Monatsarchiv für April 2004

RTZapper

Pippi geht von Bord

Montag, den 12. April 2004
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MO 12.04.2004, ZDF

Och, das ist ja wirklich putzig! Pippi Langstrumpf verteilt Geschenke. Das Pferd bekommt einen langen Schal. Der Affe darf sich über einen ganzen Berg Bananen freuen. Und sogar die Maus wird nicht vergessen: Einen riesigen Berg mit Käse stellt Pippi vor das Mauseloch. Und wünscht frohe Weihnachten! Dazu werden noch Herz erwärmende Lieder gesungen. Stille Nacht! Wie schön! Und das am Ostermontag. Warum zeigt das ZDF an einem Feiertag mitten im Frühling einen Weihnachtsfilm? Es gibt doch sicherlich im großen Archiv des Senders noch weitere Pippi-Langstrumpf-Filme, in denen nicht gerade das besinnliche Weihnachtsfest gefeiert wird. Aber warum sollte man bei der Programmzusammenstellung auch auf solche Kleinigkeiten achten, oder? Na denn: Frohes Fest, ZDF!

RTZapper

Brandenburger Klinik-Magazin

Donnerstag, den 8. April 2004
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DO 08.04.2004, Oberhavel TV

Für einen Interviewer ist nichts schlimmer, als wenn der Befragte einen guten halben Meter größer ist als man selbst. Das war vergangene Woche eindrucksvoll im Oberhavel TV zu sehen. Und um zu zeigen, wie klein die Moderatorin des „Brandenburger Klinik-Magazins“ ist, hat man auch noch einen Tisch vor sie gestellt, der ihr bis zur Brust ging. Ihr Gesprächspartner, der Chef der Ruppiner Kliniken, hatte dagegen eine gute Aussicht. Auf Tisch und Moderatorin. In einem Beitrag sollte den Zuschauern eine Darmspiegelung näher gebracht werden. Was natürlich eine gute und wichtige Sache ist. Die Menschen in dem Beitrag scheinen sich nicht ganz sicher gewesen zu sein. Wer genauer hingesehen hat, konnte feststellen, dass viele der Gezeigten ihre Worte, wie toll doch diese Darmspiegelung ist, von einem Zettel abgelesen haben, der offensichtlich neben der Kamera lag. Unternehmer, Bauarbeiter, ja, sogar der Landrat unseres schicken Nachbarkreises Ostprignitz-Ruppin, Christian Gilde, haben ihren Darm untersuchen lassen. Warum eigentlich unser allseits beliebter Landrat Schröter sich keine Einsicht in seinen Po gönnte? Wäre sicher auch für ihn eine gute PR! Susan Stahnke hat es schließlich vorgemacht. Und, hat es ihr geschadet? Ähm… na ja.

aRTikel

Im Juli geht’s in die Provence

Mittwoch, den 7. April 2004
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Nach dem zweiten Platz auf der Musikmesse: Der erste Radiosender hat schon angefragt

