Monatsarchiv für Juni 2004

RTZapper

Chatstation

Dienstag, den 15. Juni 2004
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MO 14.06.2004, 0.00 Uhr (Di.), TV.Berlin

Wer willigen Frauen beim „errottischen“ Telefonieren zusehen möchte, kann sich immer nachts bei TV Berlin die „Chatstation“ reinziehen. Das Thema am Mittwoch lautete „Sex ohne Reinstecken“. „Das wollen wir hier mal ausdiskutieren.“ Wie schön! Doch die schlechte Nachricht: „Alle unter 18 müssen jetzt wegschalten“, denn die Show sei erst ab 18 geeignet. Klar, dass die Kleinen jetzt einen Schreck bekommen und ganz schnell wegschalten. Das eigentlich Faszinierende an diesem TV-Gerümpel ist, dass die Zuschauer die Anrufer gar nicht hören können. Nur die drei Moderationspraktikantinnen sind zu verstehen. Später werden noch megaschwere Quizfragen gestellt. Wer sie beantwortet, darf sich aussuchen, welche der drei Frauen ihren BH für fünf Sekunden lüften darf. Aber das habe ich nicht mehr mitbekommen. Schließlich musste ich ja ins Bett! War ja schon spät…

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aRTikel

Keinen Sex, nur Knuddeleien

Samstag, den 12. Juni 2004
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Jennifer Strese aus Hennigsdorf über ihre Zeit im „Big Brother“-Haus

MAZ Oranienburg, 12.6.2004

Pfingstmontag wurde die Hennigsdorfer Friseurin Jennifer Strese von den RTL-II-Zuchauern aus dem „Big Brother“-Container gewählt. Wie sie die vier Wochen dort drin und die Zeit danach erlebt hat, fragte sie MAZ-Mitarbeiter Robert Tiesler.

Was hast du als Erstes nach dem Auszug aus dem „Big Brother“-Haus getan?

Jennifer: Als Erstes habe ich meine Familie begrüßt. Dann hatte ich ja noch Auftritte und Interviews jeglicher Art. Richtig zur Ruhe bin ich auch noch nicht gekommen. Allerdings bin ich inzwischen schon einmal richtig tanzen gegangen.

Wie fühlt es sich an, wenn man weiß, dass einem Tausende Menschen Tag und Nacht im Fernsehen zuschauen können?

Jennifer: Ich war ja vorher schon nie alleine, ich wohne mit einer Freundin zusammen. Die Kameras haben mich ehrlich gesagt nie gestört. Ich finde es schön, wenn einen die Leute beobachten. Vergessen kann man die Kameras aber nicht, denn man hört sie. Verstellen wollte ich mich vor der Kamera auch nicht. Ich bin, so wie ich bin. Einige andere im Haus verstellen sich doch schon, sie versuchen, besser dazustehen als sie sind.

Welche Rolle spielt Sex im „BB“-Haus?

Jennifer: Ich hätte es da drin nie gemacht. Ich habe schließlich eine jüngere Schwester, die hätte das gesehen. Aber die Gefühle da drin sind so eng, dass man sich über jede Umarmung freut. Da kommt es eben auch zu Knuddeleien am Zaun. Aber ich wusste: Ich bin da drin und es wird gar nichts in der Hinsicht passieren.

Es gibt im Haus einmal am Tag eine kamerafreie Zeit. Was entgeht dann eigentlich dem Zuschauer?

Jennifer: Das ist immer zwischen 6 und 7 Uhr morgens. Und es gibt keinen Wecker. Außerdem muss man in der Zeit in seinem Bereich bleiben. Sollte doch etwas Sexuelles passieren, behält sich „BB“ aber vor, das auch zu zeigen.

Erkennt man dich jetzt in Hennigsdorf auf der Straße?

Jennifer: Es ist komisch, ich werde ziemlich oft erkannt. Das hätte ich nicht gedacht, weil ich doch so ein Allerweltsgesicht habe. Ich kann momentan nicht mehr einfach so einkaufen gehen. Das ist voll schön, aber auch ungewohnt.

Was planst du für die Zukunft?

Jennifer: Moderieren wäre schon mein Ding, wir sind an einigen Sachen dran. Wir werden schauen. Aber erst mal möchte ich in meinen Beruf zurück.

