Monatsarchiv für August 2004

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ZAPPER VOR ORT: PK “7 Zwerge”

Montag, den 30. August 2004
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MO 30.08.2004, Berlin, Savoy-Hotel

Das Restaurant des Savoy-Hotels in Berlin-Charlottenburg stand Montagvormittag ganz im Zeichen des Films. An den Tischen saßen nicht nur Vertreter der Presse, sondern auch Schauspieler wie Otto, Heinz Hoenig (mit Sonnenbrille und grimmig dreinblickend), Nina Hagen und Mirco Nontschev. Viel gelacht wurde allerdings nicht, als Ottos neuer Film „7 Zwerge“ in Ausschnitten gezeigt wurde. Was aber erst mal nichts heißen muss: Pressemenschen sind eher selten zu erheitern und zerreden derartige Filme oft noch vor Beginn der Vorführung.
Mit einem Märchenfilm der etwas anderen Art kehrt Otto Waalkes Ende Oktober in die Kinos zurück. Allerdings spielt er diesmal nicht die Hauptrolle, sondern ist neben anderen Comedians einer der sieben Zwerge. Die meisten von ihnen stellten sich Montag der Pressemeute.
Martin Schneider stellte sich dabei auch außerhalb des Films als verdammt langsam heraus. Während Mirco Nontschev die gute Frau von Hundert,6 zutextete, kam Schneider die ganze Zeit kaum zu Wort. Ich hoffe für ihn, dass das nur eine Masche und im wahren Leben anders ist. Nina Hagen tat einer Journalistin den Gefallen, noch einmal in den Tonfall der Königin zurückzufallen, die sie auch im Film spielt. „Das Böse zu persiflieren, ist eine schöne Aufgabe“, diktierte sie der begeisterten Schreiberin in den Block.
Beim DeutschlandRadio Berlin scheint man noch mit Uralt-Technik zu arbeiten. Zumindest hatte das Aufnahmegerät des älteren Reporters sicher schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Da könnte man fast Mitleid bekommen und für die Erhöhung der Rundfunkgebühren demonstrieren.
Wenn der Film in acht Wochen in die Kinos kommt, wird sich zeigen, ob sich der Aufwand für das Promotionteam gelohnt hat.

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Video Music Award 2004 – Pre Show

Montag, den 30. August 2004
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SO 29.08.2004, 2.00 Uhr (Mo.), MTV

Erinnert ihr euch noch an den Skandal um den blanken Busen von Fräulein Jackson beim Super Bowl Anfang des Jahres? Gab das einen Wirbel! In der Nacht zum Montag wurden in Miami die „Video Music Awards 2004“ von MTV vergeben. In der „Pre Show“ vor der eigentlichen Verleihung präsentierten die weiblichen Stars der Branche, wie so ein B(l)usen-Unglück verhindert werden kann. Ganz einfach: indem die prallen Vorteile im Zweierpack trotzdem so sichtbar wie möglich gemacht werden. Nur die Nippel sind tabu. Und so lange das Kleid (im „Nimm-mich-stell-dich-aber-hinten-an-Look“) ganz fest darauf anliegt, gibt es auch keinen Skandal, können sich auch Mama, Papa und die jugendlichen MTV-Fans das in Ruhe und ohne Reue ansehen. Aber mal im Ernst: Bei der guten Janet war damals letztlich weniger zu sehen, als in dieser Nacht bei den Damen, die vor die MTV-Kameras schritten. Da zeigt sich wohl mal wieder, was für Heuchler die Amis doch sein können.

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Olympia live: Rhythmische Sportgymnasitik

Freitag, den 27. August 2004
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FR 27.08.2004, 16.00 Uhr, Athen 1

Wenn die Olympia-Teilnehmer nicht den Erwartungen der Reporter entsprachen, konnten Letztere schon mal ganz schön böse werden. Ein gutes Beispiel ist Christa Haas. Schon beim Schwimmen machte sie sich einen Namen mit ihren Interviews, bei denen die Sportler ihr Versagen aufs Brot geschmiert bekamen. Ähnlich ging es Freitagnachmittag auf dem TV-Kanal Athen 1 bei der Rhythmischen Sportgymnastik zu. Machte eines der Mädchen auch nur den kleinsten Fehler, maulte Frau Haas rum: Das war’s dann wohl mit der Medaille. Eigentlich könnte sie jetzt aufhören. Hätte sie mal. Und warum hat sie nicht? Alles sehr wohlwollende Kommentare. Kein Verständnis, fast schon Häme. Dabei hieß es doch mal „Dabei sein ist alles.“ Das haben einige Medienvertreter während der Spiele wohl vergessen. Mal abgesehen davon haben ARD, ZDF und Eurosport aber in den vergangenen Wochen überwiegend Großes geleistet. Besonders lobenswert sind die digitalen Kanäle von ARD und ZDF, Athen 1 bis 4, auf denen viele Sportarten in voller Länge übertragen wurden. Sportgymnasitik, Ringen oder Wasserspringen bis zum Ende – so will ich Olympia!