MAZ Oranienburg, 7.4.2004

FRANKFURT/MAIN
Die Nervosität im Backstage-Bereich wächst: Eigentlich sollte das Schooljam-Finale um 18Uhr beginnen. Aber weil sich die Moderatorin, MTV-VJ Johanna, noch die Nase pudern muss, verzögert sich der Beginn. Zehn Bands aus ganz Deutschland hatten es in das Finale des Schooljam-Wettbewerbes am Freitag auf der Musikmesse in Frankfurt/Main geschafft. Darunter auch die fünf Jungs von Greensession aus Oberhavel und Berlin.
Dann endlich beginnt das große Finale. Im Angebot sind einige Englisch singende Hardrocker, aber auch ein Solist am Klavier und deutsche HipHop-perinnen. Eine elfköpfige Jury, bestehend aus Musikern und Journalisten, begutachtet alle Gruppen. Henning Rümenapp von den Guano Apes ist dabei, Alfred Kritzer, der Keyboarder in der Grönemeyer-Band, sowie Vertreter des deutschen Musikschulverbandes, der Pop-Akademie und von MTV.
Auf der Bühne präsentiert Greensession die Songs „Immer wenn wir träumen“ und „Stillstand“, geschrieben von Rafael Triebel, dem Gitarristen. „Die Technik war erstaunlich professionell“, erinnert sich Pianist Florian Büttner. „Wir hatten noch nie einen so guten Bühnensound.“ „Unsere Nervosität hat sich schnell gelegt“, ergänzt Bassist Benjamin Steinke. Dafür war auch gar keine Zeit, der Auftritt dauerte nur gut zehn Minuten.
Dann hieß es abwarten. Die Jury zog sich zur Beratung zurück. Als erster Preis winkte den Bands ein Auftritt im Juni beim Rock am Ring. Außerdem wurde ein Sonderpreis ausgelobt: zwei Auftritte in der französischen Provence.
Die Entscheidung, wer gewinnen sollte, sei ihnen nicht leicht gefallen, sagte später ein Jury-Mitglied. Am Ende entschieden sie sich für die Mädels von C-Flow aus dem thüringischen Roderberg. Der deutschsprachige HipHop hat die Jury überzeugt. Greensession landete auf Platz zwei und erhielt den Sonderpreis. Wie es hieß, betrug der Abstand zu C-Flow nur einen Punkt. Die drittplatzierte Band lag 13 Punkte dahinter.
Auffällig ist, dass sowohl C-Flow als auch Greensession, trotz ihrer englischen Bandnamen, deutschsprachige Songs präsentierten. Das hatte, laut Jury, Einfluss auf die Entscheidung. Gelobt wurde auch das hohe musikalische Niveau.
Als VJ Johanna das Ergebnis verkündete seien sie euphorisch gewesen, erzählt Flo. „Es ist total geil“, war die erste Reaktion von Christoph, dem Schlagzeuger. „Wir sind wunderbar zufrieden mit dem zweiten Platz“, sagte Flo im anschließenden Live-Radiointerview mit dem Offenen Kanal Lübeck. Der Sender übertrug den ganzen Abend live.
Voraussichtlich im Juli wird die Band nach Südfrankreich fahren. Bei dem Auftritt soll eine DVD entstehen. „Wein trinken, Käse essen, schöne Frauen. Was will man mehr?“, meinte Sänger Shai Hoffmann. „Das war unser Höhepunkt, auf den wir in den letzten Wochen hingearbeitet haben“, erzählte Christoph Hengelhaupt der Interviewerin.
Während Rafi wieder auf dem Weg nach Berlin war, um am nächsten Morgen in die USA zu fliegen, feierte der Rest noch den großen Erfolg. Und wer weiß, wer sich noch alles bei Greensession meldet, nachdem sie ihre Demo-CDs verteilt haben. Der Offene Kanal Lübeck hat schon angefragt, ob sie „Stillstand“ in ihr Programm aufnehmen dürfen. Das ist doch schon ein Anfang.

RTZapper

Das Geständnis

Dienstag, den 6. April 2004
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DI 06.04.2004, 14.30 Uhr, ProSieben

Weil die „Abschlussklasse“ einen eigenen Sendeplatz bekommen hat, musste sich die Redaktion für die überbleibende halbe Stunde etwas Neues einfallen lassen. Die einstündige Talkshow wieder einführen – das wollte wohl niemand. Richtige Gäste mit wahren Geschichten: kaum noch Interesse daran. Stattdessen läuft während der ersten halben „Arabella“-Stunde „Das Geständnis“. Hinter einer Schattenwand sitzt jemand, der etwas ganz Schreckliches (Freundin betrogen, heimlich geraucht) zu gestehen hat. Dass die Storys nicht echt, nur schlecht nachgespielt sind, merken wir, weil alle „Geständnisse“ auch in kleinen Filmchen gezeigt werden. Ätzend! Und wann läuft eigentlich „Jugendrichterin Arabella“ an? Wenn schon, denn schon, ProSieben!

aRTikel

Nach 15 Sekunden gehören dir die Nüsse aus der Bar

Sonntag, den 4. April 2004
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Die teure Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotel zahlte die Musikmesse / Service pur beim Frühstück

