Tagesarchiv für 7. April 2004

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Im Juli geht’s in die Provence

Mittwoch, den 7. April 2004
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Nach dem zweiten Platz auf der Musikmesse: Der erste Radiosender hat schon angefragt

MAZ Oranienburg, 7.4.2004

FRANKFURT/MAIN
Die Nervosität im Backstage-Bereich wächst: Eigentlich sollte das Schooljam-Finale um 18Uhr beginnen. Aber weil sich die Moderatorin, MTV-VJ Johanna, noch die Nase pudern muss, verzögert sich der Beginn. Zehn Bands aus ganz Deutschland hatten es in das Finale des Schooljam-Wettbewerbes am Freitag auf der Musikmesse in Frankfurt/Main geschafft. Darunter auch die fünf Jungs von Greensession aus Oberhavel und Berlin.
Dann endlich beginnt das große Finale. Im Angebot sind einige Englisch singende Hardrocker, aber auch ein Solist am Klavier und deutsche HipHop-perinnen. Eine elfköpfige Jury, bestehend aus Musikern und Journalisten, begutachtet alle Gruppen. Henning Rümenapp von den Guano Apes ist dabei, Alfred Kritzer, der Keyboarder in der Grönemeyer-Band, sowie Vertreter des deutschen Musikschulverbandes, der Pop-Akademie und von MTV.
Auf der Bühne präsentiert Greensession die Songs „Immer wenn wir träumen“ und „Stillstand“, geschrieben von Rafael Triebel, dem Gitarristen. „Die Technik war erstaunlich professionell“, erinnert sich Pianist Florian Büttner. „Wir hatten noch nie einen so guten Bühnensound.“ „Unsere Nervosität hat sich schnell gelegt“, ergänzt Bassist Benjamin Steinke. Dafür war auch gar keine Zeit, der Auftritt dauerte nur gut zehn Minuten.
Dann hieß es abwarten. Die Jury zog sich zur Beratung zurück. Als erster Preis winkte den Bands ein Auftritt im Juni beim Rock am Ring. Außerdem wurde ein Sonderpreis ausgelobt: zwei Auftritte in der französischen Provence.
Die Entscheidung, wer gewinnen sollte, sei ihnen nicht leicht gefallen, sagte später ein Jury-Mitglied. Am Ende entschieden sie sich für die Mädels von C-Flow aus dem thüringischen Roderberg. Der deutschsprachige HipHop hat die Jury überzeugt. Greensession landete auf Platz zwei und erhielt den Sonderpreis. Wie es hieß, betrug der Abstand zu C-Flow nur einen Punkt. Die drittplatzierte Band lag 13 Punkte dahinter.
Auffällig ist, dass sowohl C-Flow als auch Greensession, trotz ihrer englischen Bandnamen, deutschsprachige Songs präsentierten. Das hatte, laut Jury, Einfluss auf die Entscheidung. Gelobt wurde auch das hohe musikalische Niveau.
Als VJ Johanna das Ergebnis verkündete seien sie euphorisch gewesen, erzählt Flo. „Es ist total geil“, war die erste Reaktion von Christoph, dem Schlagzeuger. „Wir sind wunderbar zufrieden mit dem zweiten Platz“, sagte Flo im anschließenden Live-Radiointerview mit dem Offenen Kanal Lübeck. Der Sender übertrug den ganzen Abend live.
Voraussichtlich im Juli wird die Band nach Südfrankreich fahren. Bei dem Auftritt soll eine DVD entstehen. „Wein trinken, Käse essen, schöne Frauen. Was will man mehr?“, meinte Sänger Shai Hoffmann. „Das war unser Höhepunkt, auf den wir in den letzten Wochen hingearbeitet haben“, erzählte Christoph Hengelhaupt der Interviewerin.
Während Rafi wieder auf dem Weg nach Berlin war, um am nächsten Morgen in die USA zu fliegen, feierte der Rest noch den großen Erfolg. Und wer weiß, wer sich noch alles bei Greensession meldet, nachdem sie ihre Demo-CDs verteilt haben. Der Offene Kanal Lübeck hat schon angefragt, ob sie „Stillstand“ in ihr Programm aufnehmen dürfen. Das ist doch schon ein Anfang.

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