Monatsarchiv für Juli 2004

RTZapper

Immer die neueste Musik

Dienstag, den 20. Juli 2004
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Energy 103.4

Radio kann auch echt nerven! Zwei Stunden Energy 103,4 und man ist bedient. Dann sind nämlich alle Hits gespielt und die Rotation beginnt von vorn. So kommt es ganz schnell, dass die „Helden“ oder Rosenstolz nur noch hassenswert sind, weil man sie einfach nicht mehr hören kann! Wenn man einen tollen Song wieder und wieder hört, wird er einfach irgendwann zum Abschalter. Oder kann mir mal jemand sagen, warum die Frauen in einem der Spots immer so doof lachen, wenn sie uns erzählen, dass ja bei Energy nur die neuesten Hits gespielt werden? Meine einzige Erklärung wäre, dass sie uns auslachen. Erstens, weil nach einer solchen Ansage meist peinlicherweise ein Song läuft, der eben nicht brandneu ist. Zweitens, weil wir so dämlich sind, diesen ätzenden Sender überhaupt zu hören. Und drittens, weil die Tanten in dem Spot wahrscheinlich besoffen sind. Prost!

Hits: 216

RTZapper

ABBA: Der wirklich letzte Videoclip

Dienstag, den 13. Juli 2004
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MO 12.07.2004, 1.00 Uhr (Di.), MTV2Pop

Im Büro eines Musik-Managers taucht ein Manager einer Band auf, die hofft, einen Vertrag zu bekommen. Das Besondere: Die Band besteht aus Puppen. Und: Diese Puppen kommen uns sehr bekannt vor! Es handelt sich dabei nämlich um ABBA. Auf MTV2Pop sah ich in der Nacht zum Dienstag erstmals den neuen und wirklich letzten Videoclip der schwedischen Kultband. Und da geht einem doch das Herz auf, wie diese Figuren Songs wie „Waterloo“ oder „Take a Chance On Me“ singen. Da hält man kurz inne, und sieht ausnahmsweise mal aufmerksam MTV2Pop. Die vier Original-ABBAs sind auch kurz zu sehen. Einfach nur schön! Wer übrigens in den nächsten Wochen aufmerksam die MAZ liest, wird Freikarten für die große ABBA-Party im August in der Waldbühne haben können! Also, wir sehen uns!

Hits: 4729

RTZapper

Die Alm

Montag, den 12. Juli 2004
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MO 12.07.2004, 20.15 Uhr, ProSieben

Ach Mensch, das hat der gute Daniel Lopes wirklich nicht verdient. Erst hat er nach seinem Ausscheiden bei „Deutschland sucht den Superstar“ keinen Hit und jetzt muss er sich auf der Alm noch mit Detlef D! Soost rumstreiten. Zwei Eimer Wasser holen! Pah! Für den Soost doch nicht! Schließlich ist Daniel total matt vom Rumstehen. Da muss man sich echt mal ausruhen. Aber Daniel Lopes wollte es nicht anders: Mit vielen anderen D-Stars bewohnt er derzeit für ProSieben „Die Alm“. Ähnlich wie bei der Dschungelshow von RTL werden sie dabei rund um die Uhr von Kameras beobachtet. Wie bei RTL entscheiden die Zuschauer, wer eine Tagesaufgabe zu lösen hat. Klar: Daniel wurde gleich noch Montag dazu verdonnert, einer Kuh mit dem Mund etwas Milch abzusaugen. Sonya Kraus und Elton spielen dazu das RTL-Team Zietlow/Bach nach und sind dabei nicht mal halb so lustig. Wieder mal wurde eine Idee gnadenlos abgekupfert. Was aber genauso gnadenlos öde ist.