MAZ Oranienburg, 7.4.2004

FRANKFURT/MAIN
Die Nüsschen in der Minibar des Interconti in Frankfurt/Main sind nicht gerade billig. Darüber sollte allerdings nicht lange nachgedacht werden, denn wer die Tüte länger als 15 Sekunden in der Hand hält, hat die Nüsschen quasi gekauft. Das bemerkt nämlich ein Sensor. Sofort erscheinen die Nüsse automatisch auf der Hotelrechnung. Selbst das, was auf der Minibar noch rumsteht, wie zum Beispiel 12,50Euro teure Golfbälle, sollte jeder, dessen Geldbörse das nicht aushält, besser stehen lassen. Schöne, moderne Welt.
Läppische 425 Euro sind pro Nacht für ein normales Doppelzimmer im Hotel Intercontinental in Frankfurt/Main zu bezahlen. Ein Schnäppchen, das sich Greensession zwar nicht leisten, aber trotzdem gönnen konnte. Alle Bands, die es ins Schooljam-Finale geschafft hatten, durften zwei Nächte in dem Fünf-Sterne-Kasten verbringen. Schon am Donnerstag sind vier der fünf Bandmitglieder mit dem ICE aus Berlin angereist. Sänger Shai kam erst Freitag nach. Anreise und Übernachtung zahlte die Musikmesse.
Was aber genau an den kleinen Doppelzimmern so verdammt viel Geld wert ist, das haben sich die Jungs in den drei Tagen öfter gefragt. Okay, der Komfort war durchaus vorhanden. Die Bettwäsche wurde täglich gewechselt, die Handtücher waren sehr flauschig. „Aber in der Nacht war es total warm auf den Zimmern“, erzählt der Bassist Benny. Kein Wunder: Auf Nachfrage erklärte die nette Dame an der Rezeption, dass ja auch noch geheizt werde und die Klimaanlage noch nicht arbeite. Das ist gut zu wissen, wenn am Tage draußen mehr als 20 Grad herrschen. Die Fenster ließen sich nicht öffnen. „Aber wir haben uns dann einen Ventilator aufs Zimmer kommen lassen“, schmunzelt Benny. Der kam dann auch – nach einem zweiten Anruf durch Rafi und der Aussage der Rezeptionsdame , dass sie jetzt Druck machen wolle.
Zack – da war der Teller auch schon weg. Einmal nicht aufgepasst, schon schnappte ihnen einer der Bediensteten im Frühstücksraum das Geschirr vor der Nase weg – um wenig später wieder sauberes hinzustellen. Service pur. „Das konnte am frühen Morgen aber auch nerven“, meint Benny. Das Frühstück war so üppig, dass jeder bis zum Nachmittag gesättigt war.
Auch einen Bummel über die Musikmesse wollten sich zumindest Flo, Benny und Christoph nicht entgehen lassen. „Doch das war alles sehr voll und hektisch“, erzählt Flo. „Im Musikladen hat man viel mehr Ruhe, alles auszuprobieren.“ Einer von vielen Eindrücken an diesen drei aufregenden Tagen.

RTelenovela

Frankfurt/Main

Sonntag, den 4. April 2004
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Wir sind seit ner guten Stunde wieder im Lande und ich werd jetzt mal so schreiben, was mir so zu den letzten drei Tagen einfällt.
Ich fang am besten mal an mit: Geil!! Ich mein, zweiter Platz, also der Sonderpreis, das hat doch schon was. Und wenn man dazu noch überlegt, dass es am Ende nur EIN EINZIGER PUNKT war, der zum ersten Platz fehlte… Hm, soll man sich nun eigentlich drüber ärgern, dass ein Punkt zum ersten Platz fehlte? Hmmm… na ja… eigentlich… zweiter Platz ist auch schön! Der Preis ist ein Auftritt in Frankreich, im Sommer. Davon soll auch eine DVD produziert werden. Wenn diese veröffentlicht wird, soll’s im November ein zweites Konzert in Frankreich geben.
Kann jemand französisch?
Also, die Sprache mein ich.