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Der Name entstand beim Bier

Mittwoch, den 25. August 2004
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Am Rande des Birkenwerder Open Air: Lukas von Fuzzy Casino im MAZ-Interview

MAZ Oranienburg, 25.8.2004

Fuzzy Casino aus Berlin sind beim Birkenwerder Open Air am Sonnabend beim Publikum am besten angekommen. Zur Band gehören Lukas (24, Gesang, Gitarre), Franky Fuzz (27, Gitarre, Gesang), Benny Buzz (27, Bass) und Bon Robi (22, Drums, Gesang). Mit Lukas unterhielt sich MAZ-Mitarbeiter Robert Tiesler.

Seit wann gibt es Fuzzy Casino?

Lukas: Seit 1998. Vorher hießen wir Silent Noize. Den Namen haben wir im vergangenen Jahr gewechselt, kurz vor der Veröffentlichung der ersten offiziellen Single.

Warum habt ihr euren Namen geändert?

Lukas: Damals war es die letzte Chance, sich von der Jugendlast zu befreien. Der Name Silent Noize war aus der Not geboren. Wir haben dann auch festgestellt, dass sehr viele Bands so hießen.

Und wie seid ihr auf den Namen Fuzzy Casino gekommen?

Lukas: Wir haben Bier getrunken. Wir wollten den Namen ändern, wussten aber nicht wie. Also haben wir alles, was uns eingefallen ist, auf einen Zettel gekritzelt. Da standen dann auch „Fuzzy“ und „Casino“ dabei. Da haben wir das zusammengetan.

Im Sommer 2003 habt ihr „Happy Together“, den Titelsong zum Film „Adam & Eva“, gespielt. Wie kam es dazu?

Lukas: Die Produktionsfirma suchte sich dieses Lied für den Film aus, wollte aber nicht für das Original zahlen. Da hat uns jemand angesprochen und wir haben eine Demoversion mitgebracht.

War die Single ein Erfolg?

Lukas: Kommerziell nein. Hätte Marie Bäumer (die Hauptdarstellerin) mehr Promotion für den Film gemacht, hätte er wohl mehr Erfolg gehabt. Aber wir haben viele neue Leute kennen gelernt. Wir haben danach in ganz Deutschland auf Konzerten gespielt, sind oft auch allein aufgetreten. Das war nicht immer einfach. Interessanterweise lief es in Bayern für uns am besten, da waren wir oft ausverkauft.

Wer schreibt die Songs?

Lukas: Frank, der Gitarrist, und ich.

Wir beschreibt ihr eure Musik?

Lukas: Wir machen sehr melodiösen Rock mit Sarkasmus und Retroattitüde. Was wir nicht mögen, ist so ein pathetischer Kram.

Was war euer größer Auftritt?

Lukas: Wir sind 1999 beim Emergenza-Finale in Berlin Zweiter geworden.

Habt ihr einen Traum?

Lukas: Der wird bald in Erfüllung gehen. Bald wird unser erstes Album veröffentlicht.

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Profile: Henriettes neue Chefin

Dienstag, den 24. August 2004
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Nun ganz offiziell: Doris Elert

MAZ Oranienburg, 24.8.2004

ORANIENBURG
Obwohl Doris Elert nun ganz offiziell Schulleiterin des Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiums ist: Viel hat sich für sie gar nicht geändert. Seit Anfang März 2003 erfüllt sie an der Schule die Aufgaben des Schulleiters und des Stellvertreters. Das bleibt auch vorerst so, denn die Stelle des neuen stellvertretenden Schulleiters muss erst noch ausgeschrieben werden.
Doris Elerts Arbeitstag beginnt jeden Morgen gegen 7Uhr. „Manchmal finden schon am Morgen Elterngespräche statt“, erzählt die 52-jährige Malzerin. „Die Eltern kommen, wenn es Probleme gibt.“
Seit 1974 arbeitet Doris Elert als Lehrerin. Den Anfang machte sie an einer Schule in Zossen, 1977 zog sie nach Friedrichsthal. In dieser Zeit begann sie auch mit der Förderung mathematischer Talente, war bis 1994 unter anderem für die Mathematik-Olympiaden und Kreisausscheide zuständig.
Am LHG arbeitete Doris Elert seit der Eröffnung im Jahre 1994 als stellvertretende Schulleiterin. An den dortigen ersten Schultag erinnert sie sich noch lebhaft. „In der Vorbereitungswoche wurden wir gebeten, am ersten Tag statt um acht erst um 10Uhr mit dem Unterricht zu beginnen, weil im Schulhaus vieles noch nicht fertig war.“
Doch das ist lange her, Ende Sptember feiert das Louise-Henriette-Gymnasium seinen zehnten Geburtstag. „Während der Festwoche wird es an jedem Nachmittag und Abend Veranstaltungen geben“, freut sich die Schulleiterin. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und sportliche Höhepunkte stehen auf dem Veranstaltungsplan.
Als Schulleiterin ist es Doris Elert besonders wichtig, für Schüler die bestmöglichen Bedingungen zum Lernen zu schaffen: ein qualifizierter, erzieherisch wirksamer Unterricht mit Methodenvielfalt. „Wenn ich da gut arbeite, müsste daraus die Folge sein, dass sich die Schüler auch wohl fühlen, dass sie sich mit ihrer Schule identifizieren können. Aber man wird nie sagen, dass man in seinem Lehrerberuf sein Ziel hundertprozentig erreicht“, sagt sie. „Nur wenn wir überlegen, was man besser machen kann, kommen wir weiter.“