Hits: 4725

RTZapper

Das Bahnhofsviertel

Dienstag, den 6. Juli 2004
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DI 06.07.2004, 21.00 Uhr, ZDF

Es gibt ja wirklich tolle Jobs. Der Jupp zum Beispiel betreibt im Bahnhofsviertel von Frankfurt/Main seinen eigenen Puff. Viel zu tun hat er nicht. Meistens. Monitore beobachten, Fernsehen gucken, auf den Feierabend warten. Die Damen, die sich bei ihm einmieten, zahlen 120 Euro am Tag für ihr Kämmerchen. So kann man natürlich auch noch ordentlich Kohle scheffeln. Und wenn einen dann noch ein ZDF-Team begleitet, ist das doch alles noch viel schöner! Dort lief am Dienstagabend die erste Folge der Doku-Reihe „Das Bahnhofsviertel“. Höhepunkt: Eine Frauengruppe besichtigt den Puff, darf sich eines der 33 Zimmer mal näher ansehen. Und sich wundern, wofür das große Loch im Bock ist. Aber wahrscheinlich wollten die Frauen das dann doch nicht so genau wissen. Aber schön, dass uns das ZDF auch mal solche Einblicke gewährt.

Hits: 4793

RTZapper

EM 04: Finale

Montag, den 5. Juli 2004
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SO 04.07.2004, 19.15 Uhr, ZDF

Der Otto gewinnt mit seinen Griechen die Fußball-EM, die Euro 2004. Was mich selbst bei der Fußball-Wette der MAZ-Redaktion nicht wirklich weiter nach vorn gebracht hat. Aber am Ende bei 16 Teilnehmern im Mittelfeld zu liegen, ist ja auch nicht dramatisch. Nun wird auch der Auflauf vor der Pinnwand mit den aktuellen Ergebnissen wieder weniger werden. „Das Wunder von Lissabon“ beschwor ZDF-Kommentator Bela Rethy am Sonntagabend nicht nur einmal in sein Mikrofon. Nur weil zufällig an jenem Tag vor 50 Jahren auch die Deutschen das erste Mal die… nein, nicht die EM – die WM gewonnen hatten. Insofern hinkte der Vergleich ein wenig. Aber nun gut, dem Otto wollen wir das Wunder aber auch gern gönnen. Spannend war sie auf jeden Fall, die Euro. Auch, nachdem die deutschen Kicker sich so glorreich verabschiedet haben. Trotzdem saßen Sonntag fast 25 Millionen Menschen vor der Glotze. Nur eines nervte: Hatten die Portugiesen denn keine bessere Siegesfanfare im Angebot als diese grässliche, billige Endlos-Musikschleife? Das war kein schöner Rausschmeißer…

Hits: 4700

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ZAPPER VOR ORT: Wetten, dass…?

Sonntag, den 4. Juli 2004
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SA 03.07.2004, Berlin, Waldbühne

Regen. Den ganzen Sonnabend. Das kann uns doch der Wettergott nicht antun! Monatelang haben wir uns auf die Open-Air-Ausgabe von „Wetten, dass…?“ in der Waldbühne gefreut (war ja auch teuer genug) – und nun? Regen? Nein, natürlich nicht. Pünktlich am späten Nachmittag klart der Himmel auf und beschert uns sogar noch ein wenig Sonne. Dann kann es ja losgehen.
Und irgendwie ist das alles ja schon ein bisschen aufregend. So live beim Fernsehen dabei zu sein. Die Promis mal hautnah miterleben. Nun gut, hautnah: Das Privileg hatten dann doch nur wenige der 19000 Besucher in der Waldbühne. So musste unsereins eben das Fernglas zücken, um nach Promis Ausschau zu halten. Und, ja mein Gott, ist das da nicht Jack White mit seiner Frau? Das kann doch wohl nicht wahr sein! Wahnsinn! Aber, Moment mal, wer ist denn Jack White? Verständnislose Blicke für den Unwissenden. Der total berühmte Musikproduzent sollte uns allen schließlich bekannt sein! Und die beiden jungen Männer da vorne, warum werden die bloß ständig fotografiert? Was, das sind die Söhne vom Gottschalk? Wahnsinn! Der Bruder vom Thommy ist auch da! Na Mensch, da hat sich der Abend ja schon gelohnt – bevor es überhaupt anfing.
Es ist kurz vor acht, als der, ja, der Thomas Gottschalk auf der Bühne erscheint. Wieder: Wahnsinn! Das sehen nur wir, während die zu Hause noch „Unser Charly“ im ZDF sehen! Unfassbar! Über seinem Anzug trägt er noch eine orange ZDF-Team-Jacke, die ihn wie ein Mitarbeiter der Müllabfuhr aussehen lässt. Und: Schwarze Schuhe – zum weißen Anzug. Die Weißen seien ihm während der regnerischen Probe, nun ja… Er braucht jedenfalls neue. Von jemandem aus dem Publikum lässt er sich weiße Schuhe geben. Ja, so isser, unser Thommy! Schnell noch ein paar Fotos und Autogramme für Fans. Fix noch das Lied für Rudi geprobt (tja, nicht alles ist spontan) und schon sind es nur noch drei Minuten bis zum Showbeginn. Augen rechts! Da läuft Klaus Wowereit mit seinem Liebsten die lange Treppe runter zur Bühne. Ganz nah zu sehen – ohne Fernglas! Schon wieder: Wahnsinn! Und Neid bei den Frauen: Wowis Freund sehe ja wirklich sehr gut aus. Logisch, sonst wäre es nicht sein Liebster.
Eurovisionsfanfare, „Wetten, dass…?“-Titelmelodie – und los geht’s! Aus den Bäumen hoch über der Arena kommt eine Kamera angesaust, irgendwie muss das ZDF ja die super Atmo rüberbringen!
Ganz klar: Für 19000 Zuschauer ist selbst Europas größte Fernsehshow zu klein. Wer ganz oben sitzt, kann nur noch einige winzige Punkte untern auf der Bühne erkennen. Den armen Bully Herbig zum Beispiel, der eine halbe Ewigkeit ganz alleine auf der Gästebank vor der großen Bühne rumsitzen muss. Als die Alanis Morissette oben singt. Sehr perfekt übrigens. Playback? Das können sich die 19000 beim besten Willen nicht vorstellen. Dass die gute Nadja Auermann angesichts ihres luftigen Kleides aber ganz schön gefroren haben muss, schon. In der Zwischenzeit wurde im Publikum zwar nicht die umsonst mitgebrachte Regenausstattung ausgepackt, dafür aber ein zweiter Pullover zum Anziehen. Gott sei Dank, das Wetter hält, auch wenn es eben inzwischen ein wenig kühl ist.
Als aber unser aller Ruuudi auf der Bühne erscheint, hält es die meisten nicht mehr auf den Sitzen: Ungeprobte Standing Ovations mit geprobtem „Es gibt nur ein’ Rudi Völler“-Song. Nur einmal gerät die Situation fast außer Kontrolle, als 19000 Fans von Mike Krüger eine Zugabe verlangen – sein Eichel-Song hat deren Nerv getroffen.
Ja, es war nicht immer spannend während der 160 Minuten. Glücklicherweise bietet ja die Waldbühne ein breites Imbiss- und Getränkeangebot. Wie es sich für ein Open-Air-Fest gehört, kommt auch hin und wieder eine mobile Bier- oder Brezel-Station vorbei.
Nach mehr als zweieinhalb Stunden war die Arena vor lauter Konfetti nicht mehr wiederzuerkennen. Mit O-Zone und „Dragostea din tei“ endet dieser Abend, auf den wir schon so lange gewartet hatten.
Und, ja, irgendwie hat es sich doch gelohnt. „So was muss man einfach mal erlebt haben“, war die überwiegende Meinung. Schließlich kann man dem Gottschalk vorm Fernseher nicht dabei zusehen, wie er sich während der Musiknummern die Nase pudern lässt. Auch wenn das hier nur mit dem Fernglas zu erkennen war. Aber trotzdem: Wahnsinn!

Hits: 4755