Und dann, och ja, das Hotel… nett war’s ja. Das Intercontinental, direkt am Main und nicht ganz so direkt am Bahnhof (Danke, Herr Mehdorn für die Zurverfügungstellung der Kofferkulis). Fünf Sterne. Ein Doppelzimmer für 429 Euro pro Nacht. Das kann man sich schon mal bieten lassen. Und mal ein bisschen Druck machen, wenn der Zimmerservice den verdammten Ventilator nicht vorbeibringt. Aber sonst: exquisit! Allein das Frühstück! Man wurde von vorne bis hinten bedient… Und wer die Nüsse aus der Minibar zu lange in der Hand hatte, der war auch bedient… Die Intercontinental-Musik (Fahrstuhl, Hotel-TV) hätt ich gern als Single!!!

Hm, was noch… Ach ja, Benny und ich sind durch Frankfurts City gejoggt und sind, als wir fertig waren waren wir auch schon im Rotlichtviertel. Öhm, mehr will ich dazu gar nicht sagen. Also es war sehr interessant und informativ.

Frankfurt selbst… joa, ganz nett. Die Wiesen am Main sind schön, gerade wenn die Sonne scheint. Man kann so toll die Leute beobachten. Und Umfragen mit der Videokamera zum Thema Coolness machen… Die Bankentürme sind schon… man kann sagen beeindruckend. Aber nicht wirklich schön. Und gerade ist mir einfallen, dass ich ja auch auf den Maintower wollte. Vergessen. Mist. Am Römer waren wir, da gab’s Würstchen. Bei Burger King gibt’s Triple Whopper und alles ist teuer. Und McDonald’s – also warum wir da waren, ist mir vollkommen schleierhaft. Scheiß Demokratie.

Die Zugfahrt. Recht gemütlich und amüsant. Grüße an den Schnarcher aus Frankfurt/Main. Das Videomaterial wird selbstverständlich gegen Sie verwertet.

Zu guter Letzt noch Grüße und Dank an alle, die dabei waren! Natürlich an Shai (ab Donnerstag auf Sternensuche), Rafi (now in the ju-es-ey), Christoph, Benny (*Hände zusammen und verbeug*) und Flo! Und natürlich auch an Kira und Saskia, Herr Strate! Nicht zu vergessen die RTL-Stimme, VJ Johanna (du bist die allergrößte!), den Kameramenschen, der für die großartigen Live-Bilder im Backstage-Bereich sorgte, Martin, unserem Busfahrer vom Hotel zur Messe und zurück, die Damen der Hotelrezeption, die immer unsere (nicht immer richtigen) Namen parat hatten, dem Offenen Kanal Lübeck, der erste Radiosender Deutschlands, der ein Greensession-Konzert live übertrug und das allererste Live-Radio-Interview mit GS führte, sowie natürlich allen Organisatoren der Veranstaltung auf der Musikmesse. Nicht zu vergessen: die Jury.

Ich glaub, das war jetzt alles. Ist ja auch schon spät.
Gute Nacht.
Zimmerservice?
Ach, Mist. Keiner da.
Deckt mich niemand zu heute Nacht?
Halloooooo???

RTZapper

Late Lounge: Heimkino

Samstag, den 3. April 2004
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FR 02.04.2004, 0.00 Uhr (Sa.), hessen fernsehen

Während ich mich im Fünf-Sterne-Hotelbett rekele und staunend den ersten dunkelhäutigen „Tagesschau“-Sprecher bewundere, klingelt das Telefon. Ich solle mal schnell umschalten. Wunderliches läuft da im hessen fernsehen. Wir dürfen zusehen, wie zwei Männer sich einen Film angucken. Sie sitzen vorne am unteren Bildrand, der Film läuft dahinter. Das nennt sich dann „Heimkino“. Eigentlich eine klasse Idee. Wir dürfen miterleben, wie sich zwei Typen über einen Film unterhalten, den wir im gleichen Augenblick auch sehen dürfen. Das kann lustig sein. Doch leider ließen sich die beiden bräsigen Herren kaum zu Kommentaren hinreißen, außer hin und wieder einem leichten Rülpser. So war nicht nur dieser Film öde. Die Chance, gute Situationskomik zu bieten wurde vertan. Nächstes Mal ist Bastian Pastewka zu Gast. Der wird hoffentlich komischer. So schaltete ich auch bald zur „Tagesschau“ zurück.