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aRTikel

Ein Praktikum auf dem Lande

Mittwoch, den 9. Juni 2004
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Studenten der Uni Potsdam untersuchen, ob und wie Oberkrämer zusammenwächst

MAZ Oranienburg, 9.6.2004

BÖTZOW
Treffpunkt auf dem Parkplatz vor der Bötzower Feuerwehr. Im Auto sitzend, gleichen Manuel und Mandy ihre Daten, die sie in den Tagen davor zusammengetragen haben, ab und geben sie in den Laptop ein. Sie hätten es lieber praktischer und gemütlicher gehabt, „aber wir haben weit und breit keine Bank oder etwas Ähnliches gefunden“, bemerkt Manuel. Die beiden Studenten der Universität Potsdam gehören zu einer Gruppe von Humangeographen, die sich im Rahmen eines raumanalytischen Praktikums zurzeit mit der neuen Identität der Einwohner mit der Gemeinde Oberkrämer beschäftigen. Dabei geht es weniger um Berge oder Flüsse, sondern darum, was die Menschen geschaffen haben: die Wirtschaft im Ort, Siedlungen neue Häuser.
Manuel Hundt und Mandy Scheffler nahmen dabei den Ortsteil Bötzow genauer unter die Lupe. „Viele wissen gar nicht, dass ihr Ort Bestandteil des Regionalparks Krämer Forst ist“, erzählt die 24-jährige Liebenwalderin. „In den letzten Tagen haben wir kartiert, sind kreuz und quer durch den Ort gefahren, haben uns brachliegende und neu bebaute Grundstücke angesehen“, berichtet Manuel (23), der in Berlin wohnt. „Um das meiste mussten wir uns selbst kümmern“, sagt Mandy.
„Die Leute erzählen gerne und viel“, freuen sich die beiden Studenten. „Wir haben fotografiert, um das dörfliche Flair nachweisen zu können“, erzählt Mandy. „Da kam auch gleich der Nachbar und fragte uns, ob wir die Enkelkinder des Grundstücksbesitzers sind.“
Der Vorsitzende des Bötzower Heimatvereins hat sich für sie Zeit genommen, „obwohl er gerade am Renovieren war“, erzählt Manuel. Auch beim Schützenverein hatte man ein offenes Ohr und gab bereitwillig Auskünfte. Das lief besser, als sie erwartet hatten. Eines stellten sie recht schnell fest: Im Denken der Bewohner wird das Zusammenwachsen der Ortsteile zur Gemeinde Oberkrämer wohl noch lange dauern, meinen die beiden Studenten. Die Menschen fühlten sich weiterhin als Bötzower. Das werde auch noch lange so bleiben. Die Einwohnerzahl von Bötzow stieg in den vergangenen Jahren auf 2800. „Wir finden, dass die Versorgung hier dafür ziemlich schlecht ist“, meint Manuel.
Auch mit dem Jugendclub von Bötzow haben sie sich beschäftigt. „Während die Vorsitzende des Jugendfördervereins meinte, dass der Club ganz gut angenommen wird, meint der Bürgermeister, dass es nicht so ganz gut mit dem Jugendclub läuft“, erklärt Mandy.
Alle gesammelten Daten werden nun gemeinsam mit allen anderen ausgewertet und am Ende der Gemeinde Oberkrämer vorgelegt. „Das bringt ihnen vielleicht neue Erkenntnisse“, hofft Manuel. Mandy schmunzelt: „Und uns einen Schein!“

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RTZapper

Total TV total

Dienstag, den 8. Juni 2004
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MO 07.06.2004, 22.15 Uhr, ProSieben

Früher war alles besser – das trifft zumindest im Fall von „TV total“ zu. Anlässlich des fünften Geburtstages der Show lief montags „Total TV total“ mit den größten Highlights. Viel war davon aber nicht zu sehen, denn alle Ausschnitte wurden von Prominenten kommentiert, die das Geschehen oft dermaßen zutexteten, dass nicht mehr viel übrig blieb. Das wirkte oftmals so, als ob es sich dabei um eine Gedenksendung für Stefan Raab handelt. Dabei ist der doch putzmunter. Was seiner Show aber heutzutage leider nur noch selten anzumerken ist.