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Open Air im lauschigen Hof

Montag, den 23. August 2004
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Vier Bands spielten in Birkenwerder vor 400 Besuchern

MAZ Oranienburg, 23.8.2004

BIRKENWERDER
„Es ist total geil hier“, freut sich Claudia (14) aus Hohen Neuendorf über das gelungene Birkenwerder Open Air. 400 Besucher zählte am Sonnabendabend die Premiere des BOA am Jugendclub C.O.R.N. in Birkenwerder.
Vier Bands füllten den lauschigen Hof an der Hauptstraße mit Musik. Den Anfang machte die Schülerband Chaos Theory. Im Vorfeld gab es einen Aufruf, bei dem Schülerbands aus der Region gesucht wurden, die auf dem BOA spielen sollten. Die Punk-Rock-Band ist eine der beiden Gruppen, die ausgewählt wurden.
Ein kleines bisschen sanfter ging es im Anschluss bei Greensession zu. Die fünf Jungs aus Oberhavel und Berlin hatten ein echtes Heimspiel, denn der Bassist kommt aus Birkenwerder. Allerdings: „Das Publikum war am Anfang noch ein bisschen eingefroren“, merkt Tim (18) aus Birkenwerder an. „Aber Fuzzy Casino hat es sehr aufgeweicht.“
Tatsächlich: Fuzzy Casino aus Berlin kann ohne Weiteres als der Höhepunkt des Abends bezeichnet werden. Die Beat-Rocker kamen beim jungen Publikum eindeutig am besten an. „Die waren richtig gut“, freute sich Anna (18) aus Hohenbruch. „Sie haben am meisten Stimmung gemacht“, stimmt ihr die 21-jährige Juliane aus Hennigsdorf zu.
Da hatte es der eigentliche Hauptact, Tintinnabulation, sehr schwer. Nach dem grandiosen Auftritt von Fuzzy Casino wurde es auf dem BOA-Gelände jedenfalls merklich leerer. Aber Tintinnabulation-Frontfrau Susanne Peter versuchte trotzdem, die Dagebliebenen zu begeistern.
Alexander Denk, Veranstalter des Birkenwerder Open Air, zeigte sich gestern sehr zufrieden über die „Geburt“ seines „Babys“. „Wir hatten eigentlich nur positive Resonanzen“, resümiert er. Es habe nur eine Beschwerde einer Anwohnerin wegen des Lärms gegeben. Im nächsten Jahr gibt es auf jeden Fall wieder ein BOA. „Dann wird auch eine überregional bekannte Band dabei sein“, kündigt er an. Wer das sein wird, darf er jetzt noch nicht sagen. Aber: „Die Band wird aus Berlin kommen.“

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Tagesthemen

Sonntag, den 22. August 2004
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SA 21.08.2004, 1.45 Uhr (So.), Das Erste

„Wir sind heute ein wenig später dran als geplant.“ Da hatte Ulrich Wickert aber ganz leicht untertrieben, als er in der Nacht zum Sonntag im Ersten die „Tagesthemen“ anmoderierte. Denn seine Sendung begann nicht „ein wenig“ später, sondern sehr viel später als geplant. Um genau zu sein: 165 Minuten später. Weil die Übertragung des olympischen Tennisturniers „ein wenig“ länger dauerte, mussten Wickert und seine Kollegin Ellen Arnold geschlagene zwei Stunden und 45 Minuten warten. So spät, um 1.45 Uhr nämlich, haben die „Tagestehemen“ wohl noch nie begonnen. Das ist eine Zeit, bei der meist sogar das „Nachtmagazin“ schon lange wieder zu Ende ist und Leute wie Wickert schon seit Stunden in der Heia liegen und von erotischen Telepromptertexten träumen. Stellt sich die Frage, was macht ein Moderator, wenn er 165 Minuten länger auf den Beginn seiner Sendung warten muss? Auch Tennis gucken? Ein Bierchen trinken? Selbstgespräche? Weinen? Oder schlafen? Zumindest „Tagesschau“-Sprecherin Ellen Arnold sah tatsächlich ein wenig übernächtigt aus und war sicher froh, am Sonntagmorgen endlich wieder zu Hause gewesen zu sein. Hoffentlich bekommen die beiden einen kleinen Bonus für die ungeplante Nachtschicht.