrtem Gesicht an. Mit zwei Fingern wollte er zudem untersuchen, was der Miro alles in seiner Nase hat. Wieder einmal hat uns der Olli eindrucksvoll bewiesen, dass er nicht mehr ganz so richtig tickt. Seine absolut übertriebene Reaktion wurde vom Schiedsrichter des Fußballspiels in keinster Weise geahndet. Bleibt also die Frage: Kann sich ein Oliver Kahn eigentlich alles erlauben? Wofür hält sich dieser … Mensch? Nein, in diesem Augenblick machte er eher den Eindruck eines Gorillas, dem sein Frauchen streitig gemacht wurde. Schön, dass wenigstens die Medien kritisch berichteten, wenn sich ein (Profi-)Sportler so lächerlich macht.

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Russischer Telefonsex

Samstag, den 2. Oktober 2004
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Literarische Kostbarkeiten in der Spätlese

MAZ Oranienburg, 2.10.2004

ORANIENBURG
Es war wieder richtig voll am Donnerstagabend in der Aula des Louise-Henriette-Gymnasiums. Um viele Hocker, die als kleine Tischchen dienten, saßen die Zuhörer und lauschten den „literarischen Kostbarkeiten“, die Schüler und Lehrer auf vier kleinen Bühnen zum Besten gaben. Zum dritten Mal wurde zur „Spätlese“ geladen.
Hendrike Grunow erzählte im Berliner Dialekt davon, wie sie sich in einen Jungen aus Dessau verliebte. Was natürlich nichts werden konnte: „Hätt ick mal erst een aus Berlin erwischt!“ Über russischen Telefonsex mit verzerrten Frauenstimmen vom Tonband („Ich weiß, wie einsam du dich fühlst… Mach deine Hose auf!“) berichtete Friedhelm Weinberg. Er las aus Wladimir Kaminers „Russendisco“.
Lehrer Thomas Rehfeld stellte einen Ausschnitt aus den „13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ vor und beschrieb einen Lehrer, der seinen Lehrstoff besonders anschaulich darstellt und sich schon mal in den „Satz des Pythagoras“ verwandelt. In den Pausen sorgte die Band Greensession mit Klavier, Gitarre und Percussion für musikalische Klänge.
Mit der „Spätlese“ ist den Organisatoren einmal mehr eine sehr außergewöhnliche Veranstaltung gelungen, die zeigt, dass Bücher alles andere als langweilig sind.

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In 10 Jahren viel geschafft

Samstag, den 2. Oktober 2004
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Festakt fürs Henriette-Gymnasium

MAZ Oranienburg, 2.10.2004

ORANIENBURG
Die Erfolge im Sport, die Konzerte, die Projektwochen und die kleinen, besonderen Momente wie die Abi-Feier: Es ist „das, was uns ausmacht“. Die Präsentation, die am Donnerstagabend auf dem Festakt zum zehnten Geburtstag des Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiums in der Orangerie gezeigt wurde, sagte eigentlich schon alles über die Schule und ihre vielen Erfolge aus. In mühevoller Arbeit des Schülers Moritz Marbach entstand dieser gelungene Rückblick auf die Geschichte des LHG.
Genau vor zehn Jahren wurde die Schule festlich eingeweiht. Seitdem wurde viel geschafft. Zum Jubiläum kamen Bildungsminister Steffen Reiche, Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und der ehemalige Schulleiter Wolfgang Nitsch.
„Es reicht nicht aus, modern ausgestattete Fachkabinette zu haben“, erklärte Schulleiterin Doris Elert, sondern auch die Menschen dahinter seien wichtig. Zum Beispiel Sekretärin Renate Ahrens, die „liebevoll unsere Schüler umsorgt“, so Doris Elert. Auch der Hausmeister, der sich um das große Schulgelände kümmert.
Oranienburgs Bürgermeister Laesicke erinnerte sich an die Zeit, als noch eine Mauer zwischen dem russischen Kommandogebäude und dem damals verwahrlosten Rosengarten stand.
Bastian Steinmöller, einer von momentan 886 Schülern, freut sich, dass sich am LHG viele für ihre Schule einbringen, „und das ohne Zwang“. Ein „besonderes Schüler-Lehrer-Verhältnis“, schätzt auch Doris Elert ein.
Am Ende des Festaktes wurde mit Sekt auf das Jubiläum angestoßen.

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ZAPPER VOR ORT: Bravo Super Show

Freitag, den 1. Oktober 2004
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FR 01.10.2004, Berlin, Max-Schmeling-Halle

Die Show muss kurz unterbrochen werden, denn die Band Good Charlotte muss noch einmal einen Soundcheck durchführen. Denn sie wird ja live spielen, betont Ole Tillmann, der Moderator der „Bravo Super Show“, die kürzlich in der Berliner Max-Schmeling-Halle für RTL aufgezeichnet wurde. Damit hob er allerdings gleichzeitig heraus, dass die meisten anderen eben nur mit einem Playback auf der Bühne aktiv waren.
Für viele dieser Bands scheint ein Auftritt bei dieser Show tatsächlich nur ein Pflichtprogramm zu sein. Rosenstolz bewegte zu „Willkommen“ die Lippen und ging danach ohne viel Aufsehen wieder von der Bühne.
Jeanette Biedermann eröffnete die „Bravo Super Show 2004 – Die Zweite!“ Das „Die Zweite“ ist insofern wichtig, weil es das erste Mal ist, dass es eine zweite Show in nur einem Jahr gibt. Der Wahnsinn! Beeindruckend waren an Jeanette zwei Dinge. Erstens: Sie wird im Aussehen immer mehr zu einem Britney-Spears-Klon. Geradezu lächerlich! Und zweitens: Ihre bombastische Pyroshow lenkte gekonnt davon ab, dass ihre Musik ganz schön ätzend ist.
Auf der Pressetribüne wurde das Treiben auf der Bühne mit geringem Interesse verfolgt. Wäre ja auch peinlich, wenn man sich zu einem Applaus für Yvonne Catterfeld hinreißen ließe. Bei einem wurde eine Ausnahme gemacht: Thomas Gottschalk bekam von Michael Mittermeier den Bravo-„Otto“ überreicht.
Letztlich ist die „Bravo Super Show“ nichts anderes als eine Playbackshow (bis auf kleine Ausnahmen) im Schnelldurchlauf: Aventura, Juli, 3rd Wish, B3, Overground, Alexander und so weiter und so weiter. Im Fernsehen sieht das bestimmt schick aus.

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TV total Springreitturnier

Freitag, den 1. Oktober 2004
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DO 30.09.2004, 20.15 Uhr, ProSieben

Als Stefan Raab das zweite Mal vom Pferd gefallen ist, war das ein Zeichen: Es sollte nicht sein! Wenn Promis in einem Wok eine Eisbahn runtersausen, wenn sie sich beim Boxkampf gegenseitig die Visage grün und blau schlagen – dann ist das in Ordnung. Dann schaden sie eventuell nur sich selbst. Wenn Tiere ins Spiel kommen, sieht das schon anders aus. Raab lud am Donnerstagabend auf ProSieben zu einem Springreitturnier. Abgesehen davon, dass die erste dreiviertel Stunde, in der absolut nichts passierte, sterbenslangweilig war, taten einem die armen Pferde schon Leid. Kein Wunder, dass sie auf Möchtegern-Promis wie die Ein-Tages-Freundin vom RTL-„Bachelor“ absolut nicht hören wollten. Joe Kellys Pferd sprang sogar über die Bande, raus aus der Arena. Für Experten ein Zeichen, wie panisch das Tier gewesen sein muss. Raab lag am Ende mit seiner „Zuckerpuppe“ hinten, verlor gnadenlos. Aber auch sonst hat er mit diesem Event keine Punkte gemacht.

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