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RTZapper

Parallele Volksmusik

Sonntag, den 6. Juni 2004
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SA 05.06.2004, 20.15 Uhr, Das Erste/ZDF

Das war reiner Zufall und von niemandem gewollt. Während am Sonnabend im Ersten „Das Hochzeitsfest der Volksmusik“ lief, sagte man beim ZDF „Willkommen bei Carmen Nebel“. Zwei Shows mit einem fast identischen Konzept. Und dass beide Shows gleichzeitig laufen – tja, solche Zufälle gibt es eben. Wirklich? Und das hat nichts mit Konkurrenzdenken zu tun? Weil Frau Nebel bisher im Ersten die Volksmusikfeste moderierte? Auch die kommenden Shows laufen – natürlich auch zufällig – parallel. Und schon wenige Stunden später, am Sonntagvormittag geht das Spielchen munter weiter. Im Ersten „Immer wieder sonntags“ gegen den „ZDF-Fernsehgarten“. Zwei Open-Air-Shows mit viel Musik. Auch das reiner Zufall und schon gar nicht anders zu machen. Aber wo kein Wille ist…

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RTelenovela

Das große Bötzow-Event

Dienstag, den 1. Juni 2004
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Ich berichte heute von der schillernden Filmpremiere des neuesten Greensession-Films “Drei Tage in Mainhattan”. Die Reichen und Schönen von Berlin und Oberhavel haben sich am Pfingstmontagabend im Oberkrämer-Ortsteil Bötzow zusammengefunden, um sich dieses Meisterwerk anzusehen.

Mit besonderer Spannung wurde Greensession-Sänger und “Star Search”-Kandidat Shai Hoffmann in Bötzow erwartet. Wie mir berichtet wurde, war Shai war Shai außer sich vor Begeisterung, als er Bötzow passierte. Auch die S-Bahn-Fahrt nach Hennigsdorf war für ihn ein außerordentliches Erlebnis. Er soll von der Schönheit von Bötzow geblendet gewesen sein. Später wolle er dort auch einmal sehr gern dort hin ziehen, ließ er nicht verlauten.
Auch an den Einwohnern von Bötzow zeigte er großes Interesse. Anika wird demnächst kein Angebot von Shai im Briefkasten finden.

Das Mega-Event des Jahres fand bei der Bötzower Familie J. statt. Für die Feierlichkeiten wurde der hübsche Garten, sowie das geräumige Wohnzimmer zur Verfügung gestellt.

Eine halbe Stunde nach dem vereinbarten Beginn der Premierenfeier traf der Großteil von Greensession in Bötzow ein.
Die freiwillige Feuerwehr von Bötzow bereicherte das Event mit einer Vorführung ihres Könnens. Die Sirene des Ortes fand bei der Band und allen Gästen höchste Aufmerksamkeit. Auch der danach einsetzende starke Autoverkehr im Ort.
Weitere Gesprächsthemen waren der Ost-West-Konflikt in Bötzow, bellende Ost-Hunde sowie der eigene Müll in Nachbars Garten

Das Essen fand bei allen Premierenteilnehmern ebenfalls höchste Zustimmung. Serviert wurde auf dem Grill zubereitetes Schweine- und Putenfleisch, Bratwürste sowie leckere Sandwichscheiben. Dazu gab es Nudelsalat, Baguettes und wohlriechenden Tzatziki. Als Getränke wurden Cola, Vanille-Coke, Fanta, Sprite, Guaven-Nektar und Bier gereicht.

Fast zu einem Eklat kam es, als Greensession-Gitarrist Rafael Triebel die Mutter der Gastgeberin auf übelste Art und Weise bepöbelte. Dass die Situation nicht eskalierte, ist dem Umstand zu verdanken, dass Frau J. die Pöbelei schlichtweg nicht gehört hat.

Gegen 20 Uhr versammelten sich Band und Gäste vor der Großbildleinwand, auf der der Film “Drei Tage in Mainhattan” dann zu sehen war. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich die Kritiker vor Lob über diesen Film überschlagen werden. Die zwei Stunden waren geprägt von köstlichem Witz und Humor.

Nach Aufführung des Films und einem halbstündigen Applaus, begann die rauschende, feucht-fröhliche Party. Eine Beobachterin bemerkte hierzu: “Rafi ist nach fünf Bier noch wesentlich zurechnungsfähiger als Benny.” Im Interview mit EXCLUSIV meinte sie weiterhin: “Er fing auf einmal an, wirres Zeug auf englisch zu reden. Und Rafi hat mitgemacht.”

Um 0.38 Uhr war die große Party dann auch schon wieder vorbei.
Fest steht: Ein derartiges Event wird Bötzow so schnell nicht wieder sehen